Wie der Tourismusverband Inn-Salzach die Zeit nach der Corona-Pandemie einschätzt

1550 Kilometer an Radwegen stehen den Urlaubern zur Verfügung. Ein Pfund, in das der Tourismusverband für das kommende Jahr viel Hoffnungs setzt. Tourismusverabdn

Tourismusverband Inn-Salzach hofft 2021 auf viele Radtouristen – Kurzurlauber aus dem Raum München sollenm angesprochen werden. Für die Touristen hat man insgesamt 24 Thementouren angelegt, an denen sich viele Gastronomiebetriebe aus den 55 Gemeinden der Region beteiligen.

Altötting– Die Übernachtungszahlen in der Region sind momentan praktisch auf null gefallen. „Allerdings gibt es immer noch einige wenige Übernachtungen durch Geschäftsreisen oder Montagehandwerker“, erklärt die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Inn-Salzach, Andrea Streiter. Dennoch wurde auf der Aprilsitzung des Tourismusverbandes der Landkreise Mühldorf und Altötting im Altöttinger Landratsamt klar, dass die Branche jetzt einen langen Atem braucht. Optimistischsten Schätzungen des Verbandes zufolge, könnte mit einer „Normalisierung der Geschäftszahlen“ auf Ostern 2021 gerechnet werden. Mut macht den Verantwortlichen auch, dass zuletzt vor allem das Interesse der Menschen vor Ort stark gestiegen ist.

Naherholung mit dem Rad

Wir haben da zum Beispiel sehr viele Anfragen über die Naherholungsmöglichkeiten und das Radwegenetz“, sagt Andrea Streiter. Letzteres ist auch das Aushängeschild des Verbandes: in den vergangenen sieben Jahren wurden die 1550 Kilometer an Radwegen in der Region zentral erfasst, zusammenhängend beschildert, Karten gedruckt und Wegepaten gefunden, die sich darum kümmern, dass die verschiedenen Teilbereiche gut befahrbar sind. Ein positiver Nebeneffekt davon ist, dass das Rad dadurch auch für Arbeitspendler wiederattraktiver wird.

24 Thementouren in der Region

Für die Touristen hat man insgesamt 24 Thementouren angelegt, an denen sich viele Gastronomiebetriebe aus den 55 Gemeinden der Region beteiligen. Erst vor Kurzem würdigte der deutsche Radfahrclub ADFC diese Bemühungen und zertifizierte „Inn-Salzach“ als insgesamt erst sechste deutsche Radfahrregion. Die Auszeichnung ist sogar so frisch, dass die offizielle Verleihung noch gar nicht stattfand: dies sollte Anfang März auf der ITB in Berlin erfolgen, die aber ausgefallen ist. Neben den verschiedenen Touren kann die Radregion dabei mit interessanten Pauschalangeboten punkten, bei denen neben der Hotelbuchung dann auch gleich vor Ort Verleih oder nötigenfalls die Reparatur von (E-)Bikes möglich sind. Jeden Morgen bekommen die Gäste dann ein Picknickpaket samt Trinkflaschen geschnürt und die Kleidung wird bei Bedarf über Nacht gewaschen. Auch Bäder- oder Museenkarten sind da teils gleich inklusive, sodass man sich voll aufs Radeln konzentrieren kann.

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Kurzurlauber aus dem Raum München

„Ich hoffe, dass wir jetzt dann auch aus dem Raum München mehr Kurzurlauber bekommen“, sagte der scheidende Verbandschef und Landrat Georg Huber(CSU) angesichts des Erreichten. Denn mit Blick auf den Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf und die bereits fertiggestellte A94 stellt „Inn-Salzach“ inzwischen eine ernsthafte Alternative zu den üblichen Naherholungszielen der Landeshauptstädter dar, die sich für gewöhnlich an schönen Tagen rund um Starnberg und den Ammersee tummeln.

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„Wir veranstalten Webinare für die touristische Produktentwicklung“, sagt Andrea Streiter. Die Gastronomen und Hoteliers nehmen über den Computer an Fortbildungen teil, um sich besser zu vermarkten, indem sie sich beispielsweise auf beliebten Buchungsseiten im Internet registrieren und darstellen.

Man Heimerl übernimmt Vorsitz

Abschließend bedankte sich der Altöttinger Landrat Erwin Schneider (CSU) noch bei den Mitgliedern, die nun zum Ende der Legislaturperiode ausscheiden. Zuvorderst bei seinem Landratskollegen Georg Huber, mit dem er den Verband im September 2012 gegründet hatte. Im gleichen Zuge wünschte er dem künftigen Vorsitzenden und neuen Mühldorfer Landrat, Maximilian Heimerl (CSU), schon einmal viel Erfolg: ihm wird Schneider das Szepter des Vorsitzes turnusgemäß Anfang Mai weiterreichen.

Maximilian Heimerl zeigte sich im Gespräch mit dem Mühldorfer Anzeiger überzeugt von der Tourismusregion Inn-Salzach: „Das ist jetzt eine schwere Zeit für alle, aber wenn wir zusammenhalten, haben wir beste Voraussetzungen“, erklärte der designierte Vorsitzende mit Blick auf die Exitstrategie nach der Coronakrise, bei der man mit ländlichem Tourismus und Outdooraktivitäten besonders bei Großstädtern zu punkten hofft.

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