Nachruf auf Ludwig Reichl senior aus Zangberg

Ludwig Reichl senior
+
Ludwig Reichl senior

Zangberg – Feuerwehr, Krieger- und Soldatenkameradschaft und Schützenverein verabschiedeten sich mit Fahnen am Grab von ihrem treuen Mitglied, und der Männergesangverein bot einem seiner eifrigsten Sangesbrüder mit „Jetzt muss ich aus mein‘ Haus“ ein letztes Ständchen dar.

Ludwig Reichl senior verstarb im Alter von 79 Jahren. Reichl wurde auf dem elterlichen Hof in Stegham geboren und wuchs dort mit zwei Schwestern auf.

Früh musste er Verantwortung für die Landwirtschaft übernehmen und mit 23 Jahren wurde ihm der Hof übergeben. Bald darauf schloss er 1966 mit Marille den Bund der Ehe, aus der drei Söhne hervorgingen.

Nach einer kurzen Beschäftigung bei der Nitrochemie war er von 1975 an für 31 Jahre Gemeindearbeiter. Im Gemeinderat war er von 1984 bis 1996 vertreten und das Amt als Feldgeschworener übte er von 1974 bis 2003 aus.

Auch die Vereine lagen ihm am Herzen. Der Feuerwehr gehörte er über 60 Jahre an. Auch bei den Veteranen, beim Schützenverein und beim Sportverein war er langjähriges Mitglied. Seine besondere Liebe galt aber dem Männergesangverein, dem er 62 Jahre lang angehörte. Davon war er insgesamt 13 Jahre als Vorsitzender aktiv und 17 Jahre war er Zweiter Vorsitzender des Vereins. Auch als Jäger und Imker war er tätig und die Waldarbeit erledigte er eifrig. Besonders genoss er die Ausflüge mit den Zangberger Motorradfreunden, die öfter ins benachbarte Ausland fuhren.

1995 kaufte sein Sohn Ludwig junior das Wagner-Wirt-Anwesen in der Hofmark. Kurz darauf bezog es Reichl und er eröffnete die verwaiste Schankwirtschaft wieder. Besonders nach der Schließung des Gasthauses Sedlmayr war der Wagner-Wirt Treffpunkt für fast alle Ortsvereine. Auf seine Initiative hin wurden zahlreiche Singtreffen abgehalten und auch die weniger begabten und motivierten Gäste mussten mit ihm ein Lied anstimmen.

In den letzten Jahren zog er sich aufgrund einer Krankheit zurück. Bis Ende Januar wohnte er alleine, ehe er wegen gesundheitlicher Probleme in mehreren Einrichtungen untergebracht war. Am 1. September schloss er im Augustinum in Schwindegg für immer seine Augen. hhr

Kommentare