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20 Jahre Schützenwirt

Von wegen Wirtshaussterben: In Niederbergkirchen hält ein Verein die Wirtshauskultur am Leben

Steht da wie neu: Vor 20 Jahren haben private Visionäre aus Niederbergkirchen den Schützenwirt übernommen. Er ist Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens im Ort.
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Steht da wie neu: Vor 20 Jahren haben private Visionäre aus Niederbergkirchen den Schützenwirt übernommen. Er ist Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens im Ort.

Der Schützenwirt ist Dreh- und Angelpunkt des Dorflebens in Niederbergkirchen: Als Treffpunkt für Vereine, Veranstaltungsort der Theateraufführung oder für den sonntäglichen Frühschoppen. Dabei stand der Fortbestand auf der Kippe. Eine GbR rettete das Wirtshaus. Und das ist 20 Jahre her.

Von Sophia Strasser

Niederbergkirchen – Hans Holz, damals Vorsitzender des Schützenvereins „Gemütlichkeit“ und Gründungsmitglied der „Schützenwirt GbR“, erinnert sich: „Nach dem 100-jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe des Schützenvereins im Jahr 1998 entstand in unserem Verein der Wunsch eines eigenen Schützenheims. Aus der Idee ist glücklicherweise nicht sofort etwas geworden.“

Kein Glück mit den ersten Pächtern

Im Februar 1999 habe die Paulaner Brauerei das Wirtshaus in Niederbergkirchen zum Verkauf angeboten – im August desselben Jahres schlug der Schützenverein zu und erwarb das Gasthaus samt dem Grundstück auf der anderen Straßenseite.

Noch im Herbst investierte der Verein in ein Stüberl im Saal, Toiletten, Treppen, Hausgang und einen Vorratsraum.

Kredite mussten bedient werden

„Ich wünschte mir aber, dass das Wirtshaus nicht zu einem Vereinsheim herabgewürdigt wird, sondern als richtiges Wirtshaus erhalten bleibt“, erzählt Holz. Auch für die Tilgung des aufgenommenen Kredits sei es notwendig gewesen, dass das Gasthaus genügend Einnahmen erzielt.

2002 kam es zur Gründung der „Schützenwirt GbR“

Zur Gründung der „Schützenwirt GbR“ kam es erst 2002. Die drei Jahre zuvor hatte der Verein versucht, das Wirtshaus selbst zu betreiben und es zwei Jahre an einen Pächter vergeben. „Das lief aber nicht so gut und die Suche nach einem neuen Pächter gestaltete sich als sehr schwierig.“

Schwägerin stellte sich als gute Wirtin heraus

Dann sei langsam die Idee entstanden, dass der Verein den Schützenwirt selbst pachtet. „Es stellte sich heraus, dass meine Schwägerin Monika eine sehr gute Wirtin abgeben würde und mein Bruder einen guten Einkäufer. So reifte in mir der Gedanke: Wenn wir drei eine GbR gründen würden, könnten wir das Wirtshaus auf eigene Kosten betreiben und die Pacht an den Verein zahlen.“ Hans, Monika und Peter Holz gründeten die „Schützenwirt GbR“. Am 2. Oktober 2002 unterschrieben sie den Pachtvertrag. Das war die Geburtsstunde des „Schützenwirts“.

Doch der Anfang war nicht leicht: Das Vertrauen der Dorfbewohner in die neue Wirtin war nicht einfach zu gewinnen. „Aber viele haben Monika unterschätzt!“, sagt Hans Holz. Für einige Vereine wie die Feuerwehr, die Landjugend, den Sportverein und die Schützen war der Schützenwirt von Anfang an das Vereinslokal. Die anderen Vereine hätten ihre Veranstaltung zwischen dem Schützenwirt und dem damals noch existierenden Kröllwirt aufgeteilt. Und auch der sonntägliche Frühschoppen sei schnell gut besucht gewesen. Daran hat sich auch bis heute nichts geändert.

Schießstand lässt sich verbergen

In den 20 Jahren seit der Gründung gab es noch einige Veränderungen. Ein besonderes Ereignis war der Einbau eines elektrischen Schießstands im Saal im ersten Stock 2005 und 2006. „Wir haben das Wirtshaus rundum erneuert, vom Saalboden bis zum Dachstuhl, inklusive Wandheizung und Vollwärmeschutz.“ Der Vorteil am neuen Schießstand: Er lässt sich hydraulisch in der Saaldecke verbergen und so bleibt der Saal für Veranstaltungen nutzbar.

Auch während Corona sind die Stammgäste treu geblieben

Auf die letzten Jahre blickt die Familie Holz, alias die „Schützenwirt GbR“, stolz zurück. „Die jährliche Theateraufführung, die zwei Schützenbälle und der Sportlerball sowie der Frühschoppen am Sonntagvormittag waren immer gut besucht.“ Auch während der Coronazeit sei die Kundschaft treu geblieben und die To-Go-Essen am Sonntagmittag sowie die Pizza am Freitag fanden zahlreiche Abnehmer.

Wichtig für das soziale Zusammenleben

„Ein Wirtshaus im Ort ist wichtig für das soziale Zusammenleben“, würdigt auch Bürgermeister Werner Biedermann (CSU) das Engagement der Familie Holz. Er erinnert sich: „Vor 20 Jahren haben alle die Macher für verrückt erklärt, aber Hans Holz ist ein Visionär und hat das durchgesetzt, was er geplant hatte.“ Der Generationswechsel sei gut über die Bühne gegangen, man lebe in Niederbergkirchen den Jungen vor, was schützenswert ist. „Solange die Vereine reingehen, solange wird es einen Wirt geben!“

Am liebsten im Biergarten

Hans Holz, mittlerweile Ehrenschützenmeister im Schützenverein und Senior-Wirt des Schützenwirts, ist natürlich auch froh, dass alles so gut gelaufen und der Schützenverein wie geplant schuldenfrei ist. Er sagt: „Jetzt ist mein liebster Platz im neu gestalteten Biergarten mit einem alkoholfreien Weißbier. Prost!“

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