Ökumene am Buß- und Bettag

Neumarkt-St. Veiter Christen beten gemeinsam

Wegen der Vorschriften zur Pandemie war ein Altarraum vor der Friedenskirche errichtet worden, von links: Organist Wolfgang Sänger, Pfarrerin Anke Sänger und Pastoralreferentin Marianna Scholz.
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Wegen der Vorschriften zur Pandemie war ein Altarraum vor der Friedenskirche errichtet worden, von links: Organist Wolfgang Sänger, Pfarrerin Anke Sänger und Pastoralreferentin Marianna Scholz.
  • Karlheinz Jaensch
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Evangelische und katholische Kirche feiern wegen Corona diesmal vor der Friedesnkriche. Pfarrerin Anke Sänger zieht einen Vergleich zwischen der Geschichte von Jonas und der Stadt Ninive zur heutigen Pandemie

Neumarkt-St. Veit – Am Abend des Buß- und Bettages trafen sich Gläubige am Vorplatz der evangelischen Friedenskirche in Neumarkt-St. Veit. Gegen 19 Uhr brannte in einem Eisenkorb ein wärmendes offenes Feuer, viele Kerzen und Lichterketten sorgten für eine durchaus feierliche Stimmung. Unter einem Pavillon vor dem westlichen Eingang war vor einem großen Holzkreuz ein Altar errichtet. Die hier versammelten Neumarkter Christen wollten auch in Coronazeiten die an diesem Tage schon traditionelle ökumenische Gebetsfeier nicht missen.

Auch Orgeltöne vor der Friedenskirche

Pfarrerin Anke Sänger und Pastoralreferentin Marianna Scholz gestalteten zusammen mit dem Organisten Wolfgang Sänger auch im Rahmen der jetzt herrschenden Pandemievorschriften würdig und erbauend diese Bußfeier. Auf ausgeteilten Faltblättern standen die Gebete und Lieder, die die Bedeutung der Feierlichkeit unterstrichen.

Anwesende entzünden Lichter

Im Wechsel sprachen die Geistlichen und die Versammelten die Gebete und Psalmen, dazwischen wurden allgemeine Bitt- und Dankgebete auch in den bekannten Melodien als Lieder gesungen. Aus dem Evangelium wurde gelesen und gemeinsam sprachen die Anwesenden das Glaubensbekenntnis gesprochen, das Dietrich Bonhoeffer in einer Form abgefasst hat. Jeder Anwesende konnte während der Feier auch seine persönliche Bitte an Gott bei der Entzündung eines Lichtes neben dem Altar in einem stillen Gespräch vertiefen.

Durch vernünftiges Tun Schlimmes vermeiden

In einer Ansprache über Reue und Bußfertigkeit erklärte Pfarrerin Anke Sänger, dass Gott zwar ein gestrenger Gott ist, der aber den reuigen Sünder nicht verdammt. Dabei erinnerte sie an die Geschichte von Jonas und der Stadt Ninive. Nachdem der Prediger den König und das Volk damals zur Umkehr hatte bewegen können, sah Gott von der geplanten Bestrafung ab. Der Vergleich zur Pandemie lag nahe, und durch gemeinsames vernünftiges Tun könne Schlimmstes vermieden werden.

Nach dem gemeinsamen Vaterunser und der Erteilung des Segens durch die Pfarrerin traf man sich am zweiten Pavillon im Kirchenvorplatz, wo man bei Schmalzbrot und wärmenden Getränken noch einige Zeit plauderte – hinter den vorgeschriebenen Masken und in gebührendem Abstand. nz

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