Projekt „Blühpatenschaften“ läuft nicht: Bleiben Mühldorfer Bauern auf Blühflächen sitzen?

Das Projekt „Blühpatenschaften“ läuft schlecht, es droht das Aus. Unser Bild zeigt eine Blumenwiese in der Bund-Naturschutz-Kiesgrube. Bauer

Der Bayerische Bauernverband im Landkreis Mühldorf nimmt das Thema „Blühpatenschaften“ ernst. Laut Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer sollte das Projekt langfristig angelegt werden: „Wir wollen so den ökologischen Aspekten Rechnung tragen“, sagte er. Doch das Ganze läuft nicht richtig an.

Mühldorf –Die Blühfläche werde im Jahr 2020 angesät und bleibe dann für fünf Jahre bestehen, um nachhaltig einen Lebensraum für Flora und Fauna zu bieten, erklärt Ulrich Niederschweiberer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands. Die Nachfrage nach diesen Blühflächen sei sehr gering. Der Bauernverband überlegt, ob er das Projekt einstellen soll. Doch die Nachfrage nach solchen Blühpatenschaften sei aktuell sehr gering. Pate könne man mit einem Betrag von 45 Euro pro Jahr werden. Der Betrag müsse für fünf Jahre im Voraus bezahlt werden. Verwaltet wird das Geld über den Maschinenring. Dem Landwirt wird der Betrag in fünfjährigen Raten ausbezahlt (wir berichteten).

15 Hektar an Blühflächen

„In den Landkreisen Mühldorf und Altötting stehen 15 Hektar für diese Maßnahme zur Verfügung. Damit könnten 1500 Blühpaten versorgt werden. Ein Drittel dieser Flächen befindet sich im Landkreis Altötting, zwei Drittel im Landkreis Mühldorf. Wenn sich alle beteiligen würden, die beim Volksbegehren im Landkreis Mühldorf abgestimmt haben, dann wären diese Flächen schnell vergeben“, erklärt Peter Falter, Geschäftsführer des Maschinenrings.

Die bisherigenBlühflächen im Landkreis Mühldorf konzentrierten sich auf die Bereiche um Mühldorf, Ampfing und Neumarkt-St. Veit. Richtung Westen wurde die letzte Blühfläche in Obertaufkirchen registriert.

Erst 4800 Quadratmeter vergeben

Der Maschinenring Altötting-Mühldorf, über den das Programm läuft, hat mitgeteilt, dass 45 Blühpatenschaften mit einer Fläche von 4800 Quadratmetern vergeben sind. Der Bauernverband und der Maschinenring hoffen, dass sich viele Firmen und Privatpersonen doch noch entschließen bei dem Programm mitzumachen.

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Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürner hat seinen Kollegen im Landkreis Mühldorf einen Brief geschrieben und die schlechte Lage geschildert. „Darum würde ich Euch inständig bitten, über Eure Städte und Gemeinden zwei bis drei Blühpatenschaften beim Maschinenring anzumelden. Dazu braucht es keinen Stadtrats- oder Gemeinderatsbeschluss. So etwas macht die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister selbst, aus seinen Verfügungsmitteln. Zeigt bitte Flagge im Sinne des Klimaschutzes und unserer Umwelt“, schrieb Dürner.

Bund Naturschutz unterstützt Projekt

Auch der Bund Naturschutz im Landkreis Mühldorf ruft die Bürgerinnen und Bürger auf, sich an dem Projekt der Blühpatenschaften zu beteiligen, Bei zu geringer Nachfrage stehe die Anlage der Blumenwiesen auf der Kippe, da eine gut bewirtschaftbare Mindestfläche erreicht werden müsse. „Der Bund Naturschutz hofft, dass die Aktion doch noch Erfolg hat, insbesondere vor dem Hintergrund des Artenschutz-Volksbegehrens, bei dem klar wurde, wie wichtig die Unterstützung der Naturschutzbemühungen der Landwirte durch die Verbraucher ist. Blühpatenschaften sind eine gute Möglichkeit für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Landwirten“, erklärte Dr. Andreas Zahn, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz.

Hoffnung auf eine Wende

„Wir brauchen mindestens eine Fläche von einem Hektar, um das Projekt noch erfolgreich durchführen zu können. Ich hoffe sehr, dass sich Firmen und Bürgerinnen und Bürger noch entschließen, eine Blühfläche für die nächsten fünf Jahre anzumieten. Wir werden Anfang März entscheiden, ob wir das Projekt einstellen, wenn die benötigten Flächen nicht zusammenkommen“, erklärte BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer. Wer eine Blühfläche mieten will, kann sich mit dem Maschinenring Altötting-Mühldorf unter Telefon 0 86 31/36 23 0, peter.falter@maschinenringe.de in Verbindung setzen. Auch Schulen, Firmen und Vereine können eine Patenschaft übernehmen. Infos gibt es auch im Internet unter www.maschinenring.de.

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