Tempodrosselung und mehr Sicherheit

Zangberg - Wieder einmal war das Problem des Durchgangsverkehrs durch die Ortsmitte auf der Staatsstraße 2091 mit zum Teil zu hohen Geschwindigkeiten von Fahrzeugen wie auch die Suche nach einer sicheren Querungshilfe für Fußgänger über die Straße Thema in der Gemeinderatssitzung.

Breiten Raum nahm der Punkt "Verkehrsberuhigende Maßnahmen im Bereich der Staatsstraße 2091 in Zangberg" ein. Dabei ging es zunächst um die Stellungnahme des Staatlichen Bauamtes zum Gemeinderatsbeschluss aus der vorhergegangenen Sitzung mit den darin enthaltenen Anregungen. Die Gemeinde ist der Überzeugung, dass eine Überquerungshilfe nur dann sinnvoll sei und von den Bürgern, vor allem von Kindern und Schülern, auch benützt würde, wenn sie in Kreuzungsnähe eingerichtet würde.

Dazu schreibt Technischer Amtmann Horst Eis vom Bauamt: "Wir können einem Bau der Querungshilfe im Bereich der derzeitigen Fußgängerfurt nicht zustimmen." Er begründet dies in digitalen Bildern damit, dass Lastzüge, die von der St2354 aus Oberbergkirchen nach links oder von der Ortsstraße, also vom Klosterberg, nach rechts in die St2091 Richtung Lohkirchen einbiegen, die Querungshilfe überfahren müssten, um "die Kurve zu kriegen". Dies widerspreche aber dem Sicherheitsgedanken dieser Querungshilfe. Der Schwerverkehr, so heißt es weiter, müsse Bundes- und Staatsstraßen ohne Überfahren von Banketten, Bordsteinen und anderen Einbauten benutzen können.

Zum Vorschlag der Gemeinde, eine Fußgängerampel einzurichten, stellt das Bauamt fest, dass nur eine Lichtsignalanlage für den gesamten Knoten sinnvoll wäre. "Aufgrund der Verkehrsbelastung, Unfallzahlen und so weiter gibt es hierfür keine Notwendigkeit", heißt es dazu.

Zu den weiteren Vorschlägen der Gemeinde, wie das Aufbringen von sich verjüngenden Fahrbahnmarkierungen - wie in Italien gängig - und Verkehrsinseln verweist das Bauamt auf die Verkehrsbehörde. Eine sogenannte "Bremskurve" vor dem Ortseingang im auszubauenden Teilstück der St2091 südlich von Zangberg lehnt Horst Eis ab, "da einzelne zu enge Kurven in ansonst gestreckter Linienführung den Verkehrsteilnehmer überraschen und zu Unfällen führen".

Auch ein Versetzen der Ortstafel am südlichen Ortsrand hält das Bauamt nicht für zielführend, weil weit vor dem eigentlichen Ortsbeginn aufgestellte Ortstafeln vom Verkehrsteilnehmer nicht angenommen oder übersehen würden. "Eine Reduzierung der Geschwindigkeit im Ort wird dadurch nicht erreicht", argumentiert Eis.

Abschließend erklärt sich das Bauamt bereit, "eine Fußgängerüberquerung an der von uns vorgeschlagenen Stelle in Angriff zu nehmen." Es schlägt schließlich noch vor, die Busbucht wegfallen zu lassen und somit eine beidseitige Aufweitung der Fahrbahn der St 2091 zu erreichen, was die Sicht auf die wartenden Fußgänger verbessern würde.

In der Diskussion fragte Hans Holzer: "Wollen wir uns damit zufrieden geben, was das Staatliche Bauamt sagt, oder wollen wir eine Verbesserung?" Für Peter Asenbeck geht es vor allem darum, "dass die Leute vernünftig durch den Ort fahren". Werner Luft begründete die Forderung nach einer Querungshilfe mit der Lage wichtiger, viel frequentierter Einrichtungen östlich und westlich der Straße.

Bürgermeister Franz Märkl stellte das Dilemma so dar: "Vorne (an der Kreuzung, die Redaktion) kriegen wir die Querungshilfe nicht", und hinten - 20 Meter weiter nördlich - nütze sie nichts. Auch für ihn ist eine einzelne Fußgängerampel zu gefährlich. Alfred Huber berichtete, dass er mit einem Verkehrsfachmann darüber gesprochen habe. Dieser wunderte sich, dass das Staatliche Bauamt überhaupt einen Plan mache. Von der Priorität her sah dieser keine Notwendigkeit dafür, da die Kreuzung total übersichtlich sei. Seine, Hubers, Zählung am Sitzungstag von 7 bis 8 Uhr habe 17 Überquerungen an der Fußgängerfurt ergeben. Neun Schüler hätten gegenüber dem Gasthaus die Straße überquert.

Im Beschluss zu einer Antwort ans Bauamt lehnte der Gemeinderat dessen Vorschlag ab. Die Gemeinde will aber am südlichen Ortsende eine Überquerungshilfe errichtet haben, wo der Gehsteig östlich der Straße am Anwesen Edmeier endet und westlich derzeit ein neuer Geh- und Radweg ortsauswärts gebaut wird. gth

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