Ein Paar, das füreinander bestimmt war: Steinbergers feiern diamantene Hochzeit in Rattenkirchen

Wussten früh,dass sie füreinander bestimmt waren: Hilde und Hans Steinberger, die jetzt ihre diamantene Hochzeit feierten. Krell

Es sind 60 Ehejahre oder 720 Monate oder 3130 Wochen oder 21915 Tage, die Altbürgermeister Hans Steinberger und seine Frau Hilde gemeinsam durchs Leben gegangen sind, eine lange Strecke, die gepflastert war mit Freud und Leid und mit Höhen und Tiefen, die nur zusammen gemeistert werden konnten.

Rattenkirchen– Kennengelernt haben sich die beiden 1956 auf einem Faschingsball in Ampfing. Schon bald wussten sie trotz ihres jugendlichen Alters, dass sie füreinander bestimmt waren.

Standesamtliche Trauung in einer Privatwohnung

1959 heirateten die beiden, und bereits der Hochzeitstag, ein herbstlicher, sehr warmer Tag, hielt einige Überraschungen bereit. Da die Schule und die Gemeindekanzlei gerade umgebaut wurden, fand die standesamtliche Trauung in einer Privatwohnung statt. Für die Schulkinder, die beim „Bräu“ untergebracht waren, wurde ein Wandertag angeordnet, denn die Räume der Wirtschaft wurden für die Hochzeitfeier benötigt.

Gemeinsam schwere Schicksalsschläge durchgestanden

Das junge Paar zog auf das elterliche Anwesen von Hans Steinberger in Neuhausen, übernahm dieses zwei Jahre später und begann mit dem Umbau des im Jahre 1746 errichteten Hofes. Der glücklichen Verbindung wurden die Kinder Jörg und Jutta geschenkt. Nach dem Motto „Wenn es vorwärts gehen soll, muss man investieren“ wurden die alten Gebäude abgerissen und ein neues Wohnhaus sowie insgesamt fünf neue Wirtschaftsgebäude erstellt. 1967 stellten sie vom Rinder- auf Schweinebetrieb um. 1991 wurde der Hof an Sohn Jörg übergeben.

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Das Jahr 1985 brachte großes Leid über die Familie, denn Tochter Jutta verunglückte mit 17 Jahren bei einem Verkehrsunfall tödlich, und auch der schreckliche Brand im Jahre 2005, bei dem alle Stallungen abbrannten, war eine große Belastung für die gesamte Familie.

Als Bürgermeister Rattenkirchen mit Weitsicht geführt

Hans Steinberger zeigte bereits in jungen Jahren politisches Interesse, kam 1966 in den Gemeinderat und wurde 1984 Zweiter Bürgermeister. 1990 wähltenihn die Bürger Rattenkirchens zum Bürgermeister. Steinberger füllte dieses Amt mit Weitsicht und der ihm eigenen Tatkraft bis zum Jahre 2002 aus. Er übergab seinem Nachfolger eine zukunftsorientierte und zukunftsfähige Gemeinde, indem er mit der Erstellung eines leistungsfähigen Wasserversorgungsnetzes und einer funktionierenden Abwasserentsorgung, der Bereitstellung von Bauland für Wohnhäuser und Gewerbebetriebe und der Durchführung der Dorferneuerung Grundlagen gelegt hatte. Nach seinem Ausscheidenaus dem Amt wurde er zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt. Eine besondere und sehr seltene Ehre wurde ihm zuteil, als man bereits zu seinen Lebzeiten eine Straße nach ihm benannte, den „Bürgermeister-Steinberger-Ring“.

Gemeinsam fast die ganze Welt bereist

Hans Steinberger betont, dass ihm dies alles nur deshalb möglich war, weil er stets seine Frau an seiner Seite wusste, die ihm den Rücken freihielt, sich aufopferungsvoll um die Familie und um die Organisation eines behaglichen Heims kümmerte, ihn mit Rat und Tat begleitete und ihm gerade auch in schwierigen Situationen eine zuverlässige Hilfe war.

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Hilde Steinberger, die 1967 ihren Meisterbrief als „Meisterin der ländlichen Landwirtschaft“ erhielt, ist ebenso wie ihr Mann ein geselliger, aufgeschlossener Mensch, vielseitig interessiert, begeisterte Sängerin im Kirchenchor und Mitglied bei der Frauengemeinschaft. Sie liebt ihren Garten, liest gerne und hat zum 80. Geburtstag von ihren Enkeln einen Laptop geschenkt bekommen, mit dem sie die weite Welt des Internets erforscht.

Mit ihrem Mann, der bis auf die Frauengemeinschaft Mitglied aller Rattenkirchner Vereine ist, verbindet sie die Lust am Reisen. Es gibt nicht mehr allzu viele Flecken auf dieser Erde, welche sie nicht gesehen haben.

Und noch einen Kampf haben die beiden gewonnen. Als Hans Steinberger vor drei Jahren schwer erkrankte, kam er als einer von mehreren Probanden in eine Versuchsreihe des Klinikums Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München, und er war der erste Überlebende dieser Versuchsreihe.

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