Projekt für Artenvielfalt erhält Auszeichnung

Die Gelbbauchunke befindet sich auf der Roten Liste der gefährdeten Arten in Bayern.
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Die Gelbbauchunke befindet sich auf der Roten Liste der gefährdeten Arten in Bayern.

Mühldorf/Waldkraiburg –. Das Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ ist als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden.

Diese Auszeichnung wird Projekten zuteil, die sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. An einem Projekt ist auch die Kreisgruppe des Bund Naturschutz im Landkreis beteiligt, unter anderem wurden bei Waldkraiburg Laichgewässer für die stark bedrohte Amphibienart geschaffen.

Gefördert wird das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und durch den Bayerischen Naturschutzfonds. Insgesamt fließen in fünf Jahren Projektlaufzeit 670 000 Euro in verschiedene Maßnahmen.

400 Biotope für die Gelbbauchunke

Die Würdigung hat das Bundesamt für Naturschutz an die vier Träger Bund Naturschutz, Landkreis Freising, Landkreis Neuburg/Donau und Landkreis Altötting überreicht. Im Landkreis Mühldorf wird das Projekt von der Kreisgruppe des Bund Naturschutz vertreten. „Wir freuen uns sehr, auch im Namen der Unken“, meint Kreisvorsitzender Andreas Zahn. Bei diesem Projekt wurden über 400 Biotope für die Gelbbauchunke eingerichtet, Grundstücke gesichert und circa 90 Menschen für den Schutz dieser Art ausgebildet.

Im Landkreis wurde neben der Anlage von Gewässern auch die Pflege von Unkenlebensräumen durch Wasserbüffel finanziert. Diese werden eingesetzt, um den Boden zu lockern und so für die Unken zugänglich zu machen. Das bisher Erreichte ist eine Unterstützung für die Unkenbestände, allerdings im Sinne einer Nothilfe, stellt Dr. Dorothea Friemel von der Unteren Naturschutzbehörde in Altötting fest.

Die Gelbbauchunke ist als stark bedroht eingestuft. Weil ein Drittel der Weltpopulation in Süddeutschland vorkommt, hat Deutschland eine Verantwortung für den Erhalt der Art. Erforderlich wurde das Artenhilfsprojekt aufgrund der Gefährdung der Lebensräume der Gelbbauchunke. Sie benötigt Kleingewässer wie Quelltümpel, Viehweiden, aber auch Pfützen und wassergefüllte Fahrspuren für die Fortpflanzung.

Dr. Christine Margraf, stellvertretende Landesbeauftragte des Bund Naturschutz in Bayern nannte die baulich veränderte Dynamik von Bächen als ein Grund für das Aussterben dieser Art. Dazu kommen der Klimawandel und die trockenen letzten Sommer.

Nicht lange genugmit Wasser gefüllt

Kleingewässer führen nicht lange genug Wasser, um das Aufwachsen der Unken zu ermöglichen. „Erst in diesem Jahr besteht aufgrund der Regenfälle wieder einmal Hoffnung für den Unkennachwuchs“, sagt Zahn. Ziel des Projekts ist es, die Vorkommen der Unke über die Landkreise Altötting, Freising, Neuburg und Mühldorf, Erding und Pfaffenhofen zu vernetzen.

Hilfsgruppen prüfen im Frühjahr, ob geeignete Gewässer vorhanden sind, im Sommer, ob die Kaulquappen sich entwickeln können und wie viele ausgewachsene Unken überlebt haben.

Die UN-Dekade-Fachjury hat zum Ziel, Menschen für den Schutz und Erhalt der Biodiversität zu motivieren. Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken.

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