Während der Corona-Pandemie rückt das Buchbacher Pestkreuz ins Bewusstsein

Das Buchbacher Pestkreuz erinnert an schreckliche Zeiten. Über 400 Personen sind zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges in der Region um Buchbach gestorben. Rampl

Im 17. Jahrhundert raffte die Pest in Buchbach ganze Generationen dahin. Das Pestkreuz bekommt während der Corona-Pandemie einen neuen Bezug.

Buchbach– Gerade in Zeiten der Corona-Krise wird an frühere Epidemien und Pandemien erinnert, so in Buchbach an die Zeit der Pest im Jahr 1634. Wenn man am südöstlichen Ortsrand von Buchbach auf dem Pestkreuzhöhenweg von der Ellastraße Richtung ehemaliger Pfarrlinde mit Pfarrerkreuz nach Ziegelstadl oder nach Remelberg und Schwaig/Ella zum Pfarrholz wandert, kommt man an dem Kleinod mit dem Pestkreuz vorbei.

Perspektive am Buchbacher Pestkreuz

Dort sollte man auf dem Bankerl nicht nur wegen der schönen Aussicht innehalten, sondern sich ein wenig in die damalige Schreckenszeit ohne soziale und medizinische Absicherung hineindenken. Dann wird man trotz der gegenwärtigen persönlichen Einschränkungen dankbar in der Jetztzeit zu leben, denn bislang wurde Buchbach von Schlimmerem verschont.

Dreißigjähriger Krieg und auch die Pest

Dieses Denkmal gehört zu den geschichtsträchtigsten noch vorhandenen Denkmälern Buchbachs und ist gleichzeitig die Erinnerung an ungute Zeiten während des Dreißigjährigen Kriegs. Nachdem es von einigen engagierten Buchbacher Mitbürger aufwendig renoviert und restauriert wurde, erstrahlt es in neuem Glanz und lädt auch zum Verweilen ein. Inzwischen ist es auch wieder mit einer kleinen Hecke bepflanzt und einer Bank ausgestattet.

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Pest raffte in Buchbach ganze Generationen dahin

Nur bei wenigen Buchbachern hatte das Pestkreuz den Stellenwert, den es zur Erinnerung an die Geschichte des Marktes und der damaligen Nöte und gesundheitlichen Situation haben sollte, wo die Pest ganze Generationen dahinraffte.

Nun hat man, weil jeder, die gesamte Bevölkerung, ganz aktuell und real von der weltweiten Corona-Pandemie betroffen ist, eine neue Sichtweise auf dieses Denkmal, wobei manche in den Geschichtsbüchern die Hintergründe der damaligen Schrecken suchen.

Mit dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) kamen auch schwere Heimsuchungen und Gräuel über Buchbach. Über 400 Personen sind an der Pest gestorben, allein für den September 1634 wurden 40 Verstorbene registriert.

Die Pest – nicht bloß eine Seuche der Bettler und Vaganten

So wie heute, waren auch damals alle davon betroffen, nicht nur Bettler, Vaganten und arme Leute waren unter den Verstorbenen, auch der Buchbacher Bräu Johann Reicherstorfer, also ein betuchter und angesehener Buchbacher Bürger, verlor seine Tochter Barbara und der Edle von Loßnitz, damaliger Schlossherr von Steeg, sein Töchterl Anna Dorothea, so die Annalen.

Wallfahrtversprechen seit 17. Jahrhundert

In dieser Zeit wurde auch das Versprechen abgegeben, eine Wallfahrt nach Altötting zu tätigen, die seither immer am vierten Sonntag nach Ostern durchgeführt wird.

Man kann sich nicht erinnern, dass diese beliebte Wallfahrt seit Kriegsende vor 75 Jahren jemals ausgefallen wäre, denn auch wenn die schlechte Witterung eine Fußwallfahrt nicht zuließ, machte man sich mit dem Bus, PKW oder Bahn auf den Weg nach Altötting.

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In diesem Jahr musste die traditionelle Wallfahrt aufgrund der Corona-Beschränkungen mit dem Versammlungsverbot ausfallen, und auch die Kirchen in Altötting unterlagen den strengen Corona-Einschränkungen.

Vielleicht hat sich der ein oder andere privat auf den Weg nach Altötting gemacht, um sich gerade in dieser Zeit auf das Wesentliche im Leben zu besinnen und um das ureigenste und wichtigste, die Gesundheit, zu bitten.

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