Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Im Gemeinderat geht‘s hoch her

„Dann geht halt nach Neumarkt“: Zoff in Niedertaufkirchen um Anhebung der Kita-Gebühren

Nicht optimal, aber alltagstauglich: Mit Containern stellt die Gemeinde Niedertaufkirchen seit 2019 das Betreuungsangebot sicher.
+
Nicht optimal, aber alltagstauglich: Mit Containern stellt die Gemeinde Niedertaufkirchen seit 2019 das Betreuungsangebot sicher.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
    schließen

Seit 2018 hat sich bei den Gebühren für den Besuch von Krippe und Kindergarten in Niedertaufkirchen nichts geändert. Jetzt diskutierte der Niedertaufkirchener Gemeinderat eine Erhöhung der Sätze. Dabei kam es zu einem heftigen Schlagabtausch.

Niedertaufkirchen – Am Ende sprach sich der Gemeinderat bei einer Gegenstimme für eine pauschale Erhöhung um 25 Euro aus. Bei der Diskussion entwickelte sich ein heftiger Disput zwischen Bürgermeister Sebastian Winkler (FWG) und Markus Schlagbauer (Die Grünen). Im Vorfeld hatte sich die Verwaltung um deren Geschäftsführer Georg Wagenbauer bei den umliegenden Kindergärten schlau gemacht und deren Sätze mit den Gebühren der Niedertaufkirchener Kindertagesstätte verglichen, in welcher Krippe und Kindergarten vereint sind.

„Es wäre an der Zeit, die Gebühren anzupassen“, eröffnete Bürgermeister Winkler die Diskussion. Und die sollte ergebnisoffen sein. „Wir wollen aus der Diskussion heraus entscheiden“, ergänzte Winkler.

Ein Blick in die umliegenden Gemeinden hatte gezeigt: „Im Vergleich mit den Gebührensätzen in Neumarkt-St. Veit fehlt es bei jeder Buchungsstelle um 30 Euro“, stellte VG-Geschäftsstellenleiter Wagenbauer klar. Am ehesten sei Niedertaufkirchen noch mit dem Kindergarten in Lohkirchen vergleichbar, so Wagenbauer weiter.

Er stellte grundsätzlich fest: „Egal welche Gebühr es am Ende wird, kostendeckend wird der Kindergarten nie.“

Neumarkt-St. Veit hat viel investiert, Niedertaufkirchen nicht

Grünen-Gemeinderat Markus Schlagbauer relativierte zu Beginn der Diskussion die vorgestellten Zahlen: „Der Vergleich mit Neumarkt hinkt. Denn die Stadt hat in den vergangenen Jahren viel Geld in die Hand genommen, um das Angebot zu verbessern. Hier jedoch ist nichts passiert“, kritisierte er. Winkler verwies auf den Kindergartenzuschuss durch die Regierung, monatlich 100 Euro, der den Kindergartenbesuch in Niedertaufkirchen decken würde. Er konnte den Einwurf von Schlagbauer nicht nachvollziehen, zumal die gegenwärtigen Sätze weit unter diesen besagten 100 Euro liegen würden. „Wir haben die 100 Euro nie ausgereizt.“

Nicht der richtige Zeitpunkt, die Gebühren anzupassen

Eine Erhöhung bis 100 Euro wäre auch okay, so Schlagbauer, er fragte sich nur, ob es aktuell der richtige Zeitpunkt ist, die Gebühren anzupassen, wo doch hohe Spritpreise den Geldbeutel der Bürger hart beanspruchen und im Winter auch noch mit hohen Heizkosten zu rechnen sei. „Alles wird teurer.“

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Mühldorf finden Sie hier:

Winkler rechtfertigte die Anpassung mit den Forderungen im Kindergarten und seitens der Elternschaft. „Und die sind sehr, sehr groß. Erst vergangene Woche wurde ein Sonnenschutz gefordert.“ Er rechne mit Ausgaben in Höhe von 10 000 Euro. Es entwickelte sich ein Hin und Her. Winkler sagte, dass 25 Jahre kein Sonnenschutz nötig gewesen sei. Schlagbauer argumentierte mit dem immer heißer werdenden Sommer.

„Dann geh halt nach Neumarkt...“

In der weiteren Diskussion pendelten sich die Vorschläge zur Erhöhung auf 25 Euro ein. Peter Danner (FWG) etwa argumentierte, dass 25 Euro das Mindeste sei. „Schließlich ist der Betrieb der Klimaanlage teuer, und auch die Heizkosten werden steigen. Hier entgegnete Schlagbauer, dass der Betrieb der Klimaanlage der Containerlösung geschuldet sei. „Da hätte man gleich was Gescheites machen sollen.“ Wieder verglich er Niedertaufkirchens Kindergarten mit Neumarkt, worauf Winkler konterte: „Dann geh halt nach Neumarkt, wenn es bei uns nicht schön genug ist.“ Er wundere sich, warum so viele Leute nach Niedertaufkirchen ziehen, ein Eigenheim bauen würden, „wenn wir hier scheinbar alles falsch machen“.

Vorwurf der unqualifizierten Argumentation

Dass ausgerechnet Schlagbauer die Zwischenlösung in Form von Containern kritisiert, um den Betreuungsbedarf abzudecken, überraschte Winkler. „Ohne Container hätte Dein Kind keinen Kindergartenplatz bekommen.“ Winkler warf Schlagbauer daraufhin vor, in seiner Funktion als Gemeinderat unqualifiziert zu argumentieren.

Erhöhung bedeutet einen Euro pro Tag mehr

Andreas Huber (FWG) rechnete dann vor, dass die Erhöhung bei der Buchung eines regulären Betreuungsangebotes knapp einen Euro Mehraufwand pro Tag bedeute. Ein Aufwand, der jungen Eltern zuzumuten sei, fand auch die überwältigende Mehrheit des Gemeinderates.

Mit 10:1 Stimmen wurde die Gebührenerhöhung um 25 Euro pro Buchungszeitraum zugestimmt. Markus Schlagbauer war als Einziger dagegen. Die Änderungssatzung wird entsprechend umformuliert.

3,6 Millionen Euro für die Erweiterung

Der Niedertaufkirchener Gemenderat hat in seiner Märzsitzung 2022 beschlossen, die Kindertageseinrichtung im Ort um je eine Krippen-, eine Kindergarten- und eine Hortgruppe zu erweitern.

Die neuen Räume sollen ab September 2024 zur Verfügung stellen, wie es im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Jahr 2022 hieß. Laut Schätzung kommen auf die Gemeinde Kosten in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro zu. 2022 sind rund 407 500 Euro eingeplant, 2023 circa 2,2 Millionen Euro und 2024 eine weitere Million Euro. Die Gemeinde rechnet mit einem Zuschuss von der Regierung von Oberbayern in Höhe von 1,645 Millionen Euro. Gegebenenfalls sei auch mit einem Förderprogramm vom Bund in Bezug auf die Hortplätze zu rechnen.

Mehr zum Thema

Kommentare