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Stadtplatzsanierung und die Pandemie

Zwischen Baumaschinen und Inzidenzen: So gehen Neumarkter Händler mit Sanierung und Corona um

In der Urlaubszeit wurden die Gehwege asphaltiert, damit die Geschäfte auf dem Neumarkt-St. Veiter Stadtplatz gut erreichbar waren. Am Montag geht es mit der Sanierung weiter. Das untere Tor muss dafür erneut für zwei Wochen gesperrt werden.
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In der Urlaubszeit wurden die Gehwege asphaltiert, damit die Geschäfte auf dem Neumarkt-St. Veiter Stadtplatz gut erreichbar waren. Am Montag geht es mit der Sanierung weiter. Das untere Tor muss dafür erneut für zwei Wochen gesperrt werden.
  • Karlheinz Jaensch
    VonKarlheinz Jaensch
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  • Josef Enzinger
    Josef Enzinger
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Endlich Sommer und offene Geschäfte: Ist nach dem Lockdown für die Einzelhändler auch die Kauflust zurückgekehrt? Die Geschäftsleute ziehen eine erste Bilanz, auch unter dem Eindruck, dass derzeit auf dem Stadtplatz fleißig gebaut wird und Behinderungen in Kauf zu nehmen sind.

Neumarkt-St. Veit – „Unser Hauptgeschäft läuft immer im Winter ab, sodass wir uns eigentlich einen ruhigen Sommer erlauben können“, erklärt Cornelia Marchner vom Brautmodengeschäft „Foxy Brides“. „Im Winter wird nicht viel geheiratet, deshalb ist jetzt nicht so viel los bei uns.“ Im vergangenen Jahr ging wegen des Lockdowns gar nichts. Doch jetzt vergebe sie schon wieder Termine für Ende des Jahres. Schließlich werden die Brautkleider nach Wunsch gefertigt, und das könne bis zu fünf Monate dauern.

Doch sie sagt auch: Viele Heiratswillige seien immer noch unsicher, ob man nächstes Jahr wirklich feiern dürfe. Der Umbau des Stadtplatzes mache ihr nicht zu schaffen. Der Lärm sei zwar manchmal gewaltig. Die Anproben finden aber im hinteren Teil ihres Ladens statt, „und da hört man ihn kaum“.

Wer will schon Bilder mit Mundschutz?

Den Ausfall von Hochzeiten spürt vor allem Fotograf Wolfgang Kluck. Sechs Termine seien 2020 gestrichen worden. Sie seien seines Wissens auch nicht nachgeholt worden. Auch das Interesse an Bildern von Kommunionen oder Firmungen sei nicht gerade groß. „Bilder von Priestern und Bischöfen mit Maske werden kaum gekauft.“ Er spüre jedenfalls von den Erleichterungen nach dem Lockdown so gut wie gar nichts. „Es geht auch sonst nicht viel in dieser Zeit!“

Starke Einbußen, als das untere Tor geschlossen war.

„Während des Lockdowns konnten wir unseren Kunden die Bestellungen ausliefern. Dann lief das Geschäft eine Zeit lang ganz normal“, erklärt Stephan Liebl vom Haushalt- und Eisenwarengeschäft Clemente am Stadtplatz. Sein Geschäft ist vom oberen Tor her durch ein Labyrinth an Bauzäunen erreichbar. Vom Süden her wurde der Bürgersteig mit einer Asphaltdecke versehen für die Zeit, in der die Baufirma Betriebsurlaub angemeldet hatte. „Für die schweren Artikel haben wir auf der Rückseite Vorkehrungen getroffen. Von der Stadtplatzseite läuft alles ziemlich normal. Starke Einbußen hatten wir eigentlich nur in den drei Wochen, als das untere Tor geschlossen war.“

Alles zur Stadtplatzsanierung lesen Sie hier.

Bauarbeiter hilfreich und rücksichtsvoll

Liebl betont, dass die Bauarbeiter ausgesprochen hilfreich seien und rücksichtsvoll arbeiten würden. „Auch die Stadt unterstützt uns nach Kräften.“ Ein Sonderlob gelte dem stellvertretenden Bauhofleiter Thomas Voglsamer, der Ansprechpartner für die Anlieger während der Baumaßnahme ist. Lobend über die Baufirma und die Stadt spricht auch Brigitte Lächele vom Gärtnerladen am Stadtplatz. Ihr Geschäft ist seit Beginn der Arbeiten von Baugruben und Bauzäunen umgeben, aber doch erreichbar. „Wir können unsere Waren draußen anbieten, da sprechen wir uns mit den Bauarbeitern gut ab.“

Kunden schätzen die Begegnungen

Freilich sei dies schwierig für ältere Personen mit Rollator, „aber wir liefern bei Bestellungen gerne aus“. Sie sagt aber auch: „Es wäre schön, wenn bis Mitte Oktober der Platz frei wäre, denn dann brauchen wir den Platz für Grabschmuck.“

Christian Göttlinger, Vorsitzender der Verkehrs- und Werbegemeinschaft und Inhaber eines Lederwarengeschäftes, sagt, dass sich das Kaufverhalten geändert habe: „Es ist anders als vor Corona. Die Kunden freuen sich zwar darauf, bummeln zu können und sie schätzen die Begegnungen. Ich selbst merke, dass beispielsweise Reisegepäck kurzfristig gekauft wird.“ Für ihn als Einzelhändler sei es da schwierig zu planen. „Schwierig auch deshalb, weil wir nicht wissen, was der Politik noch alles einfallen wird.“

Einzig das Parken ist problematisch

Sein Urteil zur Stadtplatzsanierung: „Es überwiegt der Pragmatismus.“ Die Zugänglichkeiten seien gewährleistet. Problematisch sei lediglich das Parken. Wenn man nicht direkt vor dem jeweiligen Geschäft parken könne, aber etwas Schweres einzuladen hat, sei das nicht optimal. „Aber es ist auch kein Supergau.“

Lesen Sie dazu auch: Solidarität wird in Neumarkt groß geschrieben – Rettung für „Foxy Brides“?

So geht es mit den Baumaßnahmen weiter

Das untere Tor in Neumarkt-St. Veit wird ab Montag, 16. August, bis Freitag, 27. August, erneut gesperrt. Die Einfahrt in den Stadtplatz über das Obere Tor ist jederzeit möglich. Die Umleitung ist ausgeschildert und erfolgt über die Birkenstraße und Bahnhofstraße. Zudem wird die Ausfahrt aus dem Stadtplatz in Richtung Johannesstraße zwischen der Raiffeisenbank und Optik Pfaffenhuber ab Montag, 16. August, bis Montag, 23. August, voll gesperrt.

Einbahnregelung für Johannesplatz aufgehoben

Während dieser Sperrung wird die Einbahnregelung für den Johannesplatz aufgehoben. Demnach wird der Verkehr um die Johanneskirche in beide Richtungen verlaufen. Während dieser Zeit sind die Geschäfte beim Unteren Tor und Johannesplatz sowie alle anderen über die Gehwege weiterhin erreichbar. Die Sperrung ist laut Rathaus erforderlich aufgrund von Wasserleitungsarbeiten sowie Kanalbauarbeiten.

Wasserleitung, Kanalbau und Breitband

Anschließend wird auf der nördlichen Westseite im nächsten Abschnitt, Höhe Stadtplatz 19, der Wasserleitungsneubau und die teilweise Kanalbauerneuerung bis zum Oberen Stadttor fortgeführt. Parallel nimmt ab Montag, 16. August, eine Firma Arbeiten im südwestlichen Bereich wieder auf und wird bis Hausnummer 18 den Breitbandausbau fortführen sowie die Gehwege vorbereiten. Parallel werden auch Stromleitungen verlegt.

Im Süden werden Gehwegplatten eingebaut

Von Süden des Bauabschnittes A wird mit dem Einbau der Gehwegplatten begonnen und dann in Handarbeit das Bestands-Kleinsteinpflaster in Segmentbögen im künftigen Straßenbereich/Parkflächen fortgeführt. Diese Arbeiten sollen bis Ende Oktober abgeschlossen sein, danach wird der Abschnitt B im Nordwesten in Angriff genommen und soll bei guter Witterung in den gleichen Arbeitsabläufen bis Ende dieses Jahres fertiggestellt werden.

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