Primiz auf der Kampenwand: Der Mühldorfer Andreas Kolb ist jetzt Kaplan

: Andreas Kolb bei seiner Primiz auf der Kampenwand. Rath
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: Andreas Kolb bei seiner Primiz auf der Kampenwand. Rath

Die Primiz eines Neupriesters ist schon eine große Seltenheit. In den Bergen hat vor Andreas Kolb aber wohl noch nie ein Priester aus dem Landkreis Mühldorf seine erste Eucharistie mit der Heimatgemeinde gefeiert. Eine Primiz in Zeiten von Corona.

Mühldorf/Aschau im Chiemgau – Das Corona-Virus hat es erforderlich gemacht, dass die Primiz des Mühldorfer Neupriesters Andreas Kolb nicht wie geplant in seiner Heimatpfarrei St. Nikolaus stattfinden konnte. Da der junge Mann ein begeisterter Bergfex ist, wurde umgeplant, die Primiz fand auf der Kampenwand statt, um 11 Uhr begann die Messe bei herrlichstem Bergwetter. 50 Gäste waren dazu eingeladen – Familie und Freunde sowie viele Begleiter aus der theologischen Ausbildung im Priesterseminar.

Start mit Bergwanderung

Einige Unentwegte trafen sich bereits um 8 Uhr am Parkplatz Hintergschwend/Aigen und begannen den besonderen Tag mit einer zweistündigen Bergwanderung. Andere nutzten die Seilbahn, um nach oben zu kommen. Von der Bergstation der Kampenwandbahn eine knappe halbe Stunde zu Fuß entfernt liegt die Steinlingalm. Von dort blickt man einerseits hinunter ins Tal, erkennt den Chiemsee mit Herren-, Kraut und Fraueninsel, auf der anderen Seite steht man staunend vor dem gigantischen Massiv des Kampenwandgipfels.

Kleine Kapelle mit Altar

Dort oben, direkt neben der Steinlingalm, gibt es eine idyllisch gelegene Kapelle, wo ein Altar aufgebaut und ein Areal abgegrenzt war. Die Kapelle ist aber nicht besonders groß, genau genommen passen dort nur vier Bläser der Obinger Blaskapelle hinein, zwei Trompeter und zwei Posaunisten. In Obing ist Andreas Kolb derzeit noch als Diakon tätig.

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„Wo Gott ist, da ist Zukunft“

Andreas Kolb hielt seinen ersten Gottesdienst als geweihter Priester zusammen mit Diakon Wolfgang Mösmang aus Obing und mit Diakon Josef Schmid aus Aschau im Chiemgau. Zwei Ministrantinnen aus Mühldorf waren ebenfalls mit von der Partie. Um 11 Uhr begann der erste Gottesdienst von Andreas Kolb. Das Matthäus- Evangelium handelte vom Gleichnis mit den Menschenfischern, in den Fürbitten wurde für Kolb selbst, für seine Familie, für die Menschen, zu denen er gesandt wird und für die Verstorbenen gebetet.

Predigt hielt Diakon Wolfgang Mösmang

Die Predigt hielt der Obinger Diakon Wolfgang Mösmang. Er begrüßte die Festgäste auf zwei und vier Beinen, es hatten sich doch tatsächlich einige neugierige Kühe an die abgegrenzte Fläche herangewagt. Er hatte vorab Mitglieder seiner Pfarrei nach Eigenschaften von Andreas Kolb befragt, die Antworten waren: Er ist offen für Neues, geht offen auf andere zu, er ist authentisch und fröhlich. Er kümmert sich um andere und lässt niemanden zurück. Die Aufgaben der Gläubigen in den Gemeinden, in die er nun kommen wird, sei es, für Andreas Kolb zu beten und ihm Halt zu geben, so dass er nie sagen müsse, das Feuer des Glaubens sei in ihm erloschen.

Der Primiziant dankte seinen Eltern

Die Kommunion wurde unter strengen Hygienevorschriften ausgeteilt, alle trugen dabei ihre Schutzmasken, es wurde Desinfektionsspray eingesetzt. Mit „Großer Gott, wir loben Dich“ endete der gelungene Gottesdienst. Der Primiziant bedankte sich abschließend bei seinen Eltern „für die Atmosphäre zuhause, in der man Priester werden kann“. Im Anschluss spendete Andreas Kolb jedem Besucher des Gottesdienstes einzeln seinen Primizsegen.

Um die angespannte Lage der Almhütten zu entschärfen, war bereits vorab in einem Infoblatt vom Primizianten gebeten worden. Brotzeit und Getränke selbst mitzubringen und ein Picknick zu machen. Dieser Aufforderung wurde bereitwillig Folge geleistet bei allerschönstem Bergwetter ein absolutes Vergnügen.

Erwartungen wurden übertroffen

Zu seinen Eindrücken über seine Primiz befragt, antwortete der junge Kaplan: „Meine Erwartungen wurden übertroffen, es hat alle super gepasst, Ich bin nur traurig, dass so viele nicht dabei sein konnten. Aber es werden noch Nachprimizen folgen, ich werden Altenheime und Familien besuchen. Wenn es die Umstände wieder erlauben, wird es ein Fest geben.“

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