Mit Zwölf Jahren schon auf eigenen Füßen gestanden. „Ich habe gearbeitet wie ein Tier!“

Ihr Mann starb allzu früh, Elisabeth Eder musste hart arbeiten, um ihre fünf Kinder zu versorgen. Jetzt unternimmt sie gerne Tagesausflüge. Niederschweiberer

Ihr Mann starb allzu früh, Elisabeth Eder musste hart arbeiten, um ihre fünf Kinder zu versorgen. Jetzt feiert die reiselustige Elisabeth Eder ihren 80. Geburtstag – dieses Mal in der Heimat.

Neumarkt-St. Veit– Dass sie ihren 80. Geburtstag feiert, kann die Jubilarin „noch gar nicht so richtig glauben“. Elisabeth Eder erinnert sich nämlich noch gut an die Feier vor fünf Jahren in Kroatien. Seitdem sind fünf Jahre vergangen. Ihren runden Geburtstag feiert sie nun daheim bei Freunden und Familie.

„Lise“ kam am 12. Oktober 1939 zur Welt und wuchs bei ihren Großeltern im Rottal nähe Eggenfelden auf. „Das waren meine Eltern und ich hatte es wirklich gut bei ihnen“, erzählte Eder. In Zell ging sie zur Schule und kam 1951 an einen landwirtschaftlichen Betrieb, um dort zu arbeiten. Seit dem Zeitpunkt stehe sie auf eigenen Füßen, berichtet die 80-jährige stolz. Bereits ihre Kinder- und Jugendzeit war von viel Arbeit geprägt, frühes Aufstehen und Hausarbeiten waren alltäglich. Die letzten vier Jahre im landwirtschaftlichen Beruf verbrachte Eder als Knecht auf einem Hof in Mitterskirchen. Zu den Kindern der Bauersfamilie hat sie bis heute noch Kontakt.

Besonders genoss sie da als Jugendliche die seltenen Tanzabende. „Aber wenn ich mal abends unterwegs war, dann bin ich nicht mehr so schnell wieder heimgekommen“, fügt die Jubilarin lachend hinzu. Aufgrund gesundheitlicher Probleme durfte sie als junge Frau den Beruf dann nicht mehr ausüben und fand eine Anstellung als Kellnerin in München. In ihrer Urlaubszeit kehrte sie in die Heimat zurück. „Da landete ich in Neumarkt St. Veit“, schmunzelt sie. Beim Schmidwirt lernte sie den Moosner Sepp kennen und lieben und zog nach Zänklfeld. Aus 19 Jahren Ehe gingen fünf Kinder hervor. Tragischerweise verstarb ihr Ehemann früh, für Eder brach eine intensive Zeit an. „Ich habe gearbeitet wie ein Tier, jetzt musste ich die Familie ernähren“, erzählt sie.

Sobald die Kinder aus dem Haus waren, ergriff sie die Reiselust. Mit dem Bus war sie alleine oft fünf Tage unterwegs. „Ich melde mich alleine an und lass mich einfach überraschen“, erzählt sie. Heute fährt sie noch bei Tagesausflügen mit. Außerdem besucht sie jeden Mittwoch den Altennachmittag und strickt gerne Handschuhe und Socken. nib

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