„Ohne Vereine wäre Gesellschaft nur halb so schön“: Landtagspräsident Ilse Aigner würdigt Ehrenamt

Landtagspräsidentin Ilse Aigner trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde ein, im Hintergrund Bürgermeister Josef Grundner (links) und Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber.

Einen Dank für ihre Leistungen über Jahre hinweg hat der CSU-Kreisverband am Mittwochabend allen ehrenamtlich engagierten Landkreisbürgern ausgesprochen. Als Ehrengast war zu dem Empfang Landtagspräsidentin Ilse Aigner geladen.

Ampfing – Über einen „stehend vollen“ Saal freute sich CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber, als er dem Anlass entsprechend in Feuerwehr-Uniform die „Ehrenamtsfamilie“ im Saal des Ampfinger Hofs begrüßte. Etwa 400 Personen waren der Einladung gefolgt. Auf Sitzgelegenheiten war im Saal verzichtet worden, damit die Besucher an Bartischen miteinander und auch mit der Landtagspräsidentin in lockerer Runde ins Gespräch kommen konnten.

Engagement ist noch immer groß

Repräsentanten aller Ehrenamtsbereiche waren geladen: Vertreter von sozialen Einrichtungen, Kirche, Sport, Kultur, Rettungsdiensten und Politik. Die Bedeutung der Vereine für ein funktionierendes Dorfleben hob Huber in seiner Begrüßung hervor, wobei es aufgrund notwendiger bürokratischer Vorschriften immer schwieriger werde, Menschen zu finden, die ehrenamtliche Funktionen übernehmen. Dass das Engagement trotzdem nach wie vor groß sei, zeigte Huber an einem aktuellen Beispiel: Für die großen geplanten Ritterspiele 2022 anlässlich „700 Jahre Schlacht bei Ampfing“ hätten sich kürzlich bei einem Vorbereitungstreffen interessierter Bürger ähnlich viele Personen im Hinterecker-Saal eingefunden wie beim Ehrenamtsempfang.

Bürgermeister Josef Grundner verband seinen Dank an die Ehrenamtlichen mit der Bitte, ihr Engagement an die jungen Menschen im Ort weiterzutragen. Er stellte kurz Ampfing vor, bevor sich Ilse Aigner ins Goldene Buch der Gemeinde eintrug. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von den „oiden Oakarrern“.

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„Ohne die Vereine wäre die Gesellschaft nur halb so schön“, sagte Ilse Aigner, deren Heimatgemeinde ähnlich groß sei wie Ampfing – mit entsprechendem Vereinsleben. Sie verglich das Staatswesen mit einem Baum, dessen Blätter und Blüten nur dank Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement sprießen könnten. Dafür dankte sie wie ihre Vorredner allen ehrenamtlich Engagierten ausdrücklich. Diesem Dank schloss sich auch CSU-Landratskandidat Max Heimerl an.

In die Ehrenamtstätigkeit bezog Ilse Aigner dezidiert auch das politische Engagement mit ein und wies dabei auf die Bedeutung der Kommunalwahlen hin. Die Kommunalpolitik sei die Basis der Demokratie und es sei nicht selbstverständlich, wenn sich Bürger bereit erklärten, langfristig Verantwortung zu übernehmen.

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Zum jüngsten politischen Geschehen in Thüringen stellte Aigner fest: „Da sind Brandmauern gefallen“ und forderte eine klare Abgrenzung aller Demokraten nach links und nach rechts. In der Demokratie könnten Fehler passieren, aber die seien reparabel. Diktaturen hingegen sei das Fehlen von Meinungsfreiheit und Mitbestimmung systemimmanent, das heißt, hier liege der Fehler im System.

Neben der freiheitlichen Grundlage sah sie in Bayern aber auch die wirtschaftliche Leistung von Unternehmern – hier betonte sie nicht zuletzt die Stärke des Mittelstandes – und Bürgern als Grund für die gute Lebenssituation. Heute gelte es, die richtigen Weichenstellungen für die Zukunft zu treffen, wobei sie auf das geplante Zentrum für biobasierte Materialien zu sprechen kam, dessentwegen am selben Tag Ministerpräsident Markus Söder nach Waldkraiburg gekommen war.

Technologie-Offenheit beim Thema Auto

Technologische Lösungen seien zukünftig unverzichtbar, um das Thema „Klima“ in den Griff zu bekommen. Dabei plädierte Aigner auch beim Thema „Auto“, einem der wesentlichen Industriezweige in Bayern, für Technologie-Offenheit.

Ihre weiteren Ausführungen betrafen die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs auch auf dem Land und die Notwendigkeit, in die gesamte Bandbreite der Bildung zu investieren. Das stark gegliederte Schulsystem sah sie als Stärke Bayerns. Wichtiger als das Statusdenken mancher Eltern sei dabei jedoch, den Kindern die für sie besten Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.

Auf die Kommunalpolitik zurückkommend sagte Aigner, die hier getroffenen Entscheidungen müssten für die jeweiligen Gemeinden und Landkreise passen: „Es muss nicht überall gleich sein.“

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