Picknick-Konzerte auf Schloss Tüßling: Gräfin und Veranstalter hoffen auf Landratsamt

Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel
+
Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel hat vor Gericht darum gekämpft, dass im Tüßlinger Schlosspark "Picknick-Konzerte" stattfinden können.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
    schließen

Nach der coronabedingten Absage des Raiffeisen-Kultursommers halten Konzertveranstalter Oliver Forster und Schirmherrin Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel weiter an Konzerten auf Schloss Tüßling fest. Dort sollen vom 13. August bis 13. September 15 bis 20 Veranstaltungen von Kino, Kabarett, Comedy und eben auch Konzerte stattfinden. Nach einem Teilerfolg vor dem bayerischen Verwaltungsgericht fehlt nur noch die Ausnahmegenehmigung vom Landratsamt.

Tüßling – Diese Tage hätten Sting, Wanda und Sarah Connor in Tüßling auf der Bühne stehen sollen. Doch wegen Corona sind noch bis Ende Oktober keine Großveranstaltungen zulässig, die Kulturszene liegt am Boden. Doch damit wollten sich Veranstalter Oliver Forster und Schirmherrin Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel nicht abfinden und suchten nach einem alternativen Konzept, wie sommerliche Events in einem kleineren Rahmen möglich sein könnten.

Geplant sind bis zu 20 Veranstaltungen

Die Idee eines Picknich-Sommers war geboren. Zwischen 13. August und 13. September sollen mit Kino, Kabarett, Comedy und auch Konzerten 15 bis 20 Veranstaltungen für jeweils 1000 Besucher stattfinden. Ein genaues Programm gibt es noch nicht, erste Gespräche mit Künstlern wurden aber bereits geführt.

Vielleicht gibt es dieses Jahr doch noch Konzerte auf Schloss Tüßling.

Für den Picknick-Sommer haben die Veranstalter ein Hygienekonzept entwickelt: Eine zugewiesene Fläche für maximal vier Personen, die beim Ticketkauf gebucht wird, mit ausreichend Abstand zu den Nachbarn. Die Verpflegung kann von Zuhause mitgebracht werden oder aus verschiedenen Picknick-Kreationen ausgewählt beim Ticketkauf dazu gebucht werden. Auf dem Veranstaltungsgelände sind laut Veranstalter alle Abläufe kontaktlos geregelt, die Wege im Gelände klar abgesteckt, sodass es kaum Berührungspunkte zwischen den Besuchern geben soll. Jetzt fehlt nur noch die Ausnahmegenehmigung vom Landratsamt Altötting.

Einenersten Antrag hat das Landratsamt abgelehnt. Veranstalter Oliver Forster zog deshalb mit einem Eilantrag vor das bayerische Verwaltungsgericht. Wie der Veranstalter mitteilt, wurde der Antrag in der Erstinstanz abgelehnt. Dennoch verbucht er einen Teilerfolg: Die Richter waren der Ansicht, dass zumindest „einer Durchführung der beantragten Kinovorführungen sowie von Kabarett- und Comedy-Veranstaltungen nichts entgegen“. 1000 Besucher seien aus „infektionsschutzrechtlicher Sicht kein Hinderungsgrund bei diesen Formaten“.

Allerdings stufte das Gericht die Gefahr bei Rock- und Popkonzerten als zu hoch ein, dass die Besucher sich mit wachsender Begeisterung oder steigendem Alkoholpegel im Laufe des Abends von den vorgegebenen Picknickflächen wegbewegen könnten und somit der Abstand nicht mehr eingehalten werde. Deshalb lehnte das Gericht den Eilantrag ab.

Doch Forster hofft noch immer auf einen Picknick-Sommer als Gesamtpaket. Bei einem erneuten Treffen zwischen Schlossherrin Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel, Organisator Oliver Forster und Verantwortlichen des Landratsamts Altötting auf Schloss Tüßling, ging es noch einmal über das Konzept und eine mögliche Ausnahmegenehmigung inklusive Konzerten. „Ohne die Konzerte wäre die Reihe aus wirtschaftlicher Sicht nicht möglich“, heißt es vonseiten des Veranstalters.

Landratsamt prüft zweiten Antrag

Wo passt das Konzept? Wo muss nachgearbeitet werden? Mit den Absprachen aus diesem Termin und basierend auf der Urteilsbegründung des Verwalttungsgerichs hat Oliver Forster einen zweiten Antrag beim Landratsamt Altötting eingereicht. Dort wird aktuell der Antrag geprüft, bei dem auch andere Abstände eingearbeitet seien, wie Pressesprecher Klaus Zielinski auf Nachfrage mitteilt. Bis wann über den Antrag entschieden ist, darüber konnte er nichts sagen.

Lesen Sie auch:

Vorsichtiger Start nach Corona-Beschränkungen für Maxlrainer Kultursommer geplant

Seit März keine Konzerte: Musiker aus der Region kämpfen in Corona-Zeiten um ihre Existenz

„Wir sind guter Dinge. Es war ein aus meiner Sicht fruchtbarer und sehr konstruktiver Austausch und ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass unser Konzept am Ende dann doch überzeugen wird“, sagt Oliver Forster. Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel stimmt zu: „Von beiden Seiten gab es hier viel Entgegenkommen – so funktioniert gute Zusammenarbeit, darüber bin ich sehr froh und ich bin zuversichtlich, dass wir doch noch zusammenkommen.“

Kommentare