Ein Stromkonzept, das in die Tiefe geht: Unterflurelektranten für den Neumarkter Stadtplatz

Eine Ladesäulesteht bereits auf dem Neumarkter Stadtplatz, und zwar auf Höhe der ehemaligen Rathauses. Eine weitere Ladesäule wäre noch im Süden des Stadtplatzes möglich. Das war‘s dann aber auch schon. Weitere Stationen scheitern an der Kapazität der Stromversorgung in Neumarkts „guter Stube“. Jaensch
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Eine Ladesäulesteht bereits auf dem Neumarkter Stadtplatz, und zwar auf Höhe der ehemaligen Rathauses. Eine weitere Ladesäule wäre noch im Süden des Stadtplatzes möglich. Das war‘s dann aber auch schon. Weitere Stationen scheitern an der Kapazität der Stromversorgung in Neumarkts „guter Stube“. Jaensch

Das Ingenieurbüro Coplan stellt die unterirdische Stromversorgung als Alternative vor. Damit ließe sich eine weitere E-Ladesäule errichten, danach ist ein weiterer Ausbau der E-Mobilität aber nicht mehr möglich: Es scheitert an den Kapazitäten. Und eine Trafostation kommt aus Denkmalschutzgründen nicht in Frage.

Von Josef Enzinger

Neumarkt-St. Veit – Wenn schon Stadtplatzsanierung, dann bitteschön in der Hightech-Variante: Die Stromversorgung für größere Festlichkeiten soll zukünftig unterirdisch erfolgen. Das ist zwar teuer, aber in der Praxis mit deutlich weniger Aufwand verbunden, wenn etwa Musikgruppen beim Stadtfesten Starkstrom benötigen oder Getränkeanhänger runtergekühlt werden sollen. Das Ingenieurbüro Coplan aus Eggenfelden stellte dem Bauausschuss die Elektroplanung für die Stadtplatzsanierung vor.

Unterirdisch besser, aber auch teurer

„Unterflurelektrant – so nennt sich die unterirdische Stromversorgung, die Ingenieur Ingo Schindler dem Bauausschuss vorgestellt hat. Vier Standorte gab er an, wo diese Anschlüsse in den Untergrund integriert werden sollen. Zwei im Osten des Stadtplatzes, etwa auf Höhe des ehemaligen Rathauses, und zwei schräg gegenüber im Westen.

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Der Unterschied zur Stromversorgung über gewöhnliche Schächte: Elektranten verfügen über ein eigenes Sicherungssystem. „Sollte es zu Ausfällen oder Störrungen kommen, hat man nicht lange nach den Sicherungen zu suchen“, erklärt Schindler auf Nachfrage.

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Zur weiteren Stromversorgung sei ein Schacht an der Ausfahrt der Johanneskirche geplant. Außerdem soll es Poller geben, die zum Beispiel die Stände und Fahrzeuge während des Wochenmarkts vor dem ehemaligen Gasthaus Trager mit Elektrizität versorgen sollen. Nachteil: „Die stehen halt dann da!“, so Schindler.

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Es gäbe auch die montierbare Variante, doch Schindler sah selbst ein, dass der Aufwand für Auf- und Abbau anlässlich der Wochenmärkte zu groß wäre.

Konkrete Zahlen für Stromverteiler nannte Schindler nicht, die Elektroplanung sei nur ein Teil der insgesamt 4,34 Millionen Euro, die als Gesamtsumme für die Stadtplatzsanierung im Raum steht. „Ein Unterflurelektrant kostet aber knapp drei Mal so viel wie ein Poller, er ist aber auch leistungsstärker“, brachte Schindler zumindest einen Vergleichswert.

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Bei der Frage nach einer sinnvollen Elektroplanung brachte CSU-Stadtrat Reinhard Fuchs weitere E-Ladesäulen ins Spiel. Eine davon steht bereits am Brunnen vor dem ehemaligen Rathaus.

Keine Schnelladesäule auf dem Stadtplatz

Fuchs wollte wissen, wo weitere Säulen errichtet werden könnten. Schindler meinte dazu, dass es durchaus möglich wäre eine weitere Ladestation nach aktuell gängigem Standard im südlichen Bereich des Stadtplatzes zu errichten. Mit einer Ladestation mit dem in Deutschland gängigem Typ-2-Stecker und maximaler Ladeleistung von 22 Kilowatt seien dann aber auch die Kapazitäten ausgeschöpft. „Für weitere Ladesäulen oder Schnelladevorrichtungen steht am Stadtplatz nicht die Leistung zur Verfügung. Dazu wäre eine weitere Trafostation nötig“, erklärte Schindler dem Bauausschuss.

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Schnelladeeinheiten würden laut Schindler zwischen 50 und 150 Kilowatt leisten. Für eine Ladeleistung von 300 bis 500 Kilowatt wäre sogar eine eigene Trafostation notwendig, „doch die Errichtung von Trafostationen an denkmalgeschützten Orten, wo auch das Gesamtbild eine große Rolle spielt, ist nicht möglich“, so Schindler, der damit auch dem Wunsch von Reinhard Fuchs nach Leerrohren für zusätzliche Ladesäulen eine Absage erteilte. „DC-Ladestation werden wir schlichtweg nicht versorgen können!“ Und so sei eine Vorhaltung nur „bedingt“ sinnvoll.

Übersichtliche Standorte für Poller

Dazu befand Rosmarie von Roennebeck, Stellplätze nicht für Ladesäulen zu verschwenden. „Dafür gibt es andere, besser geeignete Standorte außerhalb des Stadtplatzes!“

Die Poller betreffend versprach Bürgermeister Erwin Baumgartner dem UWG-Ausschussmitglied Peter Hobmaier, bei der Ausführungsplanung darauf zu achten, dass übersichtliche Standorte gewählt werden und umgefahrene Poller nicht zur Tagesordnung werden.

Schließlich stimmten acht der anwesenden Ausschussmitglieder für die Elektroplanung, Ludwig Spirkl (SPD) war dagegen.

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