Prävention gegen Wohnungslosigkeit - Caritas-Zentrum in Mühldorf richtet Fachstelle ein

Sozialwohnungen, wie hier an der Moltkestraße in Mühldorf, fehlen. Bauer
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Sozialwohnungen, wie hier an der Moltkestraße in Mühldorf, fehlen. Bauer

Die Finanzierung der neuen Fachstelle der Caritas gegen Wohnungslosigkeit iost nicht gesichert. Das sagte Caritas-Geschäftsführer Richard Stefke jetzt vor Bürgermeistern des Landkreises.

Schwindegg/Mühldorf– Richard Stefke, Kreisgeschäftsführer des Caritas-Zentrums in Mühldorf, stellte bei der Bürgermeisterversammlung in Schwindegg die Projektstelle Prävention von Wohn ungslosigkeit“ zusammen mit Franiska Münch und Sigita Baika vor.

Stefke betonte vor den Bürgermeistern, dass er schnell reagiert und die Stelle eingerichtet habe. Das Sozialministerium in München übernimmt einen Teil der Personalkosten. „Die restliche Finanzierung ist noch nicht gesichert“, erklärte Steffke.

Nachfrage nach Beratung nimmt zu

Alle drei Mitarbeiter betonten, dass die Nachfrage nach Beratung über die Wohnungslosigkeit im Landkreis Mühldorf zunehme.

Franziska München definierte die Zielgruppe: Alle Menschen, die über keinen gesicherten Wohnraum verfügen, vorübergehend bei Familienmitgliedern oder Freunden wohnen, wenn der Wohnraum unzumutbar ist, wenn sie aus einer stationären Einrichtung oder dem Strafvollzug ohne Wohnoption entlassen wurden oder wenn sie auf Unterstützungsleistungen zum Erhalt des Wohnraums durch die Wohnungslosenhilfe angewiesen sind.

„Wir sind aber kein Wohnungsmaklerbüro und haben auch keine Wohnungen, die wir anbieten können. Wir sind Ansprechpartner und setzten auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden“, betonte Stefke.

Landrat Georg Huber machte vor den Bürgermeistern deutlich, dass die Gemeinden für die Obdachlosigkeit zuständig seinen. Die Finanzierung dieser Stelle kann auch nicht über die Sozialhilfe und damit über den Kreishauhalt erfolgen. „Da die Entscheidung rein im Örtlichen wurzelt, handelt es sich um eine ausschließliche Zuständigkeit der Gemeinden“, erläuterte der Landrat.

Mühldorf zahlt, Waldkraiburg nicht

Die Stadt Mühldorf und der Markt Haag haben dem Zuschussantrag der Caritas in dieser Frage bereits zugestimmt. Die Stadt Waldkraiburg hat den Antrag der Caritas abgelehnt, da in Waldkraiburg die Stadt eine eigene Stelle für diese Problematik eingerichtet hat.

Mühldorfs Bürgermeisterin Marianne Zollner wies darauf hin, dass Obdachlosigkeit in den Städten und größeren Gemeinden aufschlägt. „Ich bin froh, wenn die Beratung dieser betroffenen Menschen eine Stelle übernimmt. Wir im Mühldorfer Rathaus sind darauf nicht eingestellt“, sagte Zollner.

Das Mühldorfer Caritas-Zentrum hat in der Bürgermeisterversammlung einen umfangreichen Katalog von Beratungsleistungen angeboten, der von der Sozialarbeit mit Hausbesuchen über die Abklärung von öffentlichen Leistungen bis zur Unterstützung bei der Beschaffung von Wohnraum reicht.

Die Caritas wird sich an die Gemeinden im Landkreis wenden, und einen Zuschuss für die Stelle der Prävention von Wohnungslosigkeit beantragen.

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