Ökologische Aufwertung: Neues Konzept für den Landkreis Mühldorf

Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürnerund LPV-Geschäftsführerin Elisabeth Knapp informierten über „natürlich Bayern“. Bauer
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Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürnerund LPV-Geschäftsführerin Elisabeth Knapp informierten über „natürlich Bayern“. Bauer

Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürner stellt Konzept für „Eh-da-Flächen“ vor. Geodatenanalysen werden finanziell gefördert.

Schwindegg/Mühldorf –  Auf Initiative von Mühldorfs Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürner wurde das Projekt der „Eh-da-Flächen“ im Landkreis Mühldorf vorgestellt. „Eh-da-Flächen“ sind Flächen, die in der Agrarlandschaft und in Siedlungsbereichen vorhanden sind, aber keiner wirtschaftlichen Nutzung oder naturschutzfachlicher Pflege unterliegen. Sie bieten Potenzial zur ökologischen Aufwertung. Dürner hat sich mit dem Konzept an Umweltminister Glauber gewendet und um Unterstützung bei der Umsetzung in den Städten und Gemeinden gebeten.

Analyse der Geodaten

Kernpunkte in Dürners Schreiben waren die finanzielle Förderung der Geodatenanalysen, die Grundlagen für ein landschaftsbezogenes Flächenmanagement sind sowie die Unterstützung der ökologischen Aufwertungsmaßnahmen in den Kommunen.

Dürner beantragte, derartige Maßnahmen etwa im Sinn einer Aufnahme in die Ökokonten der Kommunen zu prüfen. Dieser Ansatz soll landkreisweit mit der Einbeziehung der der Landschaftspflegeverbände umgesetzt werden“, regte Dürner an. Der Umweltminister schlug vor, dass der Landschaftspflegeverband Mühldorf einen entsprechenden Förderantrag zur Erfassung der ökologischen Optimierung von „Eh-da-Flächen“ im Landkreis bei der Naturschutzverwaltung einreichen solle. Im Projekt „natürlich Bayern“ und im Rahmen des „Blühpaktes Bayern“ bereitet das Umweltministerium eine Infokampagne für mehr Insektenvielfalt in den Gemeinden vor.

Skeptisch beurteilt das Umweltministerium die Anerkennung dieser Flächen als Ausgleich für Eingriffe in die Natur. Die kann, so der Umweltminister, nur im Einzelfall beurteilt werden. Sie sei allerdings bei Kleinflächen in intensiv genutzten Landschafsbereichen, wie in Siedlungen und an Verkehrswegen, in der Regel nur selten gegeben.

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Dürner stellte zusammen mir Elisabeth Knapp, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes, bei seiner letzten Bürgermeisterversammlung in Schwindegg die Umsetzung der „Eh-da-Flächen“ vor. „Der Landschaftspflegeverband nimmt 2021 bis 2022 am Projekt ,natürlich Bayern teil‘“, berichtete Knapp. Bei der Umsetzung des Projekts wird auch eng mit der Öko-Modelregion Mühldorfer Land zusammengearbeitet.

Der Landschaftspflegeverband berät, initiiert und setzt insektenfreundliche Maßnahmen in Kommunen, auf Landwirtschafts-, Kirchen-, Privat- oder Gewerbeflächen um und informiert die Öffentlichkeit darüber. Mit diesen Maßnahmen auf kommunalen „Eh-da-Flächen“ ist die Schaffung von blütenreichen Wiesen, Äckern, Säumen durch Mähgutübertragungen oder Aussaat des selbst geernteten Samenmaterials möglich.

Saatgut direkt vor Ort gewinnen

„Unser Ziel ist die Saatgutgewinnung vor Ort, die Aufwertung von Flächen durch gezielte Pflege oder Nachsaat, die Beratung von Kommunen, Kirchen, Betrieben, Vereinen, Landwirten und Privatpersonen. Dazu kommt die Schulung von kommunalen Bediensteten (Bauhöfe) zur insektenfreundlichen Bewirtschaftung von Flächen“, erklärte die LPV-Geschäftsführerin.

Das Eh-da-Konzept für die landschaftsbezogene Artenvielfalt gibt es zur Zeit in Deutschland in 29 Gemeinden. 25 Gemeinden sind in der Planung für die Umsetzung des Konzepts und 66 Kommunen informierten sich darüber.

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