Stadtplatz-Sanierung in Neumarkt-St. Veit: Bürger machen sich ein Bild von Musterflächen

Liesl Hansärgert sich über die Einschränkungen, die bereits durch das Erstellender Musterfläche entstanden sind.

Mit dem Erstellen einer Musterfläche im September wollten der Stadtrat und die Planer die Bürger über den aktuellen Planungsstand informieren. Jetzt erhielten rund 80 interessierte Bürger im Herzoglichen Kasten einen Überblick über das Gesamtkonzept, wobei auch Fragen zur Stadtplatzerneuerung beantwortet wurden.

Neumarkt-St. Veit – Bürgermeister Erwin Baumgartner, der die Notwendigkeit der Renovierung betonte, hatte als Referenten die Architektin Christina Lehner vom Planungsbüro SHL und von der Firma Coplan AG den Projektleiter Bernhard Niedermeier an seiner Seite.

Im November 2021 könnte Werk vollendet sein

Lehner betonte, dass die Planung der Stadtplatzerneuerung mit ISEK bereits 2017 begonnen habe. Unter Berücksichtigung aller Fördermöglichkeiten und der vorgesehenen Barrierefreiheit habe sie den Plan erstellt und darauf geachtet, das Stadtplatzbild zu erhalten und die Bürgerwünsche zu beachten. Sie erläuterte das Gestaltungskonzept des Platzes, erklärte Material und Verwendung, ging auf die Begrünung ein und begründete die Versetzung eines Brunnens, zeigte die Wege und Fahrbahn, die Querungsvorkehrungen, kündigte Musterbeleuchtungen vor deren Installation an und erklärte die Aufstellung der Ruhe- und Fahrradabstellplätze.

Im März soll‚s mit dem Unterbau los gehen

Projektleiter Bernhard Niedermeier wird Mitte/Ende März mit dem Unterbau am Stadtplatz beginnen. Wie in einem Hörsaal für Ingenieure erläuterte er die Baumaßnahmen, die auf jeden Fall ab März 2020 für betroffene Abschnitte eine unvermeidliche Beeinträchtigung bringen werden. Zwischen zwei und fünf Metern Tiefe wird nach Möglichkeit in „gestörten“ Flächen gearbeitet, um keine Archäologen einzubeziehen. Viele alte Leitungen und alle Hausanschlüsse sind zu erneuern. Strom, Breitband, Kabel und was sonst zu verlegen ist, wird mitverlegt. Er versprach abschnittsweise vorzugehen und die Bauzeit pro Segment so kurz wie möglich zu halten. Im November 2021 könnte das Werk vollendet sein.

Zebrastreifen auf der Kippe

Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Stocker erläuterte, warum der Zebrastreifen am Stadtplatz eigentlich nur geduldet sei. Bei Tempo 30 und geringem Verkehrsaufkommen seien Zebrastreifen nur in Sonderfällen sinnvoll. Dennoch versprach der Bürgermeister, im Stadtrat über den Zebrastreifen zu reden, denn die neue Gestaltung des Platzes mache es selbst Schulklassen leicht, die Straße, die geteert bleibt, zu überqueren.

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Eventuelle Änderungsvorschläge können die Bürger auf Fragebogen formulieren, die ausgeteilt wurden, und bis Freitag, 25. Oktober, im Rathaus abgeben. Bürgermeister Baumgartner stellte aber klar, dass das nach vielen Umfragen erstellte und mit Fachleuten besprochene Konzept kaum Änderungen zulasse.

Boden wird einfarbig, damit die Fassaden zur Geltung kommen

In den ersten Beiträgen in der Versammlung bedauerten Teilnehmer die Einfarbigkeit des Bodens am neuen Stadtplatz. Hierzu erklärten Bürgermeister und Architektin, dass die wunderbare Fassade der Häuser wohl besser zur Geltung komme, wenn die Stadtplatzfläche einheitlich ist. Die Angst der Geschäftsleute am Stadtplatz, dass während der Bauzeit die Kunden Gefallen an der Konkurrenz außerhalb finden könnten, konnte Projektleiter Niedermeier nicht mindern. Er versprach, immer schnellstmöglich die Baustellen voranzutreiben.

„Stolpersteine“ schirmen Fußgängerbereiche ab

Liesl Hans äußerte verärgert, dass die Erstellung der Musterfläche schon sehr einschränkend war. „Der Stadtplatz ist kein Lagerplatz“, betonte sie. „Wenn gebaut wird, werden dann die Maschinen und Geräte auch am Stadtplatz rumstehen und so viel Platz wegnehmen?“ Der Bürgermeister bekannte, dass das wirklich länger gedauert habe als gedacht, obwohl er alle Vorkehrungen getroffen habe. Er hofft, dass beim Bau darauf mehr Rücksicht genommen wird.Das könnte Das könnte Sie auch interessieren:Stadtplatz in aller Munde: Musterfläche vor altem Rathaus – Was denken die Bürger darüber?SPD will den Stadtplatz in Neumarkt St. Veit nicht auf „Altar der Bauförderung“ opfernSo könnte der Stadtplatz aussehen

Walter Jani wollte wissen, was denn die Steine zwischen Parkzone und Gredstreifen, die wenige Zentimeter rausragen, mit Barrierefreiheit zu tun hätten. „Ich sehe das eher als Stolpersteine an.“ Projektleiter Niedermeier und Bürgermeister bedauern diese Maßnahme auch. Allerdings würden sonst die Autofahrer auch diesen Platz den Fußgängern wegnehmen.

Auch altes Material wird wieder verwendet

Christina Beckel erkundigte sich nach dem Risiko, dass bei den Arbeiten wieder einmal überraschend über lange Zeit der Strom ausfallen könnte, wie es vor 40 Jahren der Fall war. „Wie sollen wir in unserer Apotheke empfindliche Medizin schützen?“ Der Projektleiter Niedermeier, dass er den Wechsel von alter Leitung auf die neue auf jeden Fall Tage vorher ankünden werde und dann aber den Arbeitsvorgang schnell beenden will. Ihre Frage, ob denn bestehendes Material Verwendung findet, bejahte die Architektin: „Die Steine bis 10 mal 10 cm werden wir auf jeden Fall wieder an Stellen einsetzen.“

Christine Weindl wollte wissen, ob denn die Parkplatzeinteilung wieder in auffälligem Weiß geplant werde. Laut Architektin Lehner steht das noch nicht fest. Es werde an eine Möglichkeit gedacht, die nötigenfalls rasche Änderungen der Markierung zulässt.

Bürgermeister entzieht Stadtrat Spirkl das Wort

Auch Stadträte, die bei der Beschlussfassung dabei waren, meldeten sich in der Fragestunde zu Wort. Bei einem, Ludwig Spirkl (SPD) dem Stadtoberhaupt der Geduldsfaden und er entzog ihm das Wort.

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