Wanderervorstand, Archivar, Stadtrat und Zeitungsschreiber

24 Jahre gehörte Siegfried Huberauch dem Neumarkt-St. Veiter Stadtrat an. Das Bild zeigt den Berichterstatter, der nach wie vor für den Neumarter Anzeiger schreibt, bei seiner Verabschiedung 2002 mit dem damaligen Bürgermeister Rudi Berghammer. Archiv

Zum 80. Geburtstag: Seit 45 Jahren schreibt der „Huber Siegi“ für die Zeitung. Auch heute hat der langjährige Stadtrat immer noch ein Ohr bei den Vereinen.

Neumarkt-St. Veit – Für so einen wie den Huber Siegi, ist diese Corno-Krise besonders schlimm. Zu Hause zu bleiben und das über Wochen, nicht mehr unter die Leute gehen zu dürfen – für den Neumarkt-St. Veit eine lange Zeit der Entbehrungen. „Aber es hilft nichts. Auch da müssen wir durch. Es werden auch wiederbessere Tage kommen!“. Dann nämlich, wenn die Gaststätten wieder öffnen dürfen und das Neumarkt-St. Veiter seinen runden Geburtstag nachfeiern können. Seinen 80. feierte er deswegen am Donnerstag nur in kleiner Runde.

Eigentlich wäre das Fest am Samstag geplant gewesen, sagt Siegfried Huber. Beim Wirt in Teising. Corona hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, die Feier wird nachgeholt.

Dabei hatte sich der 80-Jährige so darauf gefreut. Jetzt, da es ihm wieder besser ging, nachdem er im November einen Schlaganfall erlitten hatte, zunächst fünf Tage im Krankenhaus verbringen musste und danach erst einmal auf Reha geschickt wurde.

Jetzt, da es ihm wieder besser ging, wollte er wieder unter die Leute, der Zeitungsschreiber, dessen Interesse am gesellschaftlichen Leben in Neumarkt-St. Veit nie nachgelassen hat. Stets steht er – auch im achten Lebensjahrzehnt – als zuverlässiger Berichterstatter zur Verfügung, weiß damit genau, was in den einzelnen Vereinen los ist.

+++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Das mag auch daran liegen, dass Siegfried Huber selbst ein Vereinsmensch durch und durch ist. Er ist Ehrenmitglied bei der Rottalia, seit 1958 Mitglied beim Alpenverein. Den größten Abteil seiner Freizeit, mehr als die Hälfte seines Lebens, widmete er dem Neumarkter Wandererverein. Seit 1976 ist er dessen Vorsitzender, 40 Volkswandertage hat er seit dieser Zeit in Neumarkt-St. Veit organisiert, worauf der Neumarkter heute noch sehr stolz ist. Dem TSV Neumarkt-S. Veit war er ebenso treu ergeben, kümmerte sich um die Berichterstattung im Verein, die sich auch im Neumarkter Anzeiger fand.

Das ist die weitere große Leidenschaft von Siegfried Huber, der am 16. April 1940 auf die Welt kam. Er wuchs mit zwei Geschwistern auf, besuchte die Schule in Neumarkt und absolvierte bei der Post seine Ausbildung – ihr hielt er die Treue bis zu seiner Pensionierung 1998. 1962 heiratete Huber seine Franziska, zwei Kinder waren der Ehe beschieden, zwei Enkelkinder sind die größte Freude des Neumarkters.

Huber war ununterbrochen von 1978 bis 2002 im Stadtrat vertreten. Das CSU-Mitlgied war viele Jahre Jugend- und Sportreferent, Fraktionssprecher und Vorsitzende der CSU-Fraktion.

Das Stadtarchiv war lange Zeit das Steckenpferd des Neumarkters. Seit s 1998 arbeitete er dort ehrenamtlich mit bis zu seiner Verabschiedung 2018. Viel länger aber muss man in der Vita von Siegi Huber zurückblättern, um seinen ersten Artikel für den Neumarkter Anzeiger zu finden: „Ein Artikel über die Brieftauben von Karl Giesdorf“, erinnert sich Huber, den viele Leser unter dem Kürzel „hus“ kennen. 1975 war das, das ist 45 Jahre her.

Mittlerweile lässt es der „Huber Siegi“ ruhiger angehen. Seine Enkelkinder sind der größte Stolz, „auch wenn wir in Zeiten von Corona uns gerade nicht so nah sein können!“ Aber der Siegi ist sich sicher: „Das wird auch wieder besser werden!“

Kommentare