Egglkofen weist begehrten Baugrund aus, Regierung von Oberbayern nicht begeistert

Auf dieser 2,2 Hektar großen Fläche soll das neue Baugebiet „Bergblick“ entstehen. 24 Bauparzellen sollen hier entstehen, wobei bereits 16 Baugrundstücke verkauft sind.
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Auf dieser 2,2 Hektar großen Fläche soll das neue Baugebiet „Bergblick“ entstehen. 24 Bauparzellen sollen hier entstehen, wobei bereits 16 Baugrundstücke verkauft sind.

In der Nähe des Bahnhofes soll das Baugebiet „Bergblick“ entstehen. Die rund 2,2 Hektar große Fläche liegt am westlichen Ortsrand. 24 Bauparzellen sollen dort entstehen, wobei die Regierung von Oberbayern zu bedenken gibt, Flächenausweisungen „verstärkt kritisch zu prüfen sind“.

Egglkofen – Die Realität spricht aber eine deutliche Sprache: Die Gemeinde hat jetzt in kurzer Zeit zwei Baugebiete ausgewiesen: „Bäckerberg“ und „Bergblick“. Das Baugebiet „Bäckerberg“ ist bereits erschlossen. Hier sind von den vorhandenen 29 Bauparzellen nur noch fünf Grundstücke zu haben. Für das geplante Baugebiet „Bergblick“ stehen von den 24 möglichen auch nur noch acht Bauparzellen zur Verfügung.

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Mangel ist noch immer nicht behoben

Damit wurden in Egglkofen in weniger als zwölf Monaten mehr als 30 Baugrundstücke verkauft. Dabei wurde der weit überwiegende Teil der Baugrundstücke von Bürgern aus der Gemeinde Egglkofen gekauft und der langjährige Mangel an verfügbarem Wohnraum sei immer noch nicht behoben, sagt Bürgermeister Johann Ziegleder. Durch das Baugebiet „Bergblick“ sei auch kein Überangebot zu warten, da aktuell nur noch 13 Bauparzellen in den beiden neuen Baugebieten verfügbar sind. Für Bürgermeister Ziegleder ist das ein erschöpfender Nachweis für den tatsächlich bestehenden Bedarf an neuen Siedlungsflächen in Egglkofen.

Bei einem Ortstermin Anfang des Jahres mit Vertretern der Regierung von Oberbayern und dem Landratsamt Mühldorf wurde auch darauf verwiesen, dass das Prinzip „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ nicht umsetzbar ist, da im Innenraum kaum Bauparzellen zu kaufen sind. Es gibt zwar im Ortsgebiet von Egglkofen diverse Flächen, die bebaubar wären. Diese befinden sich allerdings in Privatbesitz und werden nicht verkauft oder sind in unmittelbarer Nähe zur Bahnlinie und im Überflutungsbereich des Tegernbaches; und können damit nicht realisiert werden.

Lärmschutzgutachten soll Immissionen prüfen

Da das geplante Baugebiet in der Nähe der Bahnlinie Mühldorf-Landshut entstehen soll, mussten mithilfe eines Gutachtens die Lärmschutzimmissionen geprüft werden. Das beauftragte Planungsbüro konnte aber Entwarnung geben.

Bei der Beteiligung der Behörden forderte das Landratsamt Mühldorf – Fachbereich Naturschutz – zudem, dass „zur Sicherung der kontinuierlichen ökologischen Funktionalität 20 Lerchenfenster, ein jährlicher Blühstreifen in einer Gesamtgröße von 4000 Quadratmetern, eine Hecke auf einer Länge von 50 Metern sowie ein Ackerrandstreifen vor der Hecke in einer Tiefe von mindestens drei Metern entstehen muss.

„Wild abfließendes Wasser“ befürchtet

Das Wasserwirtschaftsamt erinnert daran, dass das geplante Baugebiet an einem südseitig exponierten Hang liegt und deshalb bei starkem Regen „wild abfließendes Wasser nicht auszuschließen“ ist. Dadurch kann es zu flächiger Überflutung von Straßen und Grundstücken kommen. Das Wasserwirtschaftsamt empfiehlt daher den Grundstücksbesitzern, die Gebäude so zu gestalten, dass „infolge von Starkregen oberflächlich abfließendes Wasser nicht eindringen kann“.

Bebauungsplan muss erneut ausgelegt werden

Wegen der eingegangenen Stellungnahmen hat die Verwaltung dem Gemeinderat eine erneute Auslegung des Bebauungsplanes empfohlen. Der Gemeinderat würdigte zum einen die Stellungnahmen der Behörden und befürwortete zum anderen einstimmig die erneute Auslegung des Bebauungsplanes.

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