„Nicht übers Ziel hinausschießen!“ Sandra Bubendorfer-Licht wird Direktkandidatin für den Bundestag

Sandra Bubendorfer-Licht zieht als Direktkandidatin in den Bundestagswahlkampf 2021. Zusammen mit Altöttings-Kreisverbandsvorsitzendem Konrad Kammergruber (links) und Landtagsvizepräsident Wolfgang Heubisch.
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Sandra Bubendorfer-Licht zieht als Direktkandidatin in den Bundestagswahlkampf 2021. Zusammen mit Altöttings-Kreisverbandsvorsitzendem Konrad Kammergruber (links) und Landtagsvizepräsident Wolfgang Heubisch.

Zumindest bei der Nominierung ist die FDP vorne dran: Als erste Partei nominierte sie ihre Kandidatin für die Bundestagswahl im nächsten Jahr. Dei Ampfinger Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht zieht im Wahlkreis Altötting als Direktkandidatin in diesen Wahlkampf. Die Listenaufstellung findet voraussichtlich im November statt. Dort will Bubendorfer-Licht auf einen Platz unter die ersten Zehn kommen.

Altötting/Mühldorf – Die frisch gewählte Bundestagsabgeordnete aus Ampfing mahnte bei der Nominierung durch die FDP im Wahlkreis Altötting, der die Landkreise Mühldorf und Altötting umfasst, die Regierung, trotz angespannter Lage Bürger- und Freiheitsrechte nicht über Gebühr zu beschneiden.

13 Stimmen dafür, eine dagegen

Ohne einige der älteren Mitglieder, die es mit Blick auf Corona vorgezogen hatten, der Versammlung fernzubleiben, waren mehr als 20 Personen, darunter 14 stimmberechtige Mitglieder der Kreisverbände Altötting und Mühldorf, im Gasthaus Andechser im Schex zusammengekommen.

Unter Leitung von Landtagsvizepräsident Dr. Wolfgang Heubisch wählten die Anwesenden in einem geheimen Wahlverfahren Sandra Bubendorfer ohne Gegenkandidaten mit 13 zu einer Gegenstimme. In ihrer kurzen Ansprache zeigte sich das junge Bundestagsmitglied, das im Dezember 2019 in das Hohe Haus nachgerückt war und seitdem im Innenausschuss sitzt, kämpferisch.

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Die Zeiten der CSU-Alleinherrschaft im Landkreis seien vorbei, nicht umsonst sei sie die erste Nicht-CSU-Abgeordnete der Region in Berlin. Trotz den aktuell mäßigen Umfragewerten der Liberalen sieht Sandra Bubendorfer große Chancen, für die FDP – um zu verändern. Krise als Chance, um liberale Werte wieder präsenter zu machen. „Wir müssen höllisch aufpassen, dass die Regierung nicht über das Ziel hinausschießt!“ Das Parlament müsse das Heft wieder in die Hand nehmen.

Landtagsvizepräsident Heubisch will das Heft in die Hand nehmen

Das Heft in die Hand nehmen, dazu ruft auch Wolfgang Heubisch an diesem Abend die Liberalen auf. Für die FDP in Bayern tun sich angesichts einer möglichen Kanzlerkandidatur von Markus Söder und eines Schwächelns der Freien Wähler besonders unter einem Hubert Aiwanger, der in seiner Position Kompetenzen vermissen lasse, neue Türen auf. Versäumnisse der Regierungskoalition.

Mehr Bewusstsein für Krisen

Als ehemaliger Kultusminister prangert der Landtagvizepräsident mit Verve die unter Markus Söders Regie vernachlässigte Kultur in Zeiten von Corona an. Der Ministerpräsident ist einfach nicht kulturaffin!“ Keine Frage: Der Wahlkampf wirft seine Schatten voraus.

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Worum es in Zukunft geht? Im an die Wahlveranstaltung anschließenden Interview lässt Sandra Bubendorfer noch etwas tiefer blicken. Mehr Bewusstsein für Krisen schaffen, ohne den Menschen ihre Freiheiten und bürgerlichen Rechte zu nehmen.

Darüber hinaus werden in Zukunft angesichts von einer absehbar höheren Arbeitslosigkeit und Firmenpleiten die liberalen Kernthemen wieder wichtiger. Weniger Polemik, mehr Fakten.

Bubendorfer fürchtet Firmenpleiten

Auch in Sachen Krisenbewältigung. Weniger das Vorpreschen eines einzelnen schaffe Lösungen, sondern eine Zusammenarbeit sowie eine schnelle Kommunikation mit den Bürgern, so die Bundestagsabgeordnete, die sich wegen ihrer Ausschusstätigkeit augenzwinkernd als „Katastrophenberichterstatterin“ bezeichnet. Mit liberaler Politik aus der Krise kommen? „Warum nicht. Schließlich sind wir krisenerprobt und daher die besten Krisenmanager“, lacht Sandra Bubendorf.

Natürlich bleibe man unterm Strich nüchtern. Da auch eine Sandra Bubendorfer kaum Chancen als Direktkandidatin bei der Bundestagswahl haben dürfte, richte sich der Blick auf die Landesvertreterversammlung, resümiert abschließend Konrad Kammergruber.

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