Polling: Wie Robert Neumeier es vom mittelmäßigen Schüler zum erfolgreichen Unternehmer schaffte

Pasta, Pasta, Pasta – Robert Neumeier in seinem Laden, in dem er die Nudelspezialitäten seiner Manufaktur anbietet.
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Pasta, Pasta, Pasta – Robert Neumeier in seinem Laden, in dem er die Nudelspezialitäten seiner Manufaktur anbietet.

Es ist die Geschichte eines Jungen, der schon früh wusste, was er einmal werden will. Eines Jungen, der sein Ziel stets vor Augen hatte und sich nicht von seinem Weg abbringen ließ. Trotz durchschnittlichem Schulabschluss brachte er es zum Küchenmeister und eigenem Unternehmen.

Polling/Schonstett –  Es ist die Geschichte eines Jungen, der schon früh wusste, was er werden will. Eines Jungen, der sein Ziel stets vor Augen hatte. „Es ist mir wichtig, den jungen Leuten zu vermitteln, dass man, auch wenn man „nur“ den Quali hat, mit Ehrgeiz und Durchhaltevermögen erfolgreich durchs Leben gehen kann“, sagt Robert Neumeier. Der ehemalige Pollinger betreibt mit seiner Frau Bettina in Schonstett die Nudelmanufaktur „Pastafino“

Wunschberuf war schon immer Koch

Seine Schulleistungen waren eher durchschnittlich, wie der 38-Jährige selbst sagt, seinen Berufswunsch jedoch verfolgte er mit enormer Zielstrebigkeit. Robert Neumeier wusste schon Jahre, bevor er die Schule beendete, was er werden will: Koch.

Bereits in der siebten Klasse lernte er in den Ferien als Küchenhilfe beim Hammer Wirt die ersten Grundlagen. In der achten Klasse absolvierte er auch Praktika beim Bäcker und Konditor, das Erlebnis schlechthin war jedoch sein Praktikum im Hotel Post in Altötting, das ihm in bester Erinnerung ist: „Es war aufregend und spannend, eine Top-Küche und ein super Küchenchef, der seinen drei Lehrlingen jede Menge beibrachte“, sagt er.

Erfahrungen auf vielen Ebenen

Aber auch der Küchenchef und die Familie Tandler waren überzeugt von ihm und sagten ihm schon am Ende der achten Klasse einen Lehrvertrag zu. Noch heute erinnert er sich gern an diese Zeit zurück und hebt insbesondere die Qualität der Ausbildung hervor: „Hier wurden Werte vermittelt, die Bedeutung der Nahrungsmittel-Ethik und der verantwortungsvolle Umgang mit frischen Zutaten gelehrt.“

Alles frisch, sei die Devise gewesen, die heute in vielen Lokalen nicht mehr gelte. Nach seiner Gesellenprüfung bildete sich der Jungkoch weiter, absolvierte eine Weiterbildung zum diätetisch geschulten Koch, widmete sich der Ernährungsphysiologie und machte mit 20 Jahren seinen Ausbilderschein.

Danach sammelte er Erfahrungen auf vielen Ebenen. Im Münchner Hilton lernte er die orientalische Küche kennen, als Scheichs aus Dubai über den Winter eine komplette Etage gebucht hatten: „Es war alles authentisch, man fühlte sich, als wäre man in Abu Dhabi und es hat großen Spaß gemacht, orientalisch zu kochen.“

Schlüsselerlebnis in Amerang

Anschließend ging es für ihn als Jungkoch weiter zum Sternekoch Sternekoch Christian Graf von Walderdorff in Regensburg, der unter anderem auch für das Schlosscatering bei Fürstin Gloria von Thurn und Taxis zuständig war.

Es waren drei erfolgreiche Jahre, in denen es Neumeier bis zum Küchenchef brachte – eine steile Karriere, die er im Alter von 24 Jahren nach einer viermonatigen Weiterbildung mit der Prüfung zum Küchenmeister an der Hotelberufsfachschule Eckert in Regenstauf krönte.

Seine nächste Station war in Wartenberg, wo er in einem der zehn besten französisch orientierten Lokale Deutschlands die französische Küche kennenlernte.

Schlüsselerlebnis in Amerang

Auf die französische folgte die italienische Küche. Robert Neumeier trat als Küchenchef in den Dienst einer Trattoria in Amerang. Ein Lokal mit echter italienischer Küche, mit klassischen Antipasti, Pasta, frischem Fisch und Fleisch. Hier blühte der Küchenchef richtig auf, wobei es ihm insbesondere die klassischen Pasta-Gerichte angetan hatten.

Damit kam er auf den Geschmack: Warum nicht selbst die Teigwaren herstellen? Eines Tages marschierte er in einen Feinkostladen, um den Betreiber von der Qualität seiner selbst gemachten Pasta zu überzeugen. Mit Erfolg. Schon bald hatte der damals 26-Jährige in seiner Selbstständigkeit als Pastaproduzent auch andere von der Qualität seiner Ware beeindruckt und es bildete sich ein Kundenstamm, der ihm bis heute die Treue hält.

Seine erste Produktionsstätte eröffnete er 2008 in Trostberg, wo ihm auch sein Vater half, der in der Lebensmittelbranche tätig war. Zu dieser Zeit war Robert Neumeier schon mit seiner heutigen Ehefrau Bettina liiert, die Erfahrung aus der Gastronomie mitbrachte. Ein perfektes Team, das expandierte und schließlich nach Zillham bei Schonstett umsiedelte, um mehr Platz für „Pastafino“ zu haben. Hier produzieren sie eine Vielzahl von Nudelsorten, frische Soßen, Pesto und Antipasti, die sie, neben der Auslieferung an die Kunden, auch in ihrem eigenen Laden anbieten.

Mehr Zeit für die Familie haben

Zeit haben für die Familie, für meine Frau und meine beiden Kinder“, das schätzt Neumeier an seiner Selbstständigkeit im Vergleich zur Zeit als Küchenchef am meisten. Nicht dass er jetzt weniger arbeiten würde, die Zeiten machen den Unterschied: „Als Koch oder Küchenchef musst du in der Regel dann zur Arbeit, wenn die Kinder zu Hause sind. Das ist hier anders.“ Neumeier ist zufrieden mit dem, was er mit seiner Frau und Familie geschaffen hat, aber: „Von nix kommt nix und ohne Begeisterung geht gar nix. Man braucht Ehrgeiz und Zielstrebigkeit, darf sich nicht vom Ziel abbringen lassen – dann kann man ganz viel schaffen.“

Kochen braucht beste Produkte: Robert Neumeier als junger Koch mit fangfrischen Langusten. Wagner/privat
Als der Ernst des Lebens begann - Robert Neumeier an seinem ersten Schultag (mit Vater Anton)

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