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Sie wandern weit und klettern hoch

Den Sicherungsknoten Prusik, mit dem sie das Seil mit Klettergurt verbinden, beherrschen Hans und Ursula perfekt.
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Den Sicherungsknoten Prusik, mit dem sie das Seil mit Klettergurt verbinden, beherrschen Hans und Ursula perfekt.

Sie sind miteinander 146 Jahre alt und haben als „Spätberufene“ auch noch das Hochgebirgsklettern entdeckt. Ursula und Hans Simnacher wollen jetzt Dreitausender erobern. Das Rüstzeug dafür holen sie sich beim Seniorenklettern in Neumarkt-St. Veit.

Neumarkt-St. Veit – Hans (77) und Ursula (69) Simnacher aus Egglkofen schafften voriges Jahr in weniger als fünf Monaten den Jakobsweg von Egglkofen bis nach Santiago de Compostela „in einem Stück“ (wir berichteten). Seit dieser Zeit bereiten sie sich jeden Dienstag intensiver auf Klettertouren vor, bei denen sie dreitausend Meter hohe Berge in den Alpen besteigen.

„Als ich beim Alpenverein in der Männergesangsgruppe anfing, machte man mich auf den Kletterraum im Vereinsheim aufmerksam. Das gefiel mir, und ich fand das ganz interessant.“ Seine Frau Ursula ergänzt: „Er überredete mich, da mitzumachen. Und weil wir damals schon den Jakobsweg ins Auge gefasst hatten, dachten wir, das Klettern gibt uns Kondition dafür, und wer weiß, wie man es brauchen wird.“

Ihr „Kletterlehrer“ ist der Übungsleiter und auch Tourenleiter Martin Aimer aus Schwindegg, der schon viele Jahre lang Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfolgreich in Kletterkursen ausgebildet und in die Schönheit der Alpenwelt eingeführt hatte. „Ich wollte es halt auch mal mit Senioren versuchen. Und weil der Sektionsleiter Sigi Wegener mich gerne haben wollte, hat sich hier eine nette Truppe Senioren und Seniorinnen zusammengefunden. Sie nehmen alles gut an, üben fleißig und wir haben viel Spaß zusammen.“ Mit Erfolg. Ursula und Hans klettern jedenfalls „wie junge Gemsen“ an den steilen Wänden, findet der Übungsleiter, wobei sie sich gegenseitig sichern.

Natürlich geht der Lehrer mit seiner „Klasse“ immer wieder mal auf Touren, die zuvor genau durchplant sind. Seine „Schüler“, kennen die die Bergsteiger- und Kletterregeln und beherrschen den Umgang mit Seil und Haken und die Sicherungsknoten wie Prusikknoten, Sackstich- oder Achterknoten. „Wir klettern auch im Bayerischen Wald.“, erklärt Ursula. „Aber mit unserem Manfred waren wir schon auf der Rinnenspitze in den Stubaier Alpen in Tirol in über 3000 Meter Höhe.“ „Da geht es auch mal über Gletscher“, fährt martin Aimer fort. „Im Karwendel, in Tirol und auch im Bayerischen Wald fühlen wir uns beim Klettern richtig wohl“, schwärmt Hans Simnacher, der sich schon wieder auf eine gute Wetterlage freut. Dann nämlich hält es ihn und seine Ursula nicht mehr in der Halle. Dann zieht es sie hinauf in die Berge.

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