Zusätzliche Stellflächen am Volksfestplatz: Neumarkts Bürgermeister stellt Park-Konzept vor

Die violett markierten Flächen stellen die Parkflächen am Stadtplatz dar, plus die Stellplätze am ehemaligen Rathaus, beiseits der Adlsteiner Straße. Der aktuelle Bestand direkt am Stadtplatz wird mit 155 angegeben und basiert auf die Planung von Stadtplanerin Elke Berger aus dem Jahr 2018. Wenn Baumgartners Vorschlag von 40 weiteren Stellflächen am Volksfestplatz (rot markiert) umgesetzt wird, könnte man die Parkdauer auf allen Parkplätzen vor dem Rathaus (siehe Johannesstraße) zeitlich begrenzen. Dauerparker müssten dann auf den Volksfestplatz ausweichen.Klinger

40 weitere Parkplätze in Stadtnähe – das verspricht ein Vorschlag, den Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses dem Gremium vorgestellt hat: Er will den Festplatz entsprechend umgestalten lassen, um zusätzliche Stellplätze zu schaffen.

Von Josef Enzinger

Neumarkt-St. Veit – 20 Stellplätze sind vor zwei Jahren an einem städtischen Grundstück an der Elsenbacher Straße entstanden, schon im Dezember 2016 waren die Parkflächen hinter dem alten Rathaus freigegeben worden. Jetzt sollen weitere hinzukommen, um den Stadtplatz vom Verkehr zu entlasten. Vor allem für Dauerparker seien die neuen Stellplätze gedacht, wie Baumgartner bei der Vorstellung seines Konzeptes betonte. Anhand einer Skizze erklärte er dem Ausschuss, dass auf städteeigenem Grund des Festplatzes bis zu 40 Parkplätze möglich sein könnten. „Oder alternativ knapp 30 plus Busparkplatz.“

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Die Umsetzung sei relativ einfach zu bewerkstelligen, erklärte Baumgartner. Zumal der feste Untergrund bereits bestehen würde. Der Bauhof könne in relativ kurzer Zeit für die Abgrenzungen sorgen. Der Bolzplatz bliebe von der Aufstockung der Parkflächen unberührt. Mit der Ausweisung dieser Parkplätze hätten die Konsequenz, dass die Parkdauer auf den Stellplätzen vor dem Rathaus dann komplett beschränkt werden könnten, auf zwei bis drei Stunden. Denn: Bislang sei es so gewesen, dass die unbeschränkten Parkplätze schon frühmorgens zugeparkt seien, wohl von Personen, die am Stadtplatz beschäftigt seien. „Diese müssten lediglich 100 Meter mehr Weg zum Stadtplatz in Kauf nehmen“, argumentierte Baumgartner für die Lösung am Volksfestplatz. „Der Druck wäre weg, was Parkplatzforderungen betrifft“, schloss der Rathauschef.

Zusätzliche Parkflächen würden der Stadt rund 15 000 Euro kosten

Auf die Frage nach den Kosten bezifferte Baumgartner den Aufwand auf rund 15 000 Euro, machte dabei deutlich, dass der Bauhof Holzplanken verbauen werde. Eine geplante Einzäunung des Areals wäre im Bedarfsfall schnell abgebaut, „wenn wieder Mal Volksfest wäre“.

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Stadtrat Ludwig Spirkl (SPD) war begeistert: „Eine hervorragende, supergute Idee. Sie trägt dazu bei, dass sich die Parkplatzsituation am Stadtplatz entspannt!“

Auf die Frage von Peter Hobmaier (UWG) bezüglich des Durchgangs für Schüler, von der Rottbrücke bis zur Johannesstraße, erwiderte Baumgartner, dass dieser erhalten bliebe. Der Bürgermeister ergänzte, dass es zwar nicht notwendig sei, bei dieser finanziell überschaubaren Maßnahme die Zustimmung des Ausschusses einzuholen, bat aber um Zuspruch, den er auch erhalten hat. Eine formale Abstimmung erfolgte nicht.

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Er ergänzte, dass bei der Verkehrsschau, die am 8. Juli zusammen mit der Polizei stattfinden soll, geklärt werden soll, wie und ob sich der Busparkplatz realisieren ließe. Welche Haushaltsstelle für die Schaffung der Parkplätze herhalten muss, ließ Baumgartner offen. „Da müssen wir im Haushalt noch etwas zaubern!“

Parkplatzidee ist nicht neu

Die Idee, den Volksfestplatz Dauerparkern zur Verfügung zu stellen, ist nicht neu. In der Stadt Mühldorf sollte vor dreieinhalb Jahren die angespannte Parksituation im Stadtkern entlastet werden, indem manParkflächen am Volksfestplatz zur stellte. Es wurde sogar ein Shuttlebus eingesetzt, um die Stellplatznutzer vom Volksfestplatz in die Altstadt zu befördern. Nach einem halben Jahr, im Juni 2017, hatte der Haupt- und Kulturausschuss der Stadt Mühldorf dann aber das Aus für den Shuttlebus vom Volksfestplatz bis zum Hallenbad beschlossen. Der Grund: Die Kosten für den Bus, in Höhe von rund 100000 Euro standen nicht im Verhältnis, zumal das Angebot von den Autofahrern auch nicht angenommen wurde.

Wie viele Stellplätze sind es tatsächlich? Stadt kündigt Zählung an

Die Stellplätze auf dem Neumarkt-St. Veiter Stadtplatz sind im Zuge der Planungen für die Stadtplatzsanierung in den vergangenen Jahren immer wieder in den Fokus der Diskussion gerückt. Die geplanten Ruhezonen würden auf Kosten der Stellplätze in unmittelbarer Nähe zu den Geschäften entstehen, wurde dabei oft kritisiert. Tatsächlich beinhaltete das erste Grobkonzept, das die Planerin Elke Berger 2018 vorgestellt hatte, eine Reduzierung von 155 auf 115 Parkplätze. Die Johanneskirche wurde als Kleinod bezeichnet, das mehr Platz verdient hätte, hatte die Architektin argumentiert. Die Parkplatzanzahl um die Kirche sollte demnach von 27 auf zehn reduziert werden.

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Anlieger waren auf die Barrikaden gegangen

Nach einer Anliegerversammlung hatte man vom geplanten Rückbau der Parkplätze dann Abstand genommen. Von damals kommunizierten, bestehenden 155 Stellplätzen würden nach der vom Stadtrat favorisierten Sanierungskonzept im Sommer 132 verbleiben und im Winter 149. Dies sei der aktuelle Stand der Dinge, wie Bürgermeister Erwin Baumgartner gestern auf Nachfrage bestätigte. Zum in den Konzepten dargestellten Parkplatzbestand kündigte Baumgartner nächste Woche eine Zählung an. Hintergrund: Es gibt laut Rathauschef offenbar unterschiedliche Angaben, die im Rahmen der Diskussion zur Stadtplatzgestaltung in die Öffentlichkeit getragen würden. „Wir wollen aufklären und setzen dabei auf maximale Transparenz!“

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