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BAYERNWERK

Mit Ziehstrumpf durch das Rohr

In der Muffengrube werden die Kabel eingezogen und dann aufwendig miteinander verbunden.
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In der Muffengrube werden die Kabel eingezogen und dann aufwendig miteinander verbunden.

Die Bauarbeiten zum Ausbau des Stromnetzes in der Region Neumarkt-St. Veit sind weit fortgeschritten. Bis Jahresende soll das 110-kV-Erdkabel zwischen Hörbering und Noppenberg komplett verlegt sein.

Neumarkt-St. Veit – Wie ein braunes Band zieht sich die unterirdische Stromtrasse über Hügel, Felder und durch Wälder von Hörbering in Richtung Noppenberg. Die Rohre für die 110-kV-Erdkabel sind schon verlegt, die Gräben sind wieder eingeebnet, teilweise ist schon wieder Gras angesät. Als Wanderbaustelle arbeitet sich der Bautrupp vom Umspannwerk Hörbering in Richtung Freileitung bei Noppenberg vor. „Etwa zwei Drittel des Tiefbaus sind geschafft, aktuell werden die Kabel eingezogen und an acht Muffen stand orten miteinander verbunden“, sagt Bayernwerk-Projektleiter Markus Schmitt.

Akkurates Arbeiten

Mittels eines knapp neun Kilometer langen Erdkabels wird das Umspannwerk Hörbering mit der Freileitung bei Noppenberg verbunden. Bayernwerk reagiert damit auf die steigenden Einspeiseleistungen erneuerbarer Energien (wir berichteten). In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anzahl regionaler Erneuerbarer-Energien-Anlagen verfünffacht. Seit August laufen die Arbeiten für das Acht-Millionen-Projekt, bis Ende des Jahres soll alles fertig sein. Anfang nächsten Jahres soll die Leitung offiziell freigeschaltet werden.

Traktoren ziehen die bis zu neun Tonnen schweren Kabeltrommeln zu den Muffenstandorten. „In welche Richtung die Kabel gezogen werden, orientiert sich am Geländeverlauf“, sagt Markus Schmitt. Mehrere Meter lang ist die Muffengrube, in der die Kabelteilstücke eingezogen und dann miteinander verbunden werden. Die Technik ist zeitaufwendig: Eine Woche sind die Arbeiter damit beschäftigt, alle Kabel an einem Muffenstandort einzuziehen, weitere zwei Wochen nimmt die Montage in Anspruch.

Mit Pressluft wird zunächst ein Nylonseil in die zwischen 600 und 1000 Meter langen Rohre zum nächsten Muffenstandort befördert. Dort wird ein Stahlseil daran befestigt und zurück zum vorherigen Standort gezogen. Am Stahlseil ist eine Bürste befestigt, die den einwandfreien Zustand des Rohrs kontrolliert. Mithilfe eines Ziehstrumpfs wird das Erdkabel am Stahlseil befestigt, um es zum vorherigen Standort zurückzuziehen. Langsam und gleichmäßig verschwindet das Kabel im Rohr, das ein Arbeiter dick mit Gleitmittel einschmiert.

Sobald alle sechs Kabel der beiden Stromkreise und der Lichtwellenleiter eingezogen sind, beginnt die Feinarbeit in der Muffengrube. Diese wird eingehaust, um witterungsunabhängig die Kabel miteinander zu verbinden. In einem Bogen werden die Kabel in der Grube auf Sand ausgelegt. Damit bekommt das Kabel den nötigen Raum, um sich bei verändernden Temperaturen ausdehnen zu können.

„Das Kabel wird zunächst geschält, um den Aluminiumkern zu isolieren“, beschreibt Markus Schmitt die Montage. Schraubverbinder bringen die Kabelenden zusammen, bevor die Isolierung wiederhergestellt und ein etwa ein Meter langer Muffenkörper über den Kabelenden befestigt wird. Diese Montage erfordert ein akkurates Arbeiten: Die Rohre werden abgedichtet, damit weder Wasser noch Dreck eindringen. Und die Kabelenden werden mit Alkohol gereinigt, bevor die einzelnen Lagen wieder aufgebaut werden. „Da darf kein einziges Staubkorn drin sein“, sagt Markus Schmitt. Damit keiner die großen Kabeltrommeln beschädigt, gibt es auf der Baustelle nachts einen Wachdienst.

Bis Ende des Jahres soll die Baumaßnahme abgeschlossen, Anfang nächsten Jahres soll die neue Stromtrasse ihren Betrieb aufnehmen.

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