Obertaufkirchen: Michael Reiser stirbt im Alter von 33 Jahren

„Weils grad so staad is, müsste ich euch was sagen“. Mit diesem Satz leitete Michael Reiser beim alljährlichen Gemeinde-Hoagartn zum nächsten Programmpunkt über oder erzählte eine seiner humorvollen Geschichten. Diese Stimme ist jetzt verstummt. Er starb im Alter von nur 33 Jahren.

Obertaufkirchen – „Dabei war er gerade wieder auf dem Weg der Besserung“, sagt Zweiter Bürgermeister Georg Thalmeier (CSU), für den Michael Reiser fast so etwas wie sein eigener Sohn war, da er ihn von Kindesbeinen kannte. Reiser hatte den Kampf gegen eine Krebserkrankung, mit der er sehr offen umging, aufgenommen und war erst vor Kurzem aus einem Krankenhaus in München entlassen worden.

Mit Leidenschaft für die Belange der Bürger eingesetzt

Michael Reiser sei ein „warmherziger, fröhlicher und einnehmender Mensch“ gewesen, beschreibt ihn Bürgermeister Franz Ehgartner (FWG Heimattreue Obertaufkirchen). Der 33-Jährige saß seit 2014 für die CSU im Gemeinderat und war jemand, der sich leidenschaftlich mit diesem Amt identifizierte und für die Belange der Bürger einsetzte. Dank seiner großen Bekanntheit erzielte er bei der Wahl aus dem Stand das viertbeste Ergebnis aller Gemeinderäte.

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Im Alter von 18 Jahren trat er der CSU bei. Bei der Nominierung der CSU-Kandidaten für den Kreistag hätte er die Nachfolge von Georg Thalmeier antreten sollen. Im Ortsverband war er dessen Stellvertreter und kümmerte sich im Hintergrund um die Organisation von diversen Veranstaltungen.

Geschichten auf unnachahmliche Weise präsentiert

Dazu zählten beispielsweise das Maibaumaufstellen, der Ball der Vereine oder die Stücke des Obertaufkirchner Theatervereins. „Jemand wie den Miche hat jeder Verein gut brauchen können“, so Georg Thalmeier, der sich jetzt Gedanken machen muss, ob er nicht doch noch einmal für den Kreistag kandidieren soll.

Bürgermeister Franz Ehgartner ergänzt, dass Michael Reiser im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde „sehr gut verankert war“.

Ganz vielen Menschen war Michael Reiser aber als Aushängeschild des Gemeinde-Hoagartns bekannt. Dort begeisterte er die Zuschauer mit seinen humorvollen aber auch nachdenklichen Geschichten, die er auf unnachahmliche Weise präsentierte.

Bürger geschickt in seine Geschichten eingebaut

Reisers Lieblingshumorist war der Oberpfälzer Toni Lauerer. Dessen Geschichten und Sketche kannte er beinahe auswendig und Reiser schaffte es immer wieder, wenn er sie vortrug, Ober-taufkirchner Bürger mit einzubauen. Deshalb war er mittlerweile über die Gemeindegrenzen bekannt und ein gern gesehener Gast bei Advents- oder Weihnachtsfeiern.

Bevor Michael Reiser in den Gemeinderat einzog, war er acht Jahre im Pfarrgemeinderat aktiv. Zudem ist er Obmann bei der Marianischen Männerkongregation. Dort hat er es durch sein couragiertes Engagement geschafft, die Organisation deutlich zu verjüngen. Beruflich war er erst beim Ordinariat in München und dann bei der Marianischen Männerkongregation in Altötting als Sekretär tätig.

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