Nicht lange reden, sondern aktiv werden: Klimapreis 2020 geht in diesem Jahr nach Weidenbach

Bild 2051 land_stn_ Bei der Verleihung gab es von Monika Geisberger (Rechts) einen großen regionalen Blumenstrauß für Michaela Kaniber (mitte) links Helmut Geisberger
+
Bild 2051 land_stn_ Bei der Verleihung gab es von Monika Geisberger (Rechts) einen großen regionalen Blumenstrauß für Michaela Kaniber (mitte) links Helmut Geisberger

Der Bayerische Klimapreis 2020 geht in diesem Jahr nach Weidenbach an Monika und Helmut Geisberger. Auf ihrem Hof betreiben sie Landwirtschaft und Floristik. Das Beste: Mit ihrer energieautarken Lebensweise tragen sie aktiv zum Klimaschutz bei. Ein Rundgang auf dem Hof.

Von Rita Stettner

Weidenbach – Das beeindruckte auch die Staatsregierung: Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat neben weiteren Betrieben auch die Weidenbacher Familie mit diesem Ehrenpreis ausgezeichnet, der mit rund 4000 Euro dotiert ist. Ein Rundgang über das Gelände der prämierten Familie.

Energie vom Dach, Wärme aus dem Wald

Der Hellmeier Hof der Geisberger`s ist ein kleinerer landwirtschaftlicher Betrieb im Nebenerwerb. Das Hauptstandbein der Preisträger ist die Floristik, die Monika Geisberger und Tochter Andrea mit sehr großer Leidenschaft betreiben. Die Besonderheit des Hofes ist, dass Betrieb und Privathaushalt seit einigen Jahren energieautark sind. Sowohl beim Strom als auch bei der Wärme ist die Familie unabhängig.

Beleuchtung auf dem Hof wurde auf LED umgestellt

Eigene Stromproduktion und Stromeinsparmethoden spielen hier zusammen: Für Strom sorgt die Photovoltaikanlage, die Beleuchtung auf dem Hof wurde auf LED umgestellt. „Alleine dies bringt der Familie eine Ersparnis von über 11 000 Kilowattstunden Strom im Jahr“, verblüfft Helmut Geisberger. Vorher wurde mit Öl geheizt, in der Zwischenzeit wurde auf Hackschnitzel umgestellt. Das „Futter“ für die Hackschnitzel kommt aus dem eigenen Energiewald. Dieser besteht laut Geisberger überwiegend aus einer Pappelkultur mit derzeit über 6000 Bäumen. Bereits nach einer Wachstumszeit von fünf Jahren, konnte schon der erste Teil gerodet werden.

Lesen Sie dazu auch: Goldener Gockel für Wolfeicherhof: Ministeriums – Auszeichnung für Ferienhof in Eggstätt

Wertschöpfung vor Ort auch bei der Floristik

Im hofansässigen Floristikbetrieb von Monika Geisberger wird großer Wert auf die Wertschöpfung vor Ort gelegt. Sollte die eigene Landwirtschaft Lieferengpässe haben, wird regional dazugekauft. Was dem Floristikbetrieb eine Herzensangelegenheit ist: Dass die Folienverpackung wegfällt. „Wir verpacken mit Naturpapier“, verrät Monika Geisberger. Und dieses wird aus Gras hergestellt. „Meine Überzeugung ist“, so Monika Geisberger, „dass man das, was der Herrgott einem schenkt, auch schätzen sollte, sei es in der Floristik, in der Landwirtschaft oder auch uns gegenseitig.“

Gegen acht weitere Betriebe durchgesetzt

Für den Klimapreis hatten sich neben den Geisbergers acht weitere Betriebe beworben. Eine Expertenjury, unter der Leitung der Landesanstalt für Landwirtschaft hat den Preis der Familie Geisberger zukommen lassen für ihr Konzept als Nebenerwerbsbetrieb mit überbetrieblicher Maschinennutzung, Kurzumtriebs-Plantage und Hackschnitzelheizung, Photovoltaik samt einem Floristikfachgeschäft auf der Hofstelle.

Regionaler Gedanke überzeugt die Jury

Überzeugt hat die Jury der regionale Gedanke, den der Betrieb verfolgt: So werden Schnittblumen und Pflanzen überwiegend regional bezogen. Heu, Stroh, Holz und Rindenteile für Kränze und Gestecke liefert die eigene Landwirtschaft.

Das könnte Sie auch interessieren: Familie Westermaier erklärt, warum sie den Staatspreis bekommen hat

Ministerin Kaniber lobt Konzept mit Vorbildcharakter

„Die innovativen Ideen und Konzepte der Preisträger zeigen vor allem Familienbetrieben praktische Lösungsmöglichkeiten auf, die als Vorbilder dienen können“, begründet Ministerin Kaniber die Auszeichnung. Der Klimawandel stelle gerade die Landwirtschaft vor eine gewaltige Herausforderung.

Frühjahrstrockenheit und Spätfröste fordern die Landwirtschaft

Frühjahrstrockenheit und Spätfrösten hätten gerade in den vergangenen Jahren gezeigt, dass den Landwirten deutlich weniger Zeit zur Anpassung bliebe als ursprünglich vorhergesagt. Umso wichtiger sei es, für die Landwirte, Winzer und Gartenbaubetriebe bereits jetztpraxistaugliche Ideen und Strategien zu entwickeln, wie sie auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften und die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln sicherstellen können.

Nächste Generation steht schon bereit

Die Zukunft verbunden mit nachhaltigem Wirtschaften, das haben auch die Geisbergers im Blick. Besonders freut sich Monika Geisberger darüber, dass auch die junge Generation mit an dem Gleichen Strang zieht und sowohl die Regionalität als auch das aufgebaute mitträgt. Tochter Andrea Deißenböck steht jedenfalls voll hinter dem Konzept. „Wir alleine können nicht die Welt retten, aber wenn jeder einen kleinen Schritt tut dann passiert auch was!“, meint Andrea Deißenböck. Und so wundert es nicht, dass sich die umweltbewusste Familie schon Gedanken darüber macht, wie sie das Geld sinnvoll in neue Technologien investieren kann. „Eventuell Wasserstoff“, so Helmut Geisberger, „um auch die Mobilität auf den richtigen Weg zu bringen!“

Kommentare