Fernsehkoch erkundet Wirtshauskultur

Tim Mälzer in Neumarkt auf Einkaufstour für Kochsendung „Kitchen Impossible“

  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Prominenter Besuch im Metzgereibetrieb von Karl Korn und bei Edeka Peterhans. Fernsehkoch Tim Mälzer ist für eine Folge „Kitchen Impossible“ in Neumarkt-St. Veit unterwegs und begeistert von den regionalen Produkten.

Neumarkt-St. Veit – Dunkle Kleidung, Mütze auf und Mundschutz – man musste am Donnerstagabend schon zweimal hinsehen, um zu erkennen, dass es der Fernsehkoch Tim Mälzer ist, der die Metzgerei von Karl Korn in Neumarkt-St. Veit betritt. Dicht dahinter ein Filmteam – Tontechniker, Kamermann und Regisseur – das den Fernsehkoch aus Hamburg auf Schritt und Tritt begleitet und den Einkauf haarklein dokumentiert.

Was den Hamburger ins tiefste Bayern geführt hat? „Im Wesentlichen die Neugier, auch auf die Wirtshauskultur, die wir in Hamburg überhaupt nicht haben. Land, Leute und Essen – das gefällt mir!“

„Großfresse Mälzer“ auf Entdeckungstour

Dass er ein Fernsehteam mit dabei hatte, wollte der Starkoch nicht weiter kommentieren. Nur soviel sagte der Hamburger, der erst vor zwei Wochen seinen 50. Geburtstag feierte: „Großfresse Mälzer in kulinarischen Regionen, die es neu zu entdecken gilt. Was kann das schon sein?“ Wer Mälzer kennt, weiß: Es kann sich nur um die Sendung „Kitchen Impossible“, die ab 14. Februar mit einer neuen Staffel auf dem Privatsender VOX zu sehen sein wird.

Allem Anschein nach zeichnete das Fernsehteam dafür auch in der Region auf. Welcher Koch es aus der Region um Neumarkt-St. Veit sein wird – das wusste am Donnerstag Mälzer selbst nicht. Und auch das Fernsehteam hüllte sich in Schweigen. Mälzer hatte lediglich die Aufgabe ein ihm vorher vorgesetztes Gericht zu analysieren und die entsprechenden Zutaten zu besorgen.

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Metzger Karl Korn stand Mälzer dann auch gerne helfend zur Seite, um ihm etwa den Unterschied von Schulter und Haxe vom Schwein zu erklären. Was auf einer bayerischen Brotzeitplatte auf keinem Fall fehlen darf – wer sollte das besser wissen als Karl Korn, dessen Metzgerei schon auf eine über 110-jährige Geschichte zurückblicken kann.

In einem der letzten Betriebe im Landkreis, in dem noch selbst geschlachtet wird: Fernsehkoch Tim Mälzer (Zweiter von links) interessierte sich in Neumarkt sehr für die Geschichte der Metzgerei von KarlKorn (rechts).

„Wir sind eine der letzten Metzgereien im Landkreis, die noch selbst schlachtet“, erklärte Korn dem prominenten Koch der sich auf seiner Einkaufstour viel Zeit nahm, um dem Metzgermeister zuzuhören. Dabei stellt sich heraus: Mit Wollwürsten steht Mälzer auf Kriegsfuß: „Eine Wurst ohne Darm? Das geht gar nicht!“

Franzls Teufelssoße, eine Spezialität der Region. „Noch nie gehört!“ Klar, dass Mälzer, neugierig auf jede Form kulinarisch unbekannter Genüsse, ein Glas davon einpackte. Korn zeigte nach dem prominenten Besuch begeistert: „Sowas kommt nicht jeden Tag vor, aber man fühlt sich schon geehrt, wenn ein solcher Star ausgerechnet zu mir kommt!“

Was sind Kornettis? Karl Korn (rechts) erklärte dem Gast aus dem hohen Norden auch die hauseigene Spezialität .

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Der erste Prominente in seinem Laden? „Nein, der Fredl Fesl war auch schon da!“, verrät Korn, der selbst nicht unerfahren ist im Umgang mit dem Fernsehen. Als junger Mann war der 53-jährige Neumarkter mal Kandidat bei der Sendung „Herzblatt“.

Unfall auf dem Weg nach Neumarkt

Mälzers Besuch war angekündigt, doch hatte sich der Hamburger um eine Stunde verspätet. „Ich habe ein Auto gecrasht“, entschuldigte sich der sympathische Fernstar gleich beim Personal der Metzgerei. Getrocknetes Blut am rechten Ohr zeugte davon: Mälzer war offensichtlich nicht unverletzt geblieben. Doch das bemerkte kaum jemand, mit seinem norddeutschen Charme und humorvollen Dialogen lenkte er geschickt davon ab, verzückte er die Belegschaft der Metzgerei.

„Eine Wurst ohne Darm? Das geht gar nicht!“

Fernsehkoch Tim Mälzer

Offen für Tipps von der Edeka-Cefin

Nicht nur die Metzgerei Korn, auch dem Edeka-Geschäft Peterhans von Inhaberin Christine Weindl stattete Mälzer einen Besuch ab, um die Reste seines Menüs zusammenzustellen. Und es gab keine Zutat, die es dort nicht zu kaufen gegeben hätte. Radi, Semmelbrösel – das Personal gab sich auch sichtlich Mühe, dem Fernsehkoch die bayerische Sprache auszudeutschen.

Ein Gruppenfoto mit dem Personal? „Gerne“, sagte Melzer uns gesellte sich unter die Angestellten des Edeka-Geschäftes von Christine Weindl (links).

Dazu reichlich Gemüse und der Tipp von Edeka-Chefin Christine Weindl, Schnittlauch besser im Topf zu kaufen, „dann hält er länger“. Mälzer nahm den Tipp dankend an. Die Pils-Pfanne hingegen, die ihm Ramon Kempin anbot – eine Pfanne mit Dosenbier aus Tschechien – lehnte der Fernsehkoch lachend ab.

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