Kommentar

Wahl in Neumarkt-St. Veit: Jetzt den Fokus auf die Krise richten

Kommentar von Josef Enzinger.

Bei der konstituierenden Sitzung kann es eigentlich nur einen Zweiten Bürgermeister geben. Ein Kommentar.

Kommentar – Auszählung abgeschlossen, Baumgartner ist als Bürgermeister wieder gewählt. Alles bleibt, so wie es war. Die Kommunalwahlen sind Geschichte. Zumindest für‘s Erste.

Baumgartner macht in der Krise seinen Job

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es absolut richtig, ohne viel Tamtam dem amtierenden Bürgermeister das Vertrauen zu schenken. Er hat nämlich in den vergangenen Wochen genau das gemacht, was ein Bürgermeister in Krisensituationen zu tun hat: seinen Job. In dieser besonderen Zeit war das beste Wahlwerbung – völlig unnötig waren da vollmundige Parolen auf Wurfzetteln oder ungehemmte Plakatierungswut wie es andernorts der Fall war.

Klar, die Voraussetzungen waren andere nach dem erklärten Verzicht des CSU-Kandidaten Michael Kulhanek. Baumgartner konnte sich voll auf die Krise konzentrieren. Und doch wurde ein unwürdiges Spiel hinter den Kulissen gespielt. Dass Baumgartner Kulhanek unter Druck gesetzt habe, hieß es.

Die Vision: Zweiter Bürgermeister wird Michael Kulhanek

Es wurde spekuliert, was passieren würde, wenn Kulhanek trotz seines Verzichts gewinnen würde. Neuwahlen in drei Monaten nämlich, und das ohne einen echten Alternativvorschlag. Ganz ehrlich: Es gibt zur Zeit andere Sorgen. 72,5 Prozent der wahlberechtigten Bürger haben sich von derlei Spekulationen nicht anstecken lassen, sondern klug gewählt.

Diese Haltung, dazu zählt auch das Abstimmungsverhalten der Neumarkter vor zwei Wochen, muss gewürdigt werden, wenn der neue Stadtrat Anfang Mai zu seiner ersten Sitzung zusammenkommt. Das Ergebnis der Kommunalwahl – Kulhanek auf Augenhöhe mit Baumgartner – darf nicht vergessen werden. Im Gegenteil, es verpflichtet bei der Postenvergabe. Die Vision: Zweiter Bürgermeister wird Michael Kulhanek. Das Sahnehäubchen: Baumgartner selbst schlägt Kulhanek vor.

josef.enzinger@ovb.net

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