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Wegweisende Entscheidung

Weil gerade genug Geld da ist: Zwei Fahrzeuge für die Niederbergkirchener Feuerwehr

Die Feuerwehr in Polling hat bereits ein HLF10: So sieht das Fahrzeug aus, das die Feuerwehr Niederbergkirchen bekommen soll.
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Die Feuerwehr in Polling hat bereits ein HLF 10: So sieht das Fahrzeug aus, das die Feuerwehr Niederbergkirchen bekommen soll.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Der Gemeinderat stimmt nach längerer Diskussion der Anschaffung eines HLF 10 und Mannschaftstransportwagens zu und kann sich auch auf die Unterstützung der Feuerwehr verlassen. Die will nämlich einen stattlichen Geldbetrag beisteuern.

Niederbergkirchen – Die Galerie in der Mehrzweckhalle war gut gefüllt bei der jüngsten Niederbergkirchener Gemeinderatssitzung. Ein dutzend Männer in Vereins-Shirts und Pullis der Feuerwehr Niederbergkirchen waren als Zuhörer gekommen. Das hatte einen Grund: Der Rat diskutierte die Anschaffung zweier Feuerwehr-Fahrzeuge.

Der Diskussion zugrunde lag ein Antrag auf Beschaffung eines Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuges (HLF 10) und eines Mannschaftstransportwagens (MTW) für die Niederbergkirchener Feuerwehr. Die Führung der Wehr hat nicht nur die Notwendigkeit der Beschaffung im Antrag dargelegt, sondern auch ein Konzept mit unterschiedlichen Umsetzungszeiten vorgelegt. Demnach rechnet die Feuerwehr mit Anschaffungskosten in Höhe von circa 380.000 Euro für das HLF 10 und mit rund 75.000 Euro für den MTW. Summa summarum also Ausgaben in Höhe von 455.000 Euro.

Knapp 100.000 Euro kommen von der Regierung

Allerdings sei mit einem pauschalen Zuschuss vom Freistaat Bayern in Höhe von 87.200 Euro für das Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF 10) und mit rund 13.100 Euro für den Mannschafttransportwagen zu rechnen, wie es dazu in der Sitzung hieß. Diese Beträge ergeben sich, da die Gemeinde in einem Raum mit besonderem Handlungsbedarf liegt.

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Und auch die Feuerwehr selbst hat signalisiert, dass sie einen finanziellen Beitrag liefern möchte. Von 45.000 Euro war die Rede. Insgesamt beliefen sich damit die Zuschüsse von Außen auf 145.300 Euro, der Gemeindeanteil würde sich laut Kostenschätzung auf rund 309.700 Euro reduzieren.

Zwei Anschaffungsvarianten vorgeschlagen

Zwei Varianten schlug die Feuerwehr vor: Die Anschaffung des Mannschaftswagens, und das schon im nächsten Jahr, und den Kauf des HLF ab 2028. Oder alternativ das HLF bereits ab 2024 und wenig später, ohne genaues Wunschdatum versehen, der Kauf des MTW, was kurzfristig gesehen natürlich einen höheren Finanzbedarf in den kommenden Jahren erforderlich machen würde.

Solide Gemeindekasse liefert Spielraum für Investitionen

Bürgermeister Werner Biedermann (CSU/NBL) warb sogleich für die Anschaffung, argumentierte mit dem guten Kassenstand der Gemeinde, die auf Rücklagen in Höhe von 1,4 Millionen Euro zurückgreifen könne. Die Pro-Kopf-Verschuldung habe sich, seit er Bürgermeister ist, von 1400 Euro im Jahr 2008 auf nun 150 Euro reduziert.

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Bus könnte der Allgemeinheit dienen

„Wir haben also 1,1 Millionen Euro auf der hohen Kante, für die wir nun aber Strafzinsen zahlen müssten!“ Von 0,5 Prozent sprach Biedermann. „Das macht dann pro Jahr rund 5500 Euro Strafzinsen dafür, dass wir gut gewirtschaftet haben!“

Und die Einnahmen sprudeln weiter

Biedermann verwies darauf, dass sich die Finanzlage der Gemeinde in den nächsten Jahren weiter verbessern werde durch die Verkäufe von Baugrundstücken. Er plädierte deswegen dafür, das Geld nun sinnvoll auszugeben, indem man die hiesige Feuerwehr entsprechend ausstattet.

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Gerne auch mit Elektroantrieb

Gerne auch mit Elektroantrieb, schlug Zenefels vor. „Die Energie für das Auto könnte man dann vom Hallendach ziehen, besonders im Sommer“, verwies er auf die installierte Photovoltaikanlage. Ein Auto für die Allgemeinheit würde auch mehr genutzt als ein Fahrzeug nur für die Feuerwehr, „das nur 1000 Kilometer im Jahr gefahren wird und sonst nur rumsteht“.

Warum nicht Mannschaftsbus und zusätzliches Vereinsauto?

Andreas Lohr (CSU/NBL) berichtete hingegen, dass er als aktiver Feuerwehrmann drei Viertel der vergangenen Einsätze selbst gefahren sei, weil keine Fahrgelegenheit vorhanden sei. „Das ist nicht prickelnd!“ Mit Blick auf die Aktivenzahl der Feuerwehr sah er eine Anschaffung mehr als gerechtfertigt. Er schlug alternativ vor, dass die Feuerwehr ihren Kostenanteil zur Anschaffung eines eigenen Mannschaftsbusses ausgibt und die Gemeinde ihren Anteil in den Kauf eines allgemeinen Vereinsautos stecken könnte.

Petermeier befürchtet veränderte Zuschussbedingungen nach Regierungswechsel

Zweiter Bürgermeister Richard Petermeier (CSU/NBL) empfahl, gleich beide Feuerwehr-Fahrzeuge auszuschreiben. „Die Regierung verändert sich vielleicht und dann womöglich auch die Zuschüsse. Billiger wird es sicher nicht.“ Dass Vereine ein Feuerwehrfahrzeug nutzen könnten, hielt er versicherungstechnisch für fraglich. Das bestätigte auch VG-Geschäftsführer Wagenbauer.

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Fachbüro ist unbedingt erforderlich – aber teuer

Verwaltungsleiter Georg Wagenbauer ergänzte grundsätzlich zu den Kosten, dass wohl auch zusätzliche Ausgaben in Höhe von 9500 Euro nötig seien, weil ein Fachbüro Planung und Ausschreibung für die Fahrzeuge begleiten sollte. „Es selbst zu machen bringt nichts, das können wir in der Verwaltung nicht leisten. Es bedarf des Know Hows eines Fachbüros.“

Bedingung: Verein zahlt mit

Auf Nachfrage von Markus Holz (CSU/NBL) zu den Lieferzeiten, sagte Biedermann, dass die Beschaffung eines Mannschaftswagens weniger Aufwand bedeute und dieser wohl auch schneller geliefert werde.

Schließlich fasste das Gremium einstimmig den Grundsatzbeschluss, dass die Gemeinde Niederbergkirchen für die Freiwillige Feuerwehr Niederbergkirchen zeitnah ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug und einen Mannschaftstransportwagen anschaffen soll. Letzterer sollte, gemäß Diskussion in der Sitzung, auch der Oberhofener Wehr zur Verfügung stehen.

Auftragsvergabe nach Eingang der Angebote

Bedingung für den Kauf der Fahrzeuge ist, dass sich der Feuerwehrverein Niederbergkirchen an den Beschaffungskosten mit 45.000 Euro beteiligt. Die Verwaltung wurde beauftragt, bei der Regierung von Oberbayern Zuschussanträge zu stellen. Der Bürgermeister soll zur Planung der Fahrzeuge und für die Ausschreibung ein Fachbüro zu beauftragen. Der Gemeinderat wird dann nach Eingang der Angebote über die Auftragsvergabe entscheiden.

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