Prinzip Hoffnung für den Fasching 2021 bei der Bubaria

Die neue Vorstandschaft mit Katharina Kammerer, Christian Rabenseifner, Daniela Mottinger, Thomas Lübeck, Anna Gunderlach, Rudi Mottinger, Verena Fiedler, Robert Thurner und Lena Mangst (von links)l.
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Die neue Vorstandschaft mit Katharina Kammerer, Christian Rabenseifner, Daniela Mottinger, Thomas Lübeck, Anna Gunderlach, Rudi Mottinger, Verena Fiedler, Robert Thurner und Lena Mangst (von links)l.
  • Harald Schwarz
    vonHarald Schwarz
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Die Faschingsgesellschaft Bubaria geht mit einer großen Portion Hoffnung in die Faschingssaison 2021. „Wir planen und hoffen, dass wir alles durchziehen können“, sagt der neue Bubaria-Vorsitzende Rudi Mottinger. Letztlich warten sie auf eine Aussage der bayerischen Staatsregierung in Sachen Großveranstaltungen.

Buchbach –  Allerdings ist die Bubaria einigermaßen zuversichtlich; zumindest haben die Verantwortlichen die wichtigesten Faschingstermine bereits terminiert. Das heißt, der Hofball ist für den 9. Januar, der Kinderfasching am 17. Januar, die beiden Gardefestivals am 30. Dezember und 7. Februar stattfinden werden. Der Fasching soll wie immer mit dem Faschingstreiben am Buchbacher Marktplatz am Faschingsdienstag (16. Februar) ausklingen.

Bubaria will auch ein Prinzenpaar

Obwohl – neben der Unsicherheit durch Corona – der Fasching relativ kurz ist, möchte die Bubaria auch ein Prinzenpaar präsentieren. Lisa Seemann, eine der Trainerinnen sagte bei der Jahresversammlung, dass die Garden jetzt dann mit dem Training beginnen werden. „Wir trainieren erst einmal coronabedingt im Freien, bevor das Training ab September in der Halle startet“, so Lisa Seemann.

Für das alljährliche Trainingslager sieht sie unter den aktuellen Bedingungen eher schwarz. Zudem werde sich die Garde erst einmal auf den Showtanz versteifen und keinen Gardemarsch einstudieren. Zudem werde man die Prinzengarde und die Nachwuchsgarde zusammenlegen, da sich „nicht so viele neue Tänzerinnen gefunden haben“.

Der neue Vorsitzende Rudi Mottinger verriet zudem bereits, dass die Bubaria als grobes Thema für den Fasching 2021 im Reich der Tiere unterwegs sein werde. Er appellierte an alle Bubaria-Mitglieder: „Lasst euch von der aktuellen Situation nicht entmutigen. Und wenns nix wird mit dem Fasching 2021, dann feiern wir zumindest in privatem Rahmen.“

Neben der Frage nach den Faschingsaktivitäten 2021 war auch zu klären, wer die Faschingsgesellschaft in den kommenden zwei Jahren führen wird.

In ihrem letzten Jahresrückblick als Vorsitzende erinnerte Daniela Mottinger an die Veranstaltungen der Faschingssaison 2020. Sie nannte unter anderem die Proklamation des Prinzenpaares, das Gardefestival, dessen Zuschauerzahl erneut gesteigert werden konnte, oder den Hofball („Mit dem Hofball zeichnen wir uns aus“) und den Kinderfaschingsball.

Erna Zarmer, das Herz der Bubaria

Lustig, unterhaltsam und kurzweilig, so bezeichnete sie das Faschingstreiben am Marktplatz am Faschingsdienstag. „Um Punkt fünf haben wir den Fasching eingegraben; und es hat zu regnen angefangen“. Darauf nahm Bürgermeister Thomas Einwang in seinem Grußwort Bezug, als er meinte: „Erna Zarmer, das Herz der Bubaria, sorgt auch nach ihrem Tod noch dafür, dass das Wetter am Faschingsdienstag passt.“

Faschingsende in Buchbach: Am Faschingsdienstag wird gegen 17 Uhr der Fasching verbrannt. Ob es das närrische Treiben, wo die Menschen dich an dich stehen, im kommenden Jahr geben wird, steht noch in den Sternen.

Anton Maier, Vorsitzender des TSV Buchbach, unter dessen Dach die Bubaria angesiedelt ist, lobte, dass die Bubaria die Marktgemeinde Buchbach weit über die Grenzen des Landkreises bekannt mache.

In ihrem Finanzbericht zeigte Kassierin Katharina Kammerer, dass die Kasse der Bubaria ein Minus von etwa 8100 Euro aufweist. Einnahmen von rund 50 000 Euro standen im abgelaufenen Vereinsjahr Ausgaben von beinahe 59 000 Euro gegenüber.

Sie sagte aber auch, dass die Zahlen nicht ganz aussagekräftig seien, da das Vereinsjahr coronabedingt länger gewesen sei.

Die Geschichte der Hatauberer

Seit Generationen werden sie „Hatauberer“ genannt, die Buchbacher. Und die Faschingsgesellschaft Bubaria hat diesen Ausdruck aufgegriffen. Ende der 1960er Jahre haben Erna Zarmer, die damalige Bubaria-Präsidentin, und Heimatforscherr Max Wallner diese Legende aufgegriffen, in den Fasching eingebaut und daraus den Faschingsschlachtruf kreiert: „Buchbacher wos samma, Hatauberer samma, Hatauberer wos samma, Buchbacher samma“. Dieser Schlachtruf wird bis heute auf allen Buchbacher Faschingsveranstaltungen gerufen.

Woher diese Bezeichnung der Buchbacher konkret stammt, ist nicht bekannt. Es gibt weder Aufzeichnungen, noch Schriftstücke, aus denen man diese Legende ableiten könnte. Das einzig Schriftliche ist eine Ballade über die Geschichte der „Hatauberer“ von Max Wallner in seinem Heimatbuch „1200 Jahre Buchbach“.

In der Geschichte von Buchbach sollen um 1900, so die Legende, die Buchbacher Bürger verzweifelt gewesen sein, weil der Markt zwar vom Bäcker, Metzger, Bräu, Wasser, Licht bis hin zum Bader alles hatte, nur keinen Bürgermeister. Offenbar hat sich damals niemand um dieses Amt „gerissen“. Der Buchbacher Rat, schon immer weise, ließ sich schließlich von Glück und Zufall leiten. In Buchbach wurden schon immer Tauben, vor allem auch Brieftauben, gehalten. Dies beweisen die lange Zeit abgehaltenen Taubenmärkte. So kam man auf die Idee, einen Tauberer loszuschicken, der sich aus luftiger Höhe einen „Marktler“ als Bürgermeister aussuchen sollte. Der Rat beschloss also, dass derjenige Bürgermeister sein soll, auf dessen Dach sich der Tauberer niederlässt.

So wurde ein Tauberer losgelassen, der schließlich auf dem Dach des armen Schinders (Abdecker, jemand der Tierkadaver beseitigt und verwertet) landete. So hatten es sich die Buchbacher Markträte allerdings nicht vorgestellt, waren sie doch davon ausgegangen, dass der Tauberer so schlau wäre, sich auf das Dach des Bräus, des Schneiders oder auch Kramers zu setzen, also einem der angesehenen Buchbacher Bürger.

Aufgrund des eindeutigen Ratsbeschlusses war die Suche aber gültig, sodass sie alle nur noch schrien: „Ha Tauberer, wos machst denn, wo fliegst denn hi“. Seit dieser Zeit werden die Puechpecker die „Hatauberer“ genannt.

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