Vier Einrichtungen unter einem Hut: Michael Kulhanek soll Kindertagesstätten koordinieren

Michael Kulhanek in seine Büro der Kinderwelt St. Vitus. Zum neuen Jahr wechselt er ins Pfarrbüro von St. Veit.
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Michael Kulhanek in seine Büro der Kinderwelt St. Vitus. Zum neuen Jahr wechselt er ins Pfarrbüro von St. Veit.

Katholische Kindergärten in Neumarkt-St. Veit, Niederbergkirchen und Töging gründen 2021 Verbund. Der Verbund soll die Verwaltung schneller und effizienter machen. „In den einzelnen Einrichtungen wird man vom Kindertagesstättenverbund aber nicht viel merken“, verspricht deren Leiter.

Von Sophia Strasser

Neumarkt-St. Veit/Niederbergkirchen/Töging – Die vier Kindergärten St. Vitus in Neumarkt-St. Veit, St. Elisabeth in Niederbergkirchen, St. Josef und St. Johann in Töging gründen zum 1. Januar 2021 einen Kindertagestättenverbund. Künftiger Verwaltungsleiter ist Michael Kulhanek, der sein Amt zum 1. Oktober 2020 antritt. Der Verbund soll die Verwaltung der Kindergärten schneller und effizienter machen.

Kindergärten behalten ihre Individualität

„Wir sind noch ganz am Anfang des Prozesses“, betont der designierte Verwaltungsleiter Kulhanek. Bisher hatten die Trägerschaft für die Kindergärten die einzelnen Kirchenstiftungen der Gemeinden inne. Dafür soll es nun eine einzige Trägerschaft für alle vier Kindergärten geben, finanziert vom Ordinariat. „Die Anforderungen an die Verwaltung sind im Laufe der Zeit sehr hoch geworden“, erklärt Kulhanek. Da viele der Mitarbeiter in den Kirchenstiftungen ehrenamtlich arbeiteten und ihre Tätigkeit nebenbei machten, war es notwendig geworden, zu reagieren. „Wir brauchen da einfach ausgebildete Leute.“ Deshalb wird Kulhanek für den Kindertagesstättenverbund neues Personal für die Verwaltung und Buchhaltung einsetzen.

Anmeldung weiterhin bei den Kindergärten vor Ort

„In den einzelnen Einrichtungen wird man vom Kindertagesstättenverbund nicht viel merken“, ist sich Kulhanek sicher. Eltern könnten ihre Kinder weiterhin beim jeweiligen Kindergarten anmelden; und auch beim Personal für die Kinderbetreuung ändere sich nichts. Kulhanek betont: „Die Kindergärten sollen ihr einzigartiges Profil und ihre Individualität beibehalten!“

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Mitgliederversammlung schon im September

Für Kulhanek ist es wichtig, dass auch das Personal der Kindergärten vom Verbund profitiert. „Beispielsweise kann man Fortbildungen für das Personal aller vier Kindergärten gleichzeitig organisieren und die Leiter der Kindergärten können sich untereinander fachlich gut austauschen.“ Damit die Zusammenarbeit gut anlaufen kann, ist für die zweite Septemberwoche bereits eine Mitgliederversammlung mit dem Personal aller vier Kindergärten angesetzt.

Pfarrverbands-übergreifendes Projekt

Beim Kindertagesstättenverbund handelt es sich ein Pfarrverbands-übergreifendes Projekt, da Töging sich nicht im selben Pfarrverband wie die Gemeinden Neumarkt und Niederbergkirchen befinden. „Das Ordinariat legt fest, welche Kindergärten einen Verbund gründen. Sinn macht ein Verbund ab vier Kindergärten, damit sich die Kosten für die Verwaltung rechnen“, erklärt der künftige Verwaltungsleiter.

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Auch die Töginger Einrichtungen hatten sich angeboten

Im Pfarrverband Neumarkt-St. Veit gebe es allerdings nur zwei kirchliche Einrichtungen, den Kindergarten St. Vitus in Neumarkt-St. Veit und den Niederbergkirchner Kindergarten St. Elisabeth. „Da hat das Ordinariat auf die Landkarte geschaut und festgestellt, dass sich die beiden Töginger Kindergärten ebenfalls anbieten würden“, erklärt Kulhanek.

Synergieeffekte künftig besser nutzen

Der Kindertagesstättenverbund ist nicht der erste seiner Art, „aber zum Glück auch nicht der letzte“, betont Kulhanek. Das Erzbistum München-Freising startete mit einem Pilotprojekt, das gut funktionierte. Seitdem versuche man, das Konzept in vielen Pfarrverbänden anzuwenden (siehe Kasten).

Karin Löw, die als Verwaltungsleiterin der Kirchenstiftungen bisher für die vier Kindergärten in den Pfarrverbänden Neumarkt-St. Veit und Töging mitverantwortlich war, ist froh, dass es nun einen eigenen Verwaltungsleiter gibt. „Es war an der Zeit, dass so ein Verbund gegründet wird.“ Die Mitbetreuung der Kindergärten zusätzlich zu den 18 Kirchenstiftungen, für die sie verantwortlich ist, sei sehr aufwendig gewesen. „Im Verbund kann man Synergie-Effekte sehr gut nutzen.“ Damit meint Löw, dass die Verwaltung beispielsweise Hygienekonzepte nicht mehr für jeden Kindergarten einzeln zu erstellen habe.

Kulhanek bringt die perfekten Voraussetzungen mit

Die Leitungen könnten sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren und müssten nicht noch zusätzlich Verwaltungsaufgaben übernehmen. Löw ist sich sicher: „Michael Kulhanek eignet sich hervorragend für die Aufgabe als Verwaltungsleiter.“ Der staatlich anerkannte Erzieher und ausgebildete Sozialpädagoge ist schon lange Kindergartenleiter in Neumarkt. „Kulhanek bringt die perfekten Voraussetzungen mit!“

Erfahrung durch Pilotprojekt in Mühldorf

Eines der Pilotprojekte war in Mühldorf. Den dortigen Kindertagesstättenverbund gibt es bereits seit circa 15 Jahren, Träger ist die Kirchenstiftung St. Peter und Paul. Ulrich Wunder, der Verwaltungsleiter des Mühldorfer Kindertagesstättenverbundes erinnert sich: „Gestartet haben wir mit zwei Kindergärten. Mittlerweile sind fünf Kindergärten in Mühldorf in dem Verbund.“ Das Projekt hätte sich auf alle Fälle bewährt, meint Wunder. „Damals hat sich das bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz geändert.“

Mühldorf sagt: „Man darf das Ehrenamt nicht überstrapazieren

Damit seien die Anforderungen an die Verwaltungsmitarbeiter stark angestiegen, da sich einiges verkompliziert hätte. „Viele der Mitarbeiter in der Kirchenverwaltung waren damals ehrenamtlich.“

Die große Verantwortung, teilweise auch über große Summen an Geld, sei zu viel gewesen für einen ehrenamtlichen Mitarbeiter. „Man darf das Ehrenamt nicht überstrapazieren.“, meint Wunder. Auch die Leiterinnen der Kindergärten seien froh, dass jetzt immer jemand da sei, an den sie sich wenden können. „Die Eltern und Kinder merken im Grunde aber nichts von unserem Verbund, der betrifft ja nur Verwaltungs-, Personal- und Finanzfragen.“

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