Verkehrsproblematik in Niedertaufkirchen: Erst kommt das Gespräch mit Landrat Max Heimerl

Ja, wo führt er denn hin, der Wolfgang-Weg? Entlang der Kreisstraße oder um den Bolzplatz herum? Letzteres wäre sicherlich sicherer. Grünen-Gemeinderat Markus Schlagbauer regte an, dass man den Bolzplatz zugunsten eines Gehweges auch verkleinern könne. Im Gemeinderat erntete er dafür jedoch keine Zustimmung.Enzinger
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Ja, wo führt er denn hin, der Wolfgang-Weg? Entlang der Kreisstraße oder um den Bolzplatz herum? Letzteres wäre sicherlich sicherer. Grünen-Gemeinderat Markus Schlagbauer regte an, dass man den Bolzplatz zugunsten eines Gehweges auch verkleinern könne. Im Gemeinderat erntete er dafür jedoch keine Zustimmung.Enzinger

Idee der grünen Gemeinderäte erhält keine Zustimmung: Gremium in Niedertaufkirchen lehnt Antrag für Verkehrskonzept ab

Von Josef Enzinger

Niedertaufkirchen – Die Gemeinde Niedertaufkirchen soll sicherer und verkehrsberuhigter werden – diesen Wunsch verleihen die beiden Grünen-Gemeinderäte Dr. Rita Sperl und Markus Schlagbauer mit einem Antrag Nachdruck, der Thema der jüngsten Niedertaufkirchener Gemeinderatssitzung war. Sie forderten ein Konzept zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, schon am 31. August hatten sie dazu einen Antrag eingereicht.

Erst kommt der runde Tisch im Landratsamt

Speziell geht es den Grünen um die stark befahrene Kreisstraße, die durch den Ort führt, und um Nachbesserungen beim Gehwegbau. Kritik am Lkw-Verkehr hatte das Landratsamt bereits veranlasst, Messungen an der Kreisstraße durchzuführen. Erste Ergebnisse bestätigten das erhöhte Verkehrsaufkommen, jedoch machte die Behörde das am landwirtschaftlichen Verkehr zur Erntezeit fest. Weitere Messungen wurden angekündigt.

Erste Besprechung in kleinem Personenkreis

Wie es dazu aus der Verwaltungsgemeinschaft heißt, sei zum Thema Verkehr bereits ein Gespräch mit Landrat Max Heimerl geführt worden, weitere Themen sollten an einem runden Tisch diskutiert werden mit Vertretern des Landkreises, der Verwaltung sowie mit dem Bürgermeister.

Markus Schlagbauer (Grüne), dem das erhöhte Verkehrsaufkommen schon lange ein Dorn im Auge ist, hatte zwar angeregt, dass auch Gemeinderatsmitglieder an diesem Diskurs teilnehmen sollten, doch Bürgermeister Sebastian Winkler (FWGN/FWGR) wies dies zurück: „Diese erste Besprechung findet mit einem kleinen Personenkreis statt. Bei Bedarf später gerne mit Gemeinderatsmitgliedern.“

Winkler lehnt Antrag auf konkretes Verkehrskonzept ab

Dem Antrag auf ein konkretes Verkehrskonzept lehnte Winkler ab: „Eine Abstimmung oder Diskussion darüber wäre verfrüht und ist nach dem runden Tisch sinnvoller.“ Winkler berief sich auch auf noch laufende Verkehrszählungen, die noch ausgewertet werden müssten. Darüber hinaus betonte er bezüglich der Kreisstraße, dass der Gemeinderat darüber nicht entscheiden könne, weil sie nicht dafür zuständig sei.

Was genau wurde eigentlich bei der Verkehrsschau am 15. September beschlossen

Damit gab sich Dr. Rita Sperl (Grüne) aber nicht zufrieden. Sie fragte nach bezüglich der Einschätzung der Polizei, die bei der Verkehrsschau am 15. September geäußert haben soll, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Kreisstraße unzulässig sei. „Gibt es das schriftlich?“, wollte sie wissen. „Wenn ich im Polizeiauto sitze, damit die Gemeinde abfahre und der Polizist sagt, eine Geschwindigkeitsbeschränkung ist unzulässig, dann muss diese Aussage eigentlich reichen“, meinte dazu Winkler.

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Schlagbauer bringt auch Überquerung bei der B 299 in Stetten ins Spiel

Markus Schlagbauer (Grüne) hakte nach: „Es geht in unserer Konzeptanfrage auch um die Planung von Geh- und Radwegen, eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, gerade an der Hauptstraße haben wir ja eine Engstelle.“ Er schlug vor, dass ein Arbeitskreis zusammen mit der Verkehrsbehörde Ideen sammeln sollte, um die Situation vor Ort verbessern. „Auch über einen Geh- und Radweg nach Stetten kann man reden oder über eine Überquerung an der B 299 in Stetten.“

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Der Verkehr wird nicht weniger

Der Verkehr werde nicht weniger, beruft er sich auf entsprechende Aussagen aus der Verkehrsbehörde. „Ich sehe da ein erhebliches Gefahrenpotenzial!“ Auch der Verkehrsspiegel sei blind, gehörte ausgetauscht, schlug Schlagbauer vor, um zu bekräftigen, dass es in Sachen Verkehrssicherheit durchaus Diskussionsbedarf gebe. „Wir sollten gemeinsam Ideen sammeln und Verbesserungen bewirken.“

Neue Gesprächsrunde, wenn Bedarf besteht

Sperl störte es schließlich, dass der Grünen-Antrag abgebügelt werden sollte, indem man das Gespräch im Landratsamt als maßgebend voranstellte. Jugendreferent Andreas Huber (FWGN/FWGR) korrigierte, dass es nicht darum gehe, den Grünen-Antrag grundsätzlich abzulehnen: „Erst soll ein Gespräch stattfinden, man setzt sich zusammen, und dann wird weiter entschieden. Der Antrag wird wieder aufgegriffen, wenn der runde Tisch vollzogen worden ist!“ Im Beschlussvorschlag wurde festgehalten, dass dem Grünen-Antrag nicht entsprochen wird (11:2). Erst soll es die Gesprächsrunde geben und die Situation erörtert werden. Gegebenenfalls sollen dann neu beraten werden.

Wie kann sichere Gehweglösung aussehen?

Als sichere Gehweglösung schlug Gemeinderätin Rita Sperl die Fortsetzung des Weges an der Kirchenmauer vor. Dafür müsste aber der Bolzplatz nach Süden versetzt werden, außerdem der Kindergarten-Zaun und unter Umständen auch der Kindergarten-Eingang. Weiter nördlich, nach der Kurve könnte dann eine Querungshilfe errichtet werden. Ob dies tatsächlich die sicherere Variante wäre, das bezweifelten Gemeinderat Johann Häglsperger (FWGN/FWGR) und auch Bürgermeister Winkler: „An dieser unübersichtlicher Stelle ist eine Querung wesentlich gefährlicher“, fand er. Kinder aus dem Baugebiet Einfeld könnten schon jetzt ohne Querung den Kindergarten erreichen, „sicherer geht es nicht“.

Gehweg hinter ehemaligem Connection-Haus bietet genügend Sicherheit

Zur Ansicht Sperls, dass ein sicherer Gehweg durchgängig sein sollte, erwiderte Winkler, dass es mit dem Weg hinter dem ehemaligen Connection-Haus bereits genügend Sicherheit gebe: „Noch weiter von der Straße weg, geht ja fast nicht. Schlagbauer konterte: „Umso gefährlicher halte ich den Bolzplatz neben der Straße mit seinem niedrigen Zaun. Ich mag mir nicht vorstellen, was passiert, wenn ein Kind einem Ball nachläuft und ein Lkw daherrollt.“ Es wäre doch nicht schlimm, etwas Grund vom Bolzplatz wegzunehmen, um einen Gehweg zu schaffen, fand Schlagbauer. Ein Bolzplatz an anderer Stelle wäre ihm noch lieber. „Wenn Du ein passendes Grundstück in der Gemeinde auftreibst, entsprechend groß, auf ebener Fläche, dann gerne!“, sagte Winkler dazu.

Einen sicheren Fußgängerweg gibt es hinter dem ehemaligen Connection-Haus. Vorne auf der Kreisstraße brettern die Brummis vorbei.

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