Kein Bauernmadl, kein Rembacher, keine Ziachmusik

Taubenbergler Trachtler-Vorsitzender im Interview: 49 Termine auf Null reduziert

Ein seltenes Bild: Eine leere Verankerung vor den Toren der Stadt. Das Maibaumaufstellen am 1. Mai ist schon Mal wegen Corona abgesagt worden. Ob der Baum später aufgestellt wird, lässt Vorsitzender Eckereder offen.
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Ein seltenes Bild: Eine leere Verankerung vor den Toren der Stadt. Das Maibaumaufstellen am 1. Mai ist schon Mal wegen Corona abgesagt worden. Ob der Baum später aufgestellt wird, lässt Vorsitzender Eckereder offen.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Ein Jahr Corona: Keine leichte Aufgabe für neuen Wolfgang Eckereder, der erst im Januar 2020 zum neuen Trachtler-Vorsitzenden der Taubenbergler aus Neumarkt gewählt worden ist

Neumarkt-St. Veit – Zuversichtlich hatte der Trachtenverein Taubenbergler Stamm aus Neumarkt-St. Veit Anfang 2020 in die Zukunft geblickt. 49 Termine standen im Kalender des rührigen Vereins, der erst im Januar einen neuen Vorsitzenden gewählt hatte.

Doch mit Corona kam nicht nur die Unsicherheit, sondern dann auch sukzessive die Absage aller Termine. Kein leichtes Einstandsjahr also für den neuen Trachtler-Chef Wolfgang Eckereder. Im Interview verrät er, was er sich im zweiten Jahr mit Corona erwartet.

Wie haben Sie das erste Jahr an der Spitze des Vereines erlebt? Sie wurden ja quasi unmittelbar vor dem Lockdown gewählt, aber Veranstaltungen dürften keine stattgefunden haben…

Wolfgang Eckereder: Das erste Jahr war, was Veranstaltungen und Proben betraf, ja seit März sehr zurückgefahren beziehungsweise teilweise ja auch gar nicht mehr möglich. Die Entscheidungen, unsere Veranstaltungen abzusagen, fielen uns und natürlich mir als neuen Vorsitzenden sehr schwer.

Die letzten Tanz- und Plattlerproben hielten wir im März ab. Als wir im Oktober wieder beginnen wollten, schnellten die Infektionszahlen nach oben und auch unser Hygienekonzept konnte uns nicht mehr helfen.

Wolfgang Eckereder ist vor einem Jahr zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Doch der neue Vorsitzende konnte nicht viel bewirken – Corona lähmt auch den Trachtenverein.

Wie viele Veranstaltungen waren denn eigentlich geplant?

Wolfgang Eckereder: Absagen mussten wir letztes Jahr leider unseren Heimatabend, die Familienfeier, den Gedenkgottesdienst, das Kirtafest, Kinder- und Jugendausflüge, die Theateraufführungen und unsere Adventsfeier. Auf dem Programm stand auch das 4-Vereine-Preisplatteln, das wir letztes Jahr ausgerichtet hätten.

Wie groß ist die Sorge, dass nach der Corona-Pandemie vor allem im Nachwuchsbereich die Leute wegbleiben könnten?

Wolfgang Eckereder: Es lässt sich schwer sagen, wie viele Kinder und Jugendliche nach dieser schweren Zeit wieder zu den Proben und Veranstaltungen kommen werden. Ich denke, einige werden nicht mehr kommen und andere, die Freude am Tanzen und Platteln haben, werden uns treu bleiben. Das Problem: Es ist im Moment schwer, Nachwuchswerbung zu betreiben, solange keine längerfristige Planung möglich ist.

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Halten Sie in irgendeiner Form Kontakt mit den Mitgliedern des Trachtenvereins?

Wolfgang Eckereder: Mit den Mitgliedern gibt es zur Zeit so gut wie keinen Kontakt. Wichtige Entscheidungen im Vereinsausschuss werden über Messenger-Dienste besprochen. Auf unserer Internetseite versuche ich, aktuelle Informationen bereitzustellen. Aber diese beschränken sich aktuell auf „müssen wir absagen“ oder „können wir im Moment noch nicht sagen“.

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Gibt es für 2021 überhaupt eine Terminplanung oder ist das gegenwärtig nicht möglich?

Wolfgang Eckereder: Was mit den Veranstaltungen in diesem Jahr wird, ist meines Erachtens nicht planbar. Fakt ist, dass unser Heimatabend, das Maibaumaufstellen und die Familienfeier im ersten Halbjahr nicht stattfinden werden. Wie sich das zweite Halbjahr entwickelt, lässt sich ja noch nicht sagen und wir werden diese Entscheidung auch erst im Sommer treffen können.

Dann erst wird entschieden, ob wir zum Beispiel heuer Theater spielen können oder das Kirtafest und die Adventsfeier stattfinden werden. Es gibt daher auch keine aktuelle Veranstaltungsliste.

Wie blicken Sie denn perspektifisch auf das bevorstehende Vereinsjahr?

Wolfgang Eckereder: Ich würde mich freuen, wenn sich die Corona-Pandemie bald entspannen würde und wir uns auch zum geselligen Beisammensein wieder treffen könnten, denn das fehlt mir neben dem Tanzen und Platteln auch persönlich in dieser Zeit am Meisten.

Natürlich hätte ich mir mein erstes Jahr als Vorsitzender gerne anders vorgestellt und ich wäre mit unserem Verein zu Gebiets- und Gauveranstaltungen gefahren. Aber es lässt sich halt zur Zeit nicht ändern. Ich hoffe, dass unsere Mitglieder in und auch nach dieser schwierigen Zeit dem Verein weiterhin die Treue halten.

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