BUNDESTAGSWAHL

Oliver Multusch ist AfD-Bundestagskandidat

Oliver Multuschist AfD-Bundestagskandidat. rob
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Oliver Multuschist AfD-Bundestagskandidat. rob

Mühldorf. – Oliver Multusch ist der Bundestags-Direktkandidat der AfD im Wahlkreis Altötting-Mühldorf.

15 Mitglieder der Kreisverbände Mühldorf und Altötting wählten den 48-jährigen selbstständigen Maler und Lackierer aus Mühldorf einstimmig am Samstag im Ehringer Hof. Multusch trat ohne Gegenkandidat an.

Multusch lebt seit 14 Jahren in Mühldorf und ist seit wenigen Wochen Vorsitzender des neu gegründeten AfD-Kreisverbandes Mühldorf mit 48 Mitgliedern. Der Unternehmer ist seit 17 Jahren verheiratet und bezeichnete sich selbst als „bislang immer CSU-nah“. Er habe sich nicht verändert, wohl aber die CSU „massiv“. Er selbst sei „liberal-konservativ“ und durch ein „christlich-humanistisches“ Menschenbild geprägt.

Multusch sagte, er wolle sich nicht für einen Platz auf der AfD-Landesliste zur Bundestagswahl bewerben. Sein Ziel ist es, den amtierenden CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer nicht mehr den Rang eines „Stimmenkönigs“ erreichen zu lassen. Die AfD sei die einzige „nennenswerte Alternative“, um den „Berliner Parteienfilz“ aufzubrechen. Der Kreisverband Altötting-Mühldorf zählt Multusch zufolge 28 Mitglieder.

Auf der Wahlversammlung nach dem größten Unterschied zu Stephan Mayer gefragt, nennt Multusch seinen Werdegang als Arbeiter, von der Malerlehre bis zu den Jahren als Lackierer am Fließband eines Autoherstellers, die Schichtarbeit im Akkord. „Ich weiß was harte, körperliche Arbeit ist“, sagte Multusch. Er wisse, wo die Wertschöpfung herkomme, wie das Geld mit Arbeit verdient werde – und nicht durch Lumpereien. Politisch würde er sich aber nicht sehr von Mayer unterscheiden.

„Ich weiß, was harte, körperliche Arbeit ist“ Oliver Multusch

Außenpolitisch sei er „sehr antiamerikanisch eingestellt“, so Multusch. Der Kandidat begründet dies mit dem Verhalten nach den Terroranschlägen im Jahr 2001. Die USA hätten „einen Regimewechsel nach dem anderen produziert“. Als Folge hätten sich Terrorgruppen etabliert und heute wiederum Flüchtlingswellen. Die deutsche Regierung müsse mehr Druck auf die USA ausüben.

Im Islam sieht Multusch „mehr eine politische Ideologie“ als eine Religion, da ein Anspruch auf Gesetzgebung und Regentschaft bestehe. Die Führer des Islam in Ländern wie der Türkei, Saudi-Arabien, Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten versuchten mit Geld Einfluss in Europa zu gewinnen. Dagegen setzt Multusch auf Formen der direkten Demokratie wie Volksentscheide, um über Dinge wie CETA, TTIP, Auslandseinsätze der Bundeswehr oder die Bargeldabschaffung („Bargeld ist gelebte Freiheit“) abstimmen oder den Bundespräsidenten vom Volk wählen zu lassen. Eine innenpolitische Forderung Multuschs: die Amtszeit von Kanzler und Ministerpräsidenten auf zwei Amtszeiten zu begrenzen.

Das Thema Asylbewerber taucht nach der Bewerbungsrede Multuschs in der Fragerunde auf – ein Umstand, auf den die AfD-Parteimitglieder besonders hinwiesen. Die Positionen des Kandidaten: über Hilfe für politische Verfolgte und Kriegsflüchtlinge müsse man nicht diskutieren, auch sollten Flüchtlingskinder beispielsweise in die Schule gehen. Es sei aber „fatal, dass jeder, dem es schlecht geht, nach Deutschland kommt“.

Alle, die unberechtigt in Deutschland seien, sollten so schnell wie möglich zurückgeführt werden, auch Wirtschaftsflüchtlinge. Es dürfe keine illegalen Einreisen geben, Grenzen müssten sicher sein, der Familiennachzug begrenzt werden auf diejenigen, die hier für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen könnten.

Der AfD-Kandidat will Gelder, wie sie jetzt in Höhe von „mindestens 22 Milliarden Euro“ für Flüchtlinge aufgewendet worden seien, eher in eine Mindestrente investieren, die „den Namen auch verdient“.

Multusch sagte, der Kreisverband werde bei Störungen von Veranstaltung künftig rechtliche Schritte einleiten. Multusch sprach sich grundsätzlich für mehr Polizisten aus, die zudem besser ausgerüstet und ausgebildet würden. Für „fatal“ hält Multusch einen „Kuschelkurs bei Gewaltverbrechen“. Als Beispiel nannte er Bewährungsstrafen bei Vergewaltigungen.

Der AfD-Politiker hält Gesetzesverschärfungen zwar für „ab und zu nötig“, wichtiger aber sei, dass bestehende Gesetze auch angewendet würden. Straffällig gewordene Asylbewerber müssten abgeschoben werden. rob

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