Platz für 7000 neue Mühldorfer - Stadt kann auf 28000 Einwohner anwachsen

Wohnen oder Gewerbe?Der Bonimeierring. Honervogt

Die rasante Entwicklung Mühldorfs in den vergangenen Jahren mit einem deutlichen Bevölkerungszuwachs, soll künftig verlangsamt werden. Theoretisch kann Mühldorf bis 2035 von derzeit etwas über 20000 auf 28000 Einwohner wachsen. Diese Zahl nannten Entwicklungsplaner jetzt erstmals.

Von Markus Honervogt

Mühldorf – Die Entwicklung eines neuen Flächennutzungsplans hat jetzt Zahlen für die weitere Entwicklung Mühldorfs gebracht. Die Planungsbüros stellten dem Stadtrat bei seiner jüngsten Sitzung einen Entwurf des Flächennutzungsplans vor und nannten dabei erstmals Zahlen für den weiteren Bevölkerungszuwachs. Grundlage für die Prognosen sind die im Flächennutzungsplan vorgesehenen Baugebiete. Demnach bietet die Stadt in den nächsten 15 Jahren zusätzlich 5000 bis 7000 Menschen Raum. Damit könnte Mühldorf auf 25000 bis 28 000 Einwohner wachsen; derzeit hat die Stadt etwas über 20 000 Einwohner.

Große Flächen und Baulücke nutzen

In der Innenstadt, Mößling und Altmühldorf geht es vor allem um einzelne, kleinere Flächen, oft um Nachverdichtung und Lücken. Im Norden der Stadt gibt es dagegen mehr Grundstücke, allein auf drei großen Flächen stehen 17 Hektar zur Verfügung. Ähnliches gilt für den Osten wo in zwei großen Bereichen mehr als sieben Hektar vorhanden sind. Im Süden gibt es noch eine 3,5 Hektar große Fläche, dazu kommen zahlreiche unbebaute Grundstücke im aktuellen Baugebiet.

„Mit diesen Zahlen gibt es noch genügend Entwicklungspotenzial für die Stadt“, kommentierte Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner die Zahlen. Bürgermeisterin Marianne Zollner betonte, dass die Stadt über die Bauleitplanung Geschwindigkeit und Intensität des Wachstums beeinflussenern könne. „Das ist unsere gesteuerte Stadtentwicklung. Wenn wir die nachhaltig wollen, müssen wir die Ausweisung von Bauland eintakten.“

Die Planer hatten dem Stadtrat den ersten Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan vorgestellt. Er soll 15 Jahre Bestand haben, Der Flächennutzungsplan stellt dar, wie welche Flächen genutzt werden können: Als Baugebiete, Gewerbegebiete, für Straßen, Parks oder Sportanlagen. Wie die Flächen dann konkret gestaltet werden, ist Entscheidung der folgenden Bauleitplanung.

Mößling: Weniger Baugebiete

In Mößling soll der Dorfcharakter gestärkt werden, die umstrittenen Wohngebiete östlich der Oberhofener Straße und nördlich der Frixinger Straße tauchen im neuen Flächennutzungsplan nicht auf. Auch eine Baufläche im Nordosten, die im alten Plan noch für Baugebiete vorgesehen war, ist nicht mehr aufgeführt. Stattdessen soll die Bauentwicklung im Inneren der Stadt zu gefördert werden, damit die Stadt nicht weiter nach außen wuchert. Entlang der Nordtangente sollen weitere Gewerbegebiete entstehen.

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Der Bonimeierring zwischen Innkanal und Bahnlinie soll als Gewerbefläche erhalten werden, eine neue Straße das Gebiet erschließen. Ulrich Niederschweiberer favorisierte an dieser Stelle dagegen ein Wohngebiet, das besser passen würden als ein Industriegebiet. Stadtbaumeisterin Weichselgartner hielt ein Mischgebiet für sinnvoll. Bürgermeisterin Zollner wies darauf hin, dass die Grundstücke derzeit ohnehin nicht zur Verfügung stünden, da die Besitzer nicht verkaufen würden.

Altmühldorf: Platz für die Westtangente

Im Westen in der Verlängerung der Kapellenstraße ist eine Westumfahrung vorgesehen, die wichtig für das Verkehrsnetz in der Stadt ist. Die Planer betonten, dass der Bau sehr aufwendig und teuer wäre. In der Vergangenheit waren mehrfach Tunnel- oder Brückenbauten untersucht wurden, die aber wegen der hohen Kosten verworfen worden sind. „Eine Westumfahrung wäre sehr verkehrswirksam.“ Deshalb solle eine Trasse freigehalten werden.

Innenstadt: Brücke über den Inn

In der Altstadt soll der Zentralparkplatz überplant werden, auf dem die Stadt neue Parkmöglichkeiten schaffen möchte. Über den Inn ist eine Fußgängerbrücke in Richtung vorgesehen. Im Plan ist der Durchstich vom Stadtberg zur B12 eingezeihnet, um den Katharinenplatz zu entlasten. Aber auch in diesem Bereich gibt es derzeit keine Grundstücke, um die Straße zu bauen.

Mühldorf-Ost: Lebensmittelladen

Im Osten an der Töginger Straße sind die Baugebiet reduziert worden, Platz wurde für einen Lebensmittelladen geschaffen. Aufgenommen wurde auch eine Fläche für den Neubau des Hallenbads am Freibad. Auch für eine große Ostumfahrung ist ein Korridor freigehalten.

Mühldorf-Süd: Mehr Grünflächen

Im Süden sind im neuen Wohngebiet mehr Grünfläche vorgesehen als im bisherigen Flächennutzungsplan, Bauflächen wurden dadurch weniger. Laut Weichselgartner soll die Siedlungsentwicklung nicht weiter nach Süden ausgedehnt werden.

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Auf die Hochwasserprobleme im Süden durch Grünbach und Grundwasserspiegel wies Franz Essl (FM) hin. Die Planer sagten zu, entsprechende Daten vom Wasserwirtschaftsam zu berücksichtigen.

So sieht die Flächenbilanz aus

Wohnbau:

Gesamtfläche: 315 Hektar

Unbebaut: 70 Hektar

Davon in derzeit in der Bauleitplanung: 40 Hektar

Gewerbe:

Gewerbeflächen: 165 Hektar

Unbebaut: 50

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