Da steckt Musik drin: Lohkirchenerin entwickelt das pädagogische Brettspiel „Noten würfeln“

Ziel ist es,durch Benennen der erwürfelten Noten und/oder Notenwerte das Zielfeld zu erreichen. privat

Noten lesen, das ist seit jeher nicht die beliebteste Aufgabe im Musikunterricht. Deshalb hat sich die Lohkirchener Musikpädagogin Karin Tiefenbeck Gedanken gemacht, wie dieses „Thema“ unterhaltsam und doch mit „Lerneffekt“ gelöst werden kann. Herausgekommen ist ein Brettspiel: „Noten würfeln!“

Lohkirchen– Noten lernen ist seit Langem ein fester Bestandteil des Instrumentalunterrichts. Auch in der Grundschule und an weiterführenden Schulen gehört das Erlernen der Notation zum Lehrplan, ist also Teil der Allgemeinbildung. „Was aber nicht bedeutet, dass dies allgemeine Begeisterung hervorruft“, weiß die Musikpädagogin, die sich immer wieder überlegt hat, eine einfache und spielerische Methode zu finden.

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„Es gibt so viele Brettspiele, da muss man doch Noten auch auf ein Spielbrett bringen können“, dachte sie sich irgendwann.

Mit einfachsten Mitteln und ohne große Computerkenntnisse zeichnete sie einen Spielplan und unternahm die ersten Versuche mit ihren Schülern. Immer vor den Ferien wussten sie – jetzt werden wieder „Noten gewürfelt“. Schon bald kam oft die Frage: „Wann spielen wir wieder?“ Dies bestärkte die Lohkirchenerin darin, diese Idee weiter zu verfolgen und auszubauen. „Der Gedanke, es auf den Markt zu bringen, kam erst viel später.“

Erst rumprobiert, dann selbst produziert

Zumal das auch nicht ganz einfach ist. Normalerweise ist der Weg für die Produktion eines Spieles so: Der Autor bietet die Idee einem oder mehreren Verlagen an, wenn der Verlag zustimmt das Spiel in sein Sortiment zu nehmen, wird an der Idee rumprobiert, neu gestaltet, wieder umgeworfen, neue Strategien entwickelt. Danach, so schildert es Tiefenbeck, werde mindestens ein Jahr lang getestet, bis das Spiel letztendlich „marktfähig“ ist. Für den Autor ist es von immensem Vorteil sein Produkt einem Verlag zu überlassen, da dieser schon mit Produktionsfirmen zusammenarbeitet und vor allem die Werbeplattform dafür hat.

Erfolgreiche Entwicklung – ganz ohne Verlag

Karin Tiefenbeck hat allerdings einen anderen Weg gewählt. Der Grund: „Ich habe mich schon vor vielen Jahren mit einigen Leuten getroffen und es hat sich herausgestellt das letztendlich immer ein ganz anderes Spiel und Konzept herausgekommen wäre, welches ich eigentlich im Kopf hatte.“ Und so habe sie sich letztendlich gegen einen Verlag entschieden.

Über Jahre hinweg habe sie im Internet und über Druckereien sehr viele Infos zusammengetragen. Als einzig sinnvoller Weg sei dann geblieben, das Spiel optisch ansprechend und kostengünstig selbst zu produzieren, und zwar über eine professionelle Zeichnerin und eine Spiele-Herstellerfirma.

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Zusammen mit der Marketingspezialistin Lisa Huber aus Schönberg hat Karin Tiefenbeck genau ein Jahr daran gearbeitet und in dieser Zeit die Firma Ludo fact in Jettingen-Scheppach ausfindig gemacht. Die bayrische Spiele-und Puzzle-Herstellerfirma mit 300 Mitarbeitern, hat der Oberbayerin ein verwirklichbares Konzept ausgearbeitet, dabei „haben wir versucht, den ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten.“ Schließlich sei es gelungen, das Spiel regional, „Made in Germany“ und vor allem plastikfrei herzustellen.

„Made in Germany“ und plastikfrei

Und worum geht es genau beim „Noten würfeln“? Als Musikpädagogin war es ihr wichtig, so Tiefenbeck, das Thema Noten lesen unterhaltsam und doch mit Lerneffekt zu vermitteln. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Instrumentalunterricht, für Theorieprüfungen und Tests im Schulunterricht, aber auch für zu Hause sollte die Botschaft sein: „Noten lernen kann auch Freude machen!“

Ziel ist es, durch Benennen der erwürfelten Notenund/oder Notenwerte das Zielfeld zu erreichen. Bei zwei Spieler kann die Partie schon in wenigen Minuten vorbei sein, bei mehreren kann es mit Einhalten sämtlicher Regeln aber auch etwa 20 Minuten dauern.

Vom einfachen Fünf-Tonraum im Violin- und Bassschlüssel, mit Kreuz-und B-Vorzeichen, bis zur Bildung von Intervallen und Akkorden besteht die Herausforderung. Die Spieler haben zu unterscheiden zwischen einer ganzen Note bis zur Sechzehntelnote. „Je nach Lernstand, Alter und Ziel kann dies alles spielerisch gelernt werden!“ Von sechs bis 99 Jahre – Tiefenbeck legt das Spiel allen Altersgruppen nahe.

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