Zu viele Änderungswünsche: Käufer eines Baugrundstückes muss alle Vorgaben einhalten.

Niederbergkirchener Gemeinderat lehnt Bebauungsplanänderung in Miesing-Rohrbach ab. Franz Lohr warnte: „Wir schaffen sonst nur Präzedenzfälle!“

Niederbergkirchen – Die Garage um neun Quadratmeter größer, die Firstrichtung des Wohnhauses um 90 Grad gedreht inklusive Baufensterüberschreitung und zu guter Letzt auch noch ein zusätzliches Gebäude – das war dem Niederbergkirchener Gemeinderat dann doch zu viel. Die Pläne, die ein Bauherr für sein Grundstück in Miesing-Rohrbach hatte, wurden ihm einstimmig verweigert. Mit einer geringfügigen Vergrößerung der Garage könnte Franz Artinger noch leben, meinte der CSU-Gemeinderat, „schließlich werden die Autos auch immer größer“. Doch er sehe nicht ein, nun den Bebauungsplan zu ändern, damit der Bauherr seine Vorlieben umsetzen kann. „Er hat das Grundstück nach dem rechtsgültigen Bebauungsplan gekauft und sich an die Vorgaben zu halten. Wir kommen in Teufels Küche, wenn man immer wieder davon abweicht. Das ist nicht gut!“ Diesen gravierenden Änderungen werde er jedenfalls nicht zustimmen.

+++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Konkret ging es darum, die Firstrichtung des geplanten Wohnhauses zu ändern. Auch wäre das Wohnhaus so geplant worden, dass es das Baufenster um rund 40 Quadratmeter überschreiten würde. Auch wenn sich an der erlaubten Gesamtfläche des Hauses nichts ändern würde, wie Felix Glas vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach erklärte.

Das könnte Sie auch interessieren: Eine halbe Stunde Maschendrahtzaun - Warum eine Grundstücksbegrenzung in Niederbergkirchen für Streit sorgt

Ein Nebengebäude, das bei den Planungen außerdem ins Spiel gebracht worden war, stieß aber ebenso auf wenig Gegenliebe. Dieses zusätzliche Gebäude hätte nämlich eine Größe von sechs Meter auf zehn Meter, „in dieser Größe bauen andere ganze Wohnhäuser“, musste sogar Bürgermeister Werner Biedermann (CSU) zu dem Bau feststellen, der als Alternative eines fehlenden Kellerraums vorgesehen gewesen wäre. „Das Gebäude wäre auf einer nicht einzufriedenden Grünfläche und näher an der Kreisstraße gestanden als zulässig“, erläuterte Glas.

Gekauft wie gesehen

Franz Lohr (CSU) war strikt gegen eine Bebauungsplanänderung: „Er hat das Grundstück so gekauft, so soll es auch bleiben! Wir schaffen sonst nur Präzedenzfälle.“

Auf die Frage, ob über Befreiungen zumindest teilweise den Wünschen des Antragstellers entsprochen werden könne, erklärte Glas, dass die Vergrößerung der Garage durchaus mit einer Befreiung legitimiert werden könnte. Doch alleine das Nebengebäude würde die Grundzüge der Planung berühren und sei städtebaulich auch nicht vertretbar. Martin Dirnberger (CSU) sagte, dass er sich ein Nebengebäude nur dann vorstellen könne, wenn etwa der Bau eines Kellers nicht realisieren ließe.

Bei der Abstimmung folgte der Gemeinderat der Empfehlung von Franz Lohr – nämlich alles beim Alten zu lassen und einer Bebauungsplanänderung nicht zuzustimmen: „Alles andere wäre Pipifax!“, so Lohr. je

Kommentare