Verschnaufpause für den Stadtplatz

So schlimm die Krise um das Coronavirus auch ist. In Neumarkt-St.

Veit nimmt die täglich neue Situation in puncto Bewegungsradius, Ansteckungsexplosion und Mahnung zum Selbstschutz auch bei der Frage nach der Stadtplatzsanierung Druck aus dem Kessel. Ob man nun will oder nicht: Aktuell rücken Entscheidungen, ob der Gehweg zukünftig mit Klinkersteinen oder mit Granitplatten gestaltet werden soll, in den Hintergrund.

Die Verwaltung und der Stadtrat haben die vorerst letzte Entscheidung zum Stadtplatz-Showdown noch durchgezogen. In einer Sitzung, die aus Angst vor Ansteckung in den Saal des Kulturbahnhofs verlegt worden war, hat der Stadtrat den Weg für Bürger- und Ratsbegehren frei gemacht. Wie und wann diese durchgeführt werden, ist zwar rechtlich geregelt. Doch hat die Sache an Wichtigkeit verloren. Ulrich Geltinger zum Beispiel glaubt ohnehin nicht, dass die Maßnahme bald umgesetzt wird. Die Corona-Krise lähmt nämlich nicht nur die Baubranche, sondern auch die zuständigen Stellen, die verantwortlich sind für Zuschüsse und dergleichen.

Aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dass Geltinger coronabedingt andere Prioritäten setzt, ist nachvollziehbar. Dass die SPD aber einem Ratsbegehren nicht zustimmt, weil ihr Formulierungen nicht konkret genug sind, ist ein fadenscheiniges Manöver. Geltinger und Co. haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie gegen die große Sanierung sind. Stattdessen haben sie immer auf die demokratische Einbeziehung der Bürger gedrängt. Trotzdem dürfen sie dabei nicht vergessen, dass sie auch als Volksvertreter in das Gremium gewählt worden sind. Als solche haben sie die Aufgabe, der Bevölkerung eine Wahlmöglichkeit zu lassen – selbst wenn ihnen das Ratsbegehren gerade nicht in den Kram passen sollte. Denn ob es letztlich richtig formuliert ist, darüber urteilt eh das Landratsamt.

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