Ein Wirtshaus voller Musikanten beim Patenbitten

Neumarkt-St. Veit - 18 Oberbergkirchener Musikanten spielten bereits einige Zeit im Gewölbesaal vom Gasthof Gantenham zur eigenen Unterhaltung, als vom Hof her eine große Trommel schlug, Trompeten ertönten und 24 Musikanten der Blaskapelle Kraiburg, angeführt vom Vorstand Sepp Wilhelm, einmarschierten.

Anlass des Musikantentreffens war das Patenbitten der Kraiburger bei ihren Oberbergkirchener Freunden um Unterstützung bei der 25-Jahrfeier am 11. Und 12. Juli. Im Übrigen blieben die Musiker unter sich, lediglich einige Oberbergkirchener Vorstandsmitglieder waren mit dabei. Eine Zeit lang spielten die beiden Blaskapellen regelrecht um die Wette, bis die Zeremonie des Patenbittens anlief. Die Angebote der Kraiburger trieb der Oberbergkirchener Vorstand Hans Stadler ständig in die Höhe, bis er sich mit seinem Kraiburger Freund und Kollegen bei zwei 30-Liter-Fassl Bier und einer bayerischen Brotzeit einigte. Um das übliche Scheitlknien kam der siebenköpfige Festausschuss des Jubelvereins freilich nicht herum. Was ihnen die Paten an Stärkung boten, verlangte nach starkem Magen: rohes Ei, in Rotwein verquirlt, als Aperitif, Weißwürste mit Himbeermarmelade und Hefeteig-Brezn zum Hauptgang, dazu Schneemass aus dem "Kaibekübe" (Kälber-Tränkkübel). Und weil die Bittsteller ja Musikanten waren, kamen sie um eine musikalische Prüfung nicht herum. Auf dem Scheitl hoch auf dem Tisch mussten sie "Hoch auf dem gelben Wagen" spielen, vom Musemoasta Sepp Eibelsgruber gemeinerweise zuerst mit vier Kreuzen gesetzt, und weil ihm dies nicht gefiel, dann mit einem Kreuz in G-dur. Nach Bestehen dieser Probe wurden sie nach fast einer Stunde auf oder hinter dem Scheitl vom Knien erlöst. Dann zapfte Ehrenmitglied Franz Hopf das erste Fassl an, und die Feier nahm ihren fröhlichen Fortgang. Dabei taten sie die "jungen Wilden", vier Spitzensolisten der Oberbergkirchener, besonders hervor. Fotosgth

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