Hilfe für Kenia

Online-Jahresversammlung des Vereins „Watoto wa Nest“zeigt verschärfte Problematik durch Corona

Kindergärten und Schulen haben in Kenia seit Januar wieder geöffnet. Bei schönem Wetter wird teilweise im Freien auf dem Spielplatz zu Mittag gegessen. Die diesjährigen Mehrkosten für Nahrungsmittel resultieren auch aus der erhöhten Arbeitslosigkeit aufgrund von Corona.
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Kindergärten und Schulen haben in Kenia seit Januar wieder geöffnet. Bei schönem Wetter wird teilweise im Freien auf dem Spielplatz zu Mittag gegessen. Die diesjährigen Mehrkosten für Nahrungsmittel resultieren auch aus der erhöhten Arbeitslosigkeit aufgrund von Corona.

Der 2019 gegründete Verein „Watoto wa Nest“ mit Sitz in Emertsham hielt seine Jahresversammlung online ab. Die aktuell 14 Mitglieder kommen aus der weiteren Region, aus Ampfing, Waldkraiburg, Burghausen sowie Emertsham. Vereinszweck ist die Unterstützung des Projektes „The Nest“ in Kenia, das in den 1990er Jahren von Irene Baumgartner aus dem Landkreis Mühldorf ins Leben gerufen wurde.

Emertsham/Mühldorf/Nairobi – Bei den virtuell durchgeführten Neuwahlen wurde der Vorstand bestätigt. Vorsitzender bleibt also Christian Berndlmaier aus Emertsham, sein Stellvertreter ist Tobias Heindl aus Mitterteich, Kassier Markus Baumgartner aus Ampfing und Schriftführerin Isabelle Roller aus Weikersheim.

Anfragen von Freiwilligen, die zur Unterstützung nach Kenia reisen wollten, gab es vereinzelt, „aber da es zurzeit sehr schwierig ist, planen wir aktuell, keine Freiwilligen zu entsenden“, erklärt Berndlmaier.

Hunger vor allem auf dem Land

In ihrem Weihnachtsbrief informierte die Initiatorin Baumgartner über die aktuelle Lage. Sie geht darin auf das erfolgreiche Programm der Nahrungsmittelverteilung ein, das in diesem Jahr erhebliche Mehrkosten verursacht. „Besonders auf dem Land und dabei die älteren Leute leiden Hunger. Die jungen Leute haben ihre Kinder zu den Großeltern aufs Land gebracht, können jedoch zum Unterhalt nichts mehr beitragen, denn sie haben ihr Einkommen verloren. Die Schulen sind seit März geschlossen, also gibt es auch keine Schulspeisung.“ Oftmals müssten sich junge Mädchen prostituieren, die Zahl der sexuellen Übergriffe sei gestiegen.

Baumgartner ist froh, dass die lokalen Spender treu geblieben sind. „Von ihnen erhalten wir ab und zu Gemüse und Obst, Mais und Zucker, gebrauchte Kleider.“ Die Hilfe ziele nicht nur auf die Nahrungsmittel ab: „Der stetige Kontakt, die Sicherheit, dass da jemand ist, der zuhört und berät, dass man nicht allein gelassen ist mit den Sorgen und Nöten“ sei genauso wichtig.

Kenianische Tagelöhner benötigen Erspartes für täglichen Bedarf

In Kenia arbeiten viele als Tagelöhner und haben aufgrund der Pandemie keine Arbeit mehr. In einer kürzlich veröffentlichen Umfrage gaben 91 Prozent der befragten Kenianer an, Einkommensverluste zu haben. 67 Prozent haben Erspartes, das eigentlich für die Ausbildung der Kinder zurückgelegt worden war, ausgegeben, um die Kosten des täglichen Bedarfs zu decken.

Anfang Januar haben die Kindergärten, Schulen und Universitäten nach zehn Monaten wieder geöffnet. Während der Schließung hat der Unterricht für jene, die kein WLAN und Laptop haben, über Radio und SMS stattgefunden.

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Der Emertshamer Verein will und wird weiterhin vor Ort in Kenia helfen. Er generiert Spenden für das „Nest“ hauptsächlich aus Daueraufträgen und Spenden von Bekannten und Freunden der Mitglieder. Die Spenden werden ausschließlich für die betroffenen Kinder und Mütter im „Nest“ verwendet. Wer spenden will, findet Infos unter www.thenesthome.org/de/spendenkonto.

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