Ausnahmen nur für Taufen und Beerdigungen

Wegen der Ansteckungsgefahr: Kirchentüren in Neumarkt und Töging bleiben wegen Corona zu

Ab Montag sind die Türen zu: Der evangelische Pfarrer Johann-Albrecht Klüter wird den Gottesdienst in nächster Zukunft nur noch Online abhalten.
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Ab Montag sind die Türen zu: Der evangelische Pfarrer Johann-Albrecht Klüter wird den Gottesdienst in nächster Zukunft nur noch Online abhalten.

Evangelische Kirche im Lockdown: Die Kirchen in Töging und Neumarkt-St. Veit bleiben geschlossen. Ausnahmen gelten für Taufen und Beerdigungen. Doch sind dann einige Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Töging – Gestern noch. Doch dann war’s das erst einmal: Danach wird es vorerst keinen öffentlichen Sonntagsgottesdienst in der evangelischen Auferstehungskirche geben. Damit stelle man sich der Verantwortung gegenüber der Gemeinde und gehe ebenfalls Pandemie bedingt in den Lockdown, heißt es dazu aus dem Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde Töging/Neumarkt-St. Veit, der sich diese Woche in einer Videokonferenz beraten hatte. Dieselbe Entscheidung gilt auch für die Friedenskirche in Neumarkt-St. Veit.

Online-Angebote als Alternative

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, wohl aber notwendig“, sagt der evangelische Geistliche Johann-Albrecht Klüter. Einerseits geben Gottesdienste gerade in schweren Zeiten wie dieser den Kirchgängern Hoffnung und seelischen Halt. Andererseits schwingt immer die Gefahr mit, sich trotz strenger Hygienemaßnamen in einem Gottesdienst anstecken zu können.

Kirche spricht von „Ruhenlassen“

Das wolle man auf alle Fälle vermeiden, so Pfarrer Klüter. Darum wurde auf der letzten Onlinesitzung des Kirchenvorstandes mit einem Mehrheitsbeschluss das vorläufige „Ruhenlassen“ der Präsenzgottesdienste beschlossen und ist mit dieser Entscheidung die erste evangelische Gemeinde innerhalb des zuständigen Dekanat Traunstein.

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Monatlichen Gottesdiensten aus der leeren Auferstehungskirche

Gleichzeitig wurde aber auch für verstärkte Online-Angebote plädiert: Neben den monatlichen Gottesdiensten aus der leeren Auferstehungskirche auf der Homepage soll es weiterhin wöchentliche Andachten geben.

„Diese Videos zu produzieren bedeutet für uns einen großen zeitlichen Mehraufwand, bis von der Aufnahme und der technischen Nachbearbeitung es schließlich im Internet abrufbar ist. Doch das ist es uns wert, denn die bisherigen Rückmeldungen waren durchweg positiv“ erklärt Uwe Reuter, einer der Kirchenvorstände und Verantwortlicher für die technische Realisation dieses Onlineangebotes.

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Wenn es brennt stehen die Seelsorger natürlich zur Verfügung

Persönliche Gespräche mit den beiden Pfarrern der Gemeinde sind weiterhin per Telefon oder via E-Mail möglich. Pfarrerin Anke Sänger aus Neumarkt-St. Veit unterstreicht dies in der Sitzung: „Die Leute mögen mich anrufen, wenn sie das Bedürfnis nach einem Gespräch haben und nicht erst, wenn es brennt.“ Für das persönliche Gebet steht die Auferstehungskirche in Töging tagsüber offen, die Friedenskirche am Sonntag. Weitere begleitende Angebote, wie „Gottesdienst-to-go“ für Feiern zu Hause, soll es ebenfalls geben.

Persönliches Gebet weiterhin möglich

Einer Beerdigung wird nach Möglichkeit ein Gottesdienst in der Kirche vorgeschaltet, um den nötigen feierlichen und würdigen Rahmen gewährleisten zu können. Allerdings müssen die Corona-Regeln eingehalten werden. So darf die für die jeweilige Kirche zugelassene Personenzahl nicht überschritten werden und auch Gesang durch die Gemeinde ist nicht gestattet. Ein Sänger oder eine Sängerin darf engagiert werden, wenn genügend Abstand zur Gemeinde vorhanden ist, wie zum Beispiel in der Auferstehungskirche neben der Orgel. Das Pfarramt ist bei Vermittlung gerne behilflich. Der Ablauf auf dem Friedhof findet ebenfalls im gewohnten und dem nötigen würdigen Rahmen statt, jedoch gelten hier die Regeln der jeweiligen Stadt bzw. Gemeinde. In Töging dürfen derzeit maximal 25 Personen aus dem engsten Familienkreis teilnehmen.

Lediglich Taufen im engsten Familienkreis

Taufen können im engsten Familienkreis mit bis zu den maximal zugelassenen Personen in der Kirche abgehalten werden. Ebenfalls unter Corona-Bedingungen. Hochzeiten dürfen auch stattfinden. Allerdings rät das Pfarramt dazu, wegen der Corona-Einschränkungen die Termine auf ein späteres Datum zu verlegen.

Konfirmandenunterricht finden statt – allerdings nur digital

Die nächste Konfirmation ist in Töging an Christi Himmelfahrt (13. Mai) geplant. Ob es hier zu Verschiebungen kommen wird, ist im Augenblick noch nicht abzusehen. Der Konfirmandenunterricht in Töging findet ab Dienstag digital statt.

Für wie lange dieser Lock-Down – das Ruhenlassen der Präsenzgottesdienste – in der Gemeinde dauern soll, wollte man noch nicht festlegen, sondern sich an den gegebenen Entwicklungen orientieren.

Weitere Infos über www.toeging-evangelisch.de und an den Schaukästen vor den Kirchen.

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