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Natur im Landkreis

Unter Mammutbäumen – Josef Petermeier aus Niedertaufkirchen öffnet seinen Garten für alle

Ein Paradies nicht nur für Bienen: Josef Petermeier an einem von sechs langen Blumenbeete mit Gräsern und Getreidesorten. In seinem Garten finden sich auch Obst- und Mammutbäume. Und das schönste: Jeder darf hinein.
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Ein Paradies nicht nur für Bienen: Josef Petermeier an einem von sechs langen Blumenbeeten mit Gräsern und Getreidesorten. In seinem Garten finden sich auch Obst- und Mammutbäume. Und das schönste: Jeder darf hinein.
  • Karlheinz Jaensch
    VonKarlheinz Jaensch
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Mit geschickten Gärtnerhänden und Freude an der Schönheit der Natur ist es Josef Petermeier in Oberscherm wieder gelungen, seine große Blumenwiese vor dem Haus in eine Parklandschaft zu verwandeln. Die ist zwar privat, steht aber jedem offen.

Niedertaufkirchen – Der gelernte Schlosser arbeitet als Pfleger in der Wohngruppe im Stift St. Veit. Als Gärtner hat er einen privaten Park geschaffen, den jeder besuchen darf.

Mit derselben Begeisterung und Liebe, mit der er sich dort um die behinderten Bewohner kümmert, pflegt er heimischen und exotischen Bäume und Blumen auf der Wiese. „Meine Eltern sind Landwirte und von denen habe ich wohl meine Freude am Wachsen und Gedeihen der Natur.“, sagt er „Schon als Kind habe ich gerne gepflanzt, gekreuzt und veredelt.“

Jeder darf den Garten besuchen

Dieses Jahr hat der Hobbygärtner mit sechs lange Reihen aus hohen blühenden Blumen, Gräsern und Getreiden eine große Wiese eingeteilt, zwischen denen es einfach Spaß macht, im wahrsten Sinne des Wortes zu lustwandeln. Da stehen seltene Bäume, wie Mammutbäume und Mandelbäume neben Walnuss-, Apfel- oder Birnbäumen. „Alle selbst veredelt“, betont Petermeier.

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„Da habe ich alte, vergessene Apfelsorten auf junge Bäume drauf gepflanzt. Und die tragen jetzt wieder die alten Sorten.“ Dabei zeigt er stolz auf eine Reihe junger Obstbäumchen die ihren Platz inmitten des Pflanzenarrangements gefunden haben.

Rastplätze für Wanderer und Insekten

Rastplätze für Wanderer oder „vielsternige“ Insektenhotels stehen dazwischen. Die Bienen tragen zu Tausenden den Nektar in die nahen Waben. Nistkästen für Vögel erinnern an Hochhäuser und die grüne Wiese ist wie ein Teppich zwischen all den Herrlichkeiten.

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Obwohl das ein Privatgarten ist, freut sich Sepp Petermeier, wenn Besucher seine Landschaft einfach besuchen, durchschreiten, sich setzen und Zeit nehmen und die vielfältige und volle Blütenpracht genießen und bewundern. „Ich bin schon gefragt worden, ob eine Hochzeitsgesellschaft da reindarf.“ Dieses geschmackvolle Ansinnen unterstützt er gerne: „Freilich dürfen die das. Weil das einfach was Schönes ist.“ Und tatsächlich, in diesem Park geht jedem das Herz auf. Seine Pfleglinge im Heim lassen sich gerne durch diese Wiese führen.

Die große Liebe zum großen Mammutbaum

Seine Liebe gilt auch seinen Mammutbäumen. „Die wachsen so schnell, dass es eine Freude ist“, sagt Petermeier. Dreimal wurden ihm solche Bäume gestohlen, schließlich bekam er sie doch wieder. Mit seinem Freund Helmut Schmid vom Gartenbauverein hat er mit Genehmigung der Grundbesitzer, solche Bäume ins Freie gepflanzt. „Da werden die Leute staunen, wenn die groß sind. Und die stehen für die Ewigkeit.“

Pflanzen aus der Ewigkeit

Apropos Ewigkeit. Petermeier hat auch einen Urweltbaum, der seit hunderten von Millionen Jahren als ausgestorben galt, nur noch als Fossil existiert.

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„In China haben Forscher Samen entdeckt, gezüchtet und jetzt gibt es die Bäume wieder. Und da steht einer.“ Stolz zeigt er seinen Garten mit allen Pflanzen, die aus der Ewigkeit zu kommen scheinen und ewig wachsen werden.

Eines der ältesten Lebenwesen

Auch wenn aus dieser Zeit nicht mehr viel übrig ist: Der Mammutbaum, auch Urweltbaum genannt, könnte ein Überbleibsel aus einer Zeit sein, in der die Dinosaurier die Erde bevölkerten. Manchmal wird er auch lebendes Fossil genannt. Nach Auskunft des Fachportals forstpflanze.de gehört er zur Gattung Sequoiadendron und der Familie der Sumpf-Zypressengewächse: der Sequoiadendron giganteum. Die Nadeln stehen schraubig in drei Reihen, sind bis zwölf Millimeter lang, etwas abstehend oder an jungen Zweigen anliegend mit scharfer Spitze. Der Stamm ist zur Basis hin stark verbreitert, mit schwammiger zimtbrauner Borke.

Der Älteste ist über 3000 Jahre alt

Der „Methusalem“ unter den Mammutbäumen Deutschlands steht in Grafrath und wurde 1884 gepflanzt. Er besitzt eine Höhe von 31 Metern und einen Durchmesser in Brusthöhe von 140 Zentimetern. In seiner Heimat an den Westhängen der kalifornischen Sierra Nevada in den Rocky Mountains, erreicht der Mammutbaum noch ganz andere Dimensionen. Dort steht der „General Sherman“ im Sequoia National Park. Er erreicht fast 84 Meter Höhe und zwölf Meter Durchmesser. Er ist zwischen 3000 und 5000 Jahre alt.

Mammutbäume in Ecksberg

Auch im Landkreis Mühldorf gibt es an mehreren Stellen Mammutbäume. Mit die bekanntesten stehen auf dem Gelände der Stiftung Ecksberg hinter der Kirche.

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