Prozess gegen Knappe-Räuber geplatzt

Traunstein/Mühldorf. – Der Traunsteiner Landgerichtsprozess gegen zwei weitere mutmaßliche Räuber, die unter anderem das Juweliergeschäft Knappe überfallen haben sollen, ist geplatzt.

Eigentlich sollte das Urteil der Ersten Strafkammer gegen zwei 33 und 29 Jahre alte Tschetschenen in dieser Woche fallen. Doch die Kammer musste alle Termine wegen Verhinderung eines Prozessbeteiligten stornieren. Laut Vorsitzendem Richter Dr. Klaus Weidmann soll der Prozess Mitte Februar 2017 neu aufgenommen werden.

Die beiden Tschetschenen sollen einer etwa 100-köpfigen, europaweit agierenden Bande mit Sitz in Litauen angehören. Sie sollen an bewaffneten Blitzüberfällen auf Juweliere am 20. Januar 2015 im westfälischen Bad Oeynhausen mit einer Beute von 70 Uhren im Wert von 237 000 Euro, am 5. März 2015 in Mühldorf mit 69 Edelchronometern im Gesamtwert von rund 339 000 Euro sowie an einem gescheiterten Versuch im Juni 2015 in Regensburg beteiligt gewesen sein.

Gegen zwei 33 und 21 Jahre alte Litauer hatte die Jugendkammer am Landgericht Traunstein bereits am 20. Januar 2016 wegen der gleichen Taten eine Erwachsenenhaftstrafe von acht Jahren beziehungsweise eine sechsjährige Jugendstrafe verhängt.

Bei den Verbrechen in Mühldorf und Bad Oeynhausen waren jeweils mehrere Menschen durch Reizgas verletzt und nicht zuletzt durch abgefeuerte Schüsse teils erheblich traumatisiert worden. kd

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