Vernünftig gewirtschaftet

Lohkirchen - "Wir in Lohkirchen sind es schon immer gewohnt, nicht viel Geld zu haben" - diese Aussage von Bürgermeister Konrad Sedlmeier bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Eder in -Habersam hatte aber keineswegs nur negativen Beigeschmack.

Lohkirchen - Als ländliche Gemeinde mit nur wenigen Betrieben würde sich die Konjunkturkrise auf den Haushalt der Gemeinde weit weniger auswirken als in Industriegemeinden, wie Landrat Georg Huber später in seinen Ausführungen erläuterte.

Auch wäre durch die abgeschlossene Dorferneuerung in den letzten Jahren all das bereits entstanden, wofür andere Gemeinden derzeit Anträge für das Konjunkturprogramm des Staates stellen würden. Durch geschickte Zusammenarbeit mit der Verwaltungsgemeinschaft im Schulverband sei die Belegung der Klassenräume in Lohkirchen erhalten worden.

Für das laufende Jahr stellte Sedlmeier nur wenige neue Maßnahmen vor. Die Erschließung des Baugebietes Straßfeld stehe im Vordergrund, die dabei anfallenden Kosten und die Restfinanzierung des Grundstücks würden jedoch unweigerlich eine Schuldensteigerung zum Ende des Jahres nach sich ziehen, da die Ausgaben nicht über den normalen Haushalt gedeckt werden könnten.

Anhand des Bebauungsplanes Straßfeld erläuterte der Bürgermeister die Gegebenheiten wie die Notwendigkeit einer Linksabbiegespur, ohne die das Straßenbauamt Rosenheim kein grünes Licht für die Zufahrt von der Staatsstraße aus gegeben hätte. Ein Regenrückhaltebecken mit Grünzone und die Entwässerungsanlagen, der geplante Kinderspielplatz und die verkehrsberuhigte Zone südlich des Baugebietes waren weitere Punkte seiner Erklärungen.

Ein zweites Bauvorhaben stelle der Kanalanschluss der Ortsteile Lukasöd, Stiebing, Habersam, Hilgersöd, Ehegarten und Konrading dar. Für diesen Bauabschnitt würden die staatlichen Zuwendungen bereitstehen, die Baumaßnahmen würden also noch heuer durchgeführt werden könnten.

Die Kanalanschlüsse im neuen Bauabschnitt Sametsam, Buch, Kriegstätt und Wimpasing mit Zuleitung in die Kläranlage Brodfurth könne sich die Gemeinde dagegen derzeit nicht leisten. Es gäbe noch keine Zuwendungszusage, eine Vorfinanzierung seitens der Gemeinde käme nicht in Frage. Weitere beantragte Anschlüsse mussten aus Kostengründen abgelehnt werden.

Ebenso zurückgestellt werden müssten fällige Sanierungen der Gemeindestraßen. "Löcher werden zugeflickt, aber mehr geht momentan nicht", so Sedlmeier. Zufrieden stellte er jedoch fest, dass nun "jedes Haus, jedes Gehöft an die Wasserversorgung der Gemeinde angeschlossen ist."

Der Bau des Gehweges in Brodfurth stellte 2008 die größte Baumaßnahme der Gemeinde dar und wurde im Rahmen der Flurbereinigung als letzte Maßnahme bezuschusst. Es würde zunehmend schwieriger, neue Anträge beim Amt für Ländliche Entwicklung nachzuschieben, da der Vorsitzende für unser Gebiet schon zum vierten Mal gewechselt habe und dessen neue Einarbeitung jedesmal die Antragstellung sehr verzögere, so Sedlmeier.

Dennoch hätten die Vermessungsarbeiten, die über die Flurbereinigung abgerechnet werden konnten, beträchtliche finanzielle Vorteile für die Gemeinde gebracht. Insgesamt sei die Flurbereinigung jedoch noch nicht abgeschlossen.

Der Brückenbau in Buch konnte in Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Schönberg finanziell geschultert werden. Eine Schallschutzdecke im Turnraum des Schulgebäudes und der neue Internetanschluss für den Kindergarten wurden durch eine Spende der KSK ermöglicht.

Angeprangert hat Sedlmeier der Umstand, dass immer wieder Straßenbankette umgepflügt würden. Dadurch funktioniere die Entwässerung nur unzureichend, Wasser und Schlamm flößen bei stärkeren Regenfällen auf die Straße. Auch das Beschneiden von Sträuchern und Bäumen im Straßenraum und die Einhaltung des Lichtraumprofils brachte er zur Sprache.

Landrat Georg Huber lobte die vernünftige Haushaltsführung der Gemeinde. Trotz der wenigen Einnahmen leiste sie Enormes. Entgegen der städtischen Schulen und deren leichter möglichen Zentralisierung wären die Schulstandorte im ländlichen Raum nur durch gute interkommunale Zusammenarbeit zu halten. edi

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