Zoff unter Mühldorfs Kreisräten: Alfred Lantenhammer fordert Rücktritt von Günther Knoblauch

Kämpfer für die A94, Günther Knoblauch, links, und Rupert Wiesböck aus Niederbergkirchen bei der Einweihung der A94 im September 2019 in Fürholz. Jetzt fordert Kreisrat Lantenhammer Knoblauchs Rücktritt, weil er sich nicht für die B15neu einsetzt. Knoblauch reagiert gelassen.
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Kämpfer für die A94, Günther Knoblauch, links, und Rupert Wiesböck aus Niederbergkirchen bei der Einweihung der A94 im September 2019 in Fürholz. Jetzt fordert Kreisrat Lantenhammer Knoblauchs Rücktritt, weil er sich nicht für die B15neu einsetzt. Knoblauch reagiert gelassen.
  • Josef Enzinger
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Den Rücktritt als Vorsitzender des Vereins „Ja zur A94“ fordert CSU-Kreisrat Alfred Lantenhammer von Günther Knoblauch. Er führt das Abstimmungsverhalten des SPD-Politikers bei der Resolution gegen die „B15neu“ als Grund für diese Forderung an und wirft ihm sogar vor, seine Seele verkauft z

Schönberg/Mühldorf – Den Rücktritt als Vorsitzender des Vereins „Ja zur A 94“ fordert CSU-Kreisrat Alfred Lantenhammer von Günther Knoblauch. Er führt das Abstimmungsverhalten des SPD-Politikers bei der Resolution gegen die „B15neu“ als Grund für diese Forderung an.

Respekt ja, Verständnis nein

Lantenhammer redet nicht viel um den heißen Brei herum, kommt in seinem offenen Brief gleich zur Sache: „Ich fordere Dich hiermit auf, als Vorsitzender des Vereins „Ja zur A94“ zurückzutreten“, heißt es gleich in der ersten Zeile. Als Mitglied des Vereins könne er nicht den Vorsitzenden Knoblauch unterstützen, der sich als oberstes Ziel die Realisierung einer Autobahn zum Ziel gesetzt hat, wenn er sich gleichzeitig für einen Planungsstopp einer „autobahnähnlichen“ B 15 neu in den Landkreisen Landshut und Mühldorf ausspricht. Lantenhammer nimmt mit seiner Attacke Bezug auf das Abstimmungsverhalten Knoblauchs im Kreistag Mühldorf.

Knoblauch soll Planungsstopp sogar unterzeichnet haben

Der ehemalige stellvertretende Landrat aus Reihen der SPD hatte sich nicht nur bei der Abstimmung eindeutig positioniert. „Du hast sogar diesen Antrag auf Planungsstopp der B 15 neu eigenhändig unterzeichnet“, wirft ihm Lantenhammer vor.

Lantenhammer hält B 15 neu für genauso wichtig wie die A 94

Für den CSU-Kreisrat aus Schönberg ein Unding: Denn seiner Ansicht nach gehöre die B 15 neu „genauso zu verkehrswichtigen Projekten für die südostbayerische Region wie der Weiterbau der A 94 in den Landkreisen Rottal-Inn und Passau“, für den sich Knoblauch vehement einsetze.

Würdigung von Knoblauchs Einsatz

Lantenhammer betont, dass er Knoblauchs Entscheidung respektiere, schließlich sei dies dessen freie Meinung als Kreisrat des Landkreises Mühldorf. „Genauso möchte auch ich respektiert werden für meine Meinung zum Weiterbau der B 15 neu.“ Schönbergs Bürgermeister würdigt zwar anschließend Knoblauchs Einsatz für die Region, in den Landkreisen Altötting, Mühldorf und Erding und lässt es auch nicht unerwähnt, dass ohne sein Engagement die A94 bis jetzt noch nicht gebaut worden wäre. Doch Lantenhammer findet auch: Die A 94 und Günther Knoblauch gehören zusammen. „Deshalb es für mich völlig unterverständlich, dass Du bei der B 15 neu genau das Gegenteil machst.“

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An wen hat Knoblauch „seine Seele verkauft?“

Er, Lantenhammer, hätte Knoblauch auch als Vorsitzenden des Vereins „Ja zur A 94“, in Sachen B 15 neu lieber an seiner Seite gesehen und auf Unterstützung gehofft. „Warum, und an wen du jetzt Deine ,Seele‘ verkauft hast, kann ich leider nicht nachvollziehen“, erklärt der Schönberger Kreisrat.

Ehemaliger Landtagsabgeordneter reagiert gelassen auf Lantenhammers Attacken

Knoblauch selbst reagiert gelassen auf die Attacke Lantenhammers: „Das eine hat mit dem anderen nix zu tun! Da verwechselt er irgendwas.“ Er verweist auf die Satzung seines Vereins, in der ausdrücklich der Fokus auf die A 94 gelegt sei und eben nicht auf die B 15 neu. Er respektiere Lantenhammers Einsatz und den Feuereifer, den er im Kampf für die B 15 neu an den Tag lege, warnt aber davor, ein Fass aufzumachen. Man gefährde mit der aktuellen Forderung nach einer neuen B 15 die Ortsumfahrungen, die dringend gebaut werden müssten.

Knoblauch spricht von Phantom-Diskussion

Die Diskussion zur B 15 neu bezeichnet Knoblauch als „Phantom-Diskussion“, die erst dann relevant sei, wenn die Umfahrung von Landshut unter Dach und Fach sei. Von 20 bis 30 Jahren spricht Knoblauch konkret bei der B 15 neu. „Eher wird da nichts passieren“, sagt Knoblauch, „vorher sollte man die Leute nicht narrisch machen!“ Vielmehr gelte es abzuwarten, ob nicht Umgehungsstraßen für die Entlastung sorgen, der Neubau einer Straße sogar hinfällig werden könnte.

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Corona-Krise wird die Geldmittel mindern

Der ehemalige Landtagsabgeordnete der SPD stellt sich klar hinter Ortsumfahrungen, beruft sich auf die Erfahrungen entlang der B 12. „Wenn wir immer einen baldigen Bau der A 94 als Argument herangezogen hätten, wäre entlang der B 12 vorher nicht viel passiert.“ Die Gemeinden wären nicht entlastet worden, erklärt Knoblauch.

Corona-Krise wird finanzielle Einschnitte bringen

Und dann bringt er auch noch die Corona-Krise ins Spiel. Er rechnet mit enormen finanziellen Einschnitten. Die Regierung werde sich sehr wohl überlegen, wofür sie Geld ausgibt. „und dann wird sie es sicher nur einmal ausgeben.“

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