Wenn Kinder Kunst schaffen und andere diese zerstören

Auch die Silhouette der Stadt wurde abgebildet.

Was mich freut, was mich ärgert: Bunte Steinschlange an der Rott kaputt gemacht – Jetzt wächst sie wieder

Von Josef Enzinger

Neumarkt-St. Veit – Es fing ganz langsam an. Ein Zettel, der zum Mitspielen auffordert und drei, vier bemalte Steine entlang des Weges an der Rott. Einige Tage später war die Schlange dann schon ordentlich gewachsen: Fünf Meter lang ist die Steinreihe mittlerweile und viele, viele bunte Steine wurden aneinandergereiht. Der Spiellaune sind keine Grenzen gesetzt. Manche Steine sind naturbelassen, andere kunstvoll verziert. Auch Muscheln und Schneckenhäuser passen sich gut in die Reihe ein. Auf jeden Fall ein netter Spaß, der trotz Ausgangsbeschränkung auf das Gemeinsame anspielt.

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Schade, nur, wenn dieses gemeinsame Spiel der Zerstörungswut zum Opfer fällt. Davon berichtet nämlich Maria Anna Kerscher aus Hörbering. Sie war mit ihrem Patenkind Marina Raab und deren Sohn Luca am Nachmittag an der Rott spazieren gegangen. An der Rott-Brücke auf Höhe Freibad und in Richtung Sportplatz begannen Marina und Luca dieses Corona-Steine-Spiel. „Tage zuvor hatten sie Steine gesammelt und bemalten diese Steine mit schönen Motiven bemalt“, erzählt die Hörberingerin.

Jeder darf gerne mitmachen

Marina legte die Steine auf dem Boden und einen großen Zettel dazu wie das Corona-Steine-Spiel funktioniert. Zum Schluss schrieb sie noch drauf, dass alle gesund bleiben sollen. „Jeder darf während der Corona-Zeit mitmachen und auch gerne mehrmals!“

Und die Corona-Steine-Kette wuchs täglich, verlängerte sich schnell. „Sie gefiel den Menschen!“, ist Kerscher überzeugt. Am vergangenen Samstag jedoch schickte ihr das Patenkind Marina ein Foto, das eine Kette zeigte. „Wir waren ganz schön verärgert!“, gibt Kerscher zu. „Es ist nicht schön, wenn Kinder in diesen Zeiten nicht mal kreativ sein oder Ideen haben dürfen!“

Auch Mama, Papa, Oma und Opa dürfen kreativ sein

Die Hörberingerin wollte die Kette selbst reparieren, schaute am Nachmittag nach dem Rechten. Und siehe da: Jemand anders war ihr zuvorgekommen, hatte wieder Stein an Stein gereiht.

„Anscheinend waren andere Bürger auch entsetzt über diese Zerstörungswut und haben die Corona-Steine-Kette wieder hergestellt. Das Spiel kann also weiter gehen!“, fordert Kerscher nun auch andere auf, ihre Kreativität walten zu lassen. „Ich bin mir sicher, dass sich die Kinder sehr darüber freuen würden, wenn sie hier mit machen dürfen. Aber natürlich auch Mama, Papa, Oma und Opa!“

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