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Über geheime Schatzkammern und die Verhinderung einer Plünderung

Der Reliquienaltar des heiligen Luzius.
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Der Reliquienaltar des heiligen Luzius.
  • VonWalter Jani
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Neumarkt-St. Veit – Ein gebürtiger Neumarkter sollte wie kein anderer in die Klostergeschichte von St. Veit eingehen: Marian Wieser.

Er wurde 1653 geboren, 1679 zum Priester geweiht und hatte eine mehr als ungewöhnliche Ausbildung erhalten. In der Philosophie und Theologie graduiert, war er von 1685 bis 1688 Lehrer der Philosophie an der Universität in Salzburg.

Nach dieser Zeit kehrte er nach St. Veit zurück, wo er anfangs das Priorat (Abtvertretung) bekleidete. Er war nicht nur in der Führung des Konvents ein Mann erster Klasse, sondern auch in wirtschaftlichen Dingen ein Könner seines Faches. Sein Lebensmotto lautete: „Getreide ohne Mühl, Werk ohne Ziel, gilt keines viel.“ Noch im Jahre 1695, dem Jahr seines Amtsantrittes, ließ er die Reliquie des heiligen Luzius in einem großen Festzug nach St. Veit bringen. Es handelte sich hier um einen in der Barockzeit üblichen Kult um die Katakomben-Heiligen. Die Gebeine des heiligen Lucius wurden ein Jahr vorher vom Kapuzinerpater Adrian von Wildenau nach der Entnahme aus der Kalixtus-Katakombe in Rom dem St. Veiter Abt geschenkt. Um einen würdigen Unterbringungsort zu schaffen, ließ Wieser neben dem Hauptaltar die sogenannte Luzius-Kapelle errichten, die am 20. September 1696 eingeweiht wurde.

Vier Tage später wurden die Gebeine des heiligen Luzius in einem extra erbauten Reliquienaltar feierlich beigesetzt. Die Chronisten jener Zeit berichteten über einen Zulauf des Volkes, wie ihn St. Veit bis dahin noch nie gesehen hatte.

1699 ließ der Abt den Hochaltar renovieren und an den Wänden des Chores das Leben des heiligen Vitus in Bildern darstellen. Daneben wurden auch noch weitere Statuen angebracht, die, neben den Eltern des heiligen Vitus, auch die Stifter des Klosters zeigen.

900 Forint auseigener Tasche

Ein Jahr später ließ Abt Wieser hinter dem Hochaltar eine Schatzkammer einbauen, die nur über einen versteckten Zugang in der neuerrichteten Sakristei zugänglich war. Im Spanischen Erbfolgekrieg bewahrte er im Jahre 1706 den Markt Neumarkt vor großem Schaden: Der Kaplan Johann Nepomuk Kißlinger beschrieb in seinem 1915 erschienenen Werk „Geschichte des Benediktiner-Klosters Sankt Veit“ diese heikle Situation so: „Als der kaiserliche General Kriechbaum am 6. Januar 1706 Truppen in Neumarkt einquartierte und den Markt der Plünderung preisgeben wollte, bewog der Abt denselben im Quartiere zu Ampfing, sich mit einer Brandschatzungssumme zu begnügen. Der Abt lieh dem Markt hierzu 900 Forint und brachte die Summe selbst nachts um 1 Uhr dem Neumarkter Magistrate“.Walter Jani

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