Tagtäglich gefährlich: Neumarkt-St. Veiter Schüler müssen sich Straße mit 40-Tonnern teilen

Halb Wiese, halb Straße: Auf dem Weg von der Dichtersiedlung zur Schule müssen die Kinder frühmorgens gut aufpassen. Besonders in der Ludwig-Ganghofer-Straße herrscht nach Tagesanbruch ein großes Verkehrsaufkommen, weil viele Angestellte zur Arbeit fahren und Lastwagen Waren liefern beziehungsweise abholen. Steinbach

Was mich freut, was mich ärgert: Harald Steinbach prangert Verkehrssituation an, fordert Gehweg in der Ludwig-Ganghofer-Straße, Tempo 30 oder eine farbliche Abtrennung. Stadt will darauf reagieren, lässt Ideen und Vorschläge überprüfen

Neumarkt-St. Veit – Kinder auf dem Schulweg, an denen schwere Lastwagen vorbeifahren – wie passt das zusammen? „Gar nicht“, findet Harald Steinbach, der auf seinem täglichen Weg zur Arbeit mit diesem Bild konfrontiert ist. „Ich arbeite bei Bachmann und täglich fällt mir auf dem Weg zur Arbeit auf, dass die Ludwig-Ganghofer-Straße für die Schul-, Kindergarten- und Hortkinder aus der Dichtersiedlung eine tägliche Gefahr ist.“

Viel Verkehr in den frühen Morgenstunden

Täglich würden 40-Tonner der ansässigen Betriebe diese Straße befahren. Er habe Busse gesehen und auch Busse, die abgeschleppt würden. Und natürlich die vielen Arbeitnehmer, die mit ihren Fahrzeugen in die Arbeit fahren. „Alleine die Firma Bachmann hat 150 Beschäftigte“, sagt Steinbach, der auch die Bauhoffahrzeuge und die Feuerwehr erwähnt, die ebenfalls diese eine Erschließungsstraße nutzen würden.

„Der Stadtplatz wird mehr oder weniger sinnvoll verschönert und die Kinder werden in dieser Straße tagtäglich dieser Gefahr ausgesetzt“, regt sich Steinbach auf. Denn auf ihrem Schulweg steht den Kindern nicht etwa ein Gehweg zur Verfügung, sie trotten auf der Straße zur Schule jenseits des Bahngleises.

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Deshalb hat sich Steinbach an Bürgermeister Erwin Baumgartner gewandt, ihn auf den Missstand und die aus seiner Sicht potenzielle Gefahrenlage für die jüngsten Verkehrsteilnehmer hingewiesen, zumal es jetzt im Herbst immer länger am Morgen dunkel bleibt, die Kinder umso schwerer auszumachen sind.

Baumgartner: LEDs bringen bereits mehr Sicherheit

Wie Neumarkts Bürgermeister mitteilt, habe Steinbach bereits im August mit dem Rathaus Kontakt aufgenommen: „Wir haben ihm zugesagt, dass wir seine Anregung im Zusammenhang mit dem Ausbau der Ludwig-Ganghofer-Straße prüfen werden. Das gilt auch weiterhin, wird aber sicherlich die Situation kurzfristig noch nicht verändern.“

Baumgartner gibt zu, dass die Situation nicht neu ist „und es hat sich auch nichts verschlechtert“. Im Gegenteil: Im gesamten Straßenbereich sei eine neue LED-Straßenbeleuchtung angebracht worden, „die eindeutig mehr Sicherheit in den Wintermonaten bringt“.

Tempo 30 nicht nur in Siedlungsstraßen

Steinbachs Vorschläge, so Baumgartner weiter, habe man zur Kenntnis genommen und werde diese auch prüfen lassen. Vorgeschlagen hatte dieser eine farbige Abtrennung der Straße als Fußgängerweg. Steinbach empfahl den Grundstückserwerb auf der Seite Richtung Bahn zum Bau eines Gehweges. Außerdem habe er Verhandlungen mit der Firma Frischhut angeregt bezüglich der Umgestaltung ihrer Parkplätzen. Schließlich habe er auch Tempo 30 vorgeschlagen – nicht nur in der Siedlung, sondern die gesamte Straße entlang.

Baumgartner will keine Schnellschüsse

Alles Ideen, die „sicherlich prüfenswert“ sind, so Baumgartner, der allerdings keine Schnellschüsse produzieren will: „Wir möchten, trotz der Wahlzeit, nicht in Aktionismus verfallen und übereilt oder falsche Entscheidung fällen. Wir werden deshalb die Verkehrssituation mit dem Verkehrssachbearbeiter der Polizei überprüfen und gegebenenfalls dem hierfür zuständigen Bau- und Umweltausschuss entsprechende Vorschläge machen.“

Die Schüler selbst seien laut Baumgartner bereits entsprechend ausgestattet worden: „Jeder Schulanfänger bekommt von uns am Tag seiner Einschulung einen Leuchtstreifen zum Klicken – für seine Sicherheit!“

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